{"id":227,"date":"2019-11-07T16:35:01","date_gmt":"2019-11-07T15:35:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/?page_id=227"},"modified":"2020-09-09T14:56:43","modified_gmt":"2020-09-09T12:56:43","slug":"mobilitaetsatlas-lebenswerte-staedte-gut-vernetzte-regionen-die-mobilitaet-von-morgen-braucht-eine-verkehrswende-heute","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/mobilitaetsatlas-lebenswerte-staedte-gut-vernetzte-regionen-die-mobilitaet-von-morgen-braucht-eine-verkehrswende-heute\/","title":{"rendered":"Mobilit\u00e4tsatlas: Lebenswerte St\u00e4dte, gut vernetzte Regionen \u2013 die Mobilit\u00e4t von morgen braucht eine Verkehrswende heute"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Mobilit\u00e4t f\u00fcr alle Menschen zu erm\u00f6glichen, ohne die Umwelt zu zerst\u00f6ren, braucht \u00fcberzeugende Konzepte, politischen Willen und die Beteiligung der B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger. In l\u00e4ndlichen R\u00e4umen m\u00fcssen die Alternativen zum Auto teilweise erst geschaffen werden; ein moderner, gut vernetzter und flexibler \u00d6PNV muss gerade in infrastrukturschwachen Regionen gezielt politisch gef\u00f6rdert werden: eine Mammutaufgabe, die Bund, L\u00e4nder und Kommunen dringend angehen m\u00fcssen. Preise im Verkehr spiegeln nicht die \u00f6kologische Wahrheit wider: Flug- und Stra\u00dfenverkehr profitieren von klimasch\u00e4dlichen Steuerprivilegien und Subventionen in Milliardenh\u00f6he; wer bei Wind und Wetter nur Fahrrad f\u00e4hrt, muss f\u00fcr die Umweltsch\u00e4den, die andere verursachen, mitbezahlen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<hr>\n<img decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-313\" title=\"Foto: Nata Uchava, Freiburg.\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/wp-content\/uploads\/sites\/17\/2019\/11\/NU-191107-Mobilitaet.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\">\n<hr>\n&nbsp;\n\n\n\n<p><strong>(Berlin, 5. November 2019)<\/strong> Mobilit\u00e4t f\u00fcr alle Menschen zu erm\u00f6glichen, ohne die Umwelt zu zerst\u00f6ren, das ist in Zeiten der Klimakrise eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung. Damit die Verkehrswende gelingt, braucht es \u00fcberzeugende Konzepte, politischen Willen und die Beteiligung der B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger. Der <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Mobilit\u00e4tsatlas (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"https:\/\/www.boell.de\/de\/mobilitaetsatlas?dimension1=startseite\" target=\"_blank\">Mobilit\u00e4tsatlas<\/a> befasst sich mit den zentralen Handlungsfeldern f\u00fcr die Verkehrswende wie alternative Antriebe, St\u00e4rkung des \u00d6PNV und Vernetzung von Verkehrstr\u00e4gern. Der Mobilit\u00e4tsatlas ist eine gemeinsame Publikation der Heinrich-B\u00f6ll-Stiftung und des \u00f6kologischen Verkehrsclub VCD. Er wurde heute in Berlin pr\u00e4sentiert.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.boell.de\/de\/mobilitaetsatlas?dimension1=startseite\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/wp-content\/uploads\/sites\/17\/2019\/11\/mobilitaetsatlas-T.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-224\" width=\"320\"\/><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Dr. Ellen Uebersch\u00e4r, Vorstand der Heinrich-B\u00f6ll-Stiftung,\nerl\u00e4uterte bei der Vorstellung: \u201eEin F\u00fcnftel der Treibhausgasemissionen in\nDeutschland kommt aus dem Verkehrssektor, davon 96 Prozent aus dem\nStra\u00dfenverkehr. Wir brauchen eine Verkehrswende! F\u00fcr besseren Klimaschutz\nben\u00f6tigen wir einen Mix aus klimafreundlichen Technologien und Infrastrukturen\nund ge\u00e4ndertem Nutzungsverhalten. Hierf\u00fcr muss die Politik Anreize setzen.\nModerne St\u00e4dte setzen schon heute auf ein intelligent vernetztes \u00f6ffentliches\nVerkehrsangebot. Damit die Menschen das gerne und mehr nutzen, muss die\nKapazit\u00e4t erh\u00f6ht und die Qualit\u00e4t verbessert werden. Die klassischen\nBef\u00f6rderer, Bus und Bahn, werden nutzungsfreundlicher, wenn sie einfach\nkombinierbar sind mit Sharing- und Pooling-Fahrzeugen \u2011 oder mit dem guten\nalten Fahrrad. Zur Wahrheit geh\u00f6rt aber auch: Wir m\u00fcssen den Autoverkehr\nreduzieren \u2011 mit klugem Ordnungsrecht und klaren Preissignalen. St\u00e4dte m\u00fcssen\nlebenswert und nicht nur autogerecht sein.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Autos nehmen unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig viel Fl\u00e4che in den St\u00e4dten\nein. Das benachteiligt andere Verkehrsformen und beeintr\u00e4chtigt die\nLebensqualit\u00e4t im \u00f6ffentlichen Raum. Wo heute Autos parken oder fahren, k\u00f6nnen\nGr\u00fcnanlagen, Spielpl\u00e4tze und Treffpunkte entstehen. Lebenswerte St\u00e4dte\nben\u00f6tigen \u00f6ffentliche R\u00e4ume, wo sich Menschen begegnen und gerne aufhalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Kerstin Haarmann, die Bundesvorsitzende des VCD, erg\u00e4nzte: \u201eWir\nm\u00fcssen unsere Stra\u00dfen zur\u00fcckerobern. Dass jeder ein eigenes, oft viel zu gro\u00dfes\nAuto besitzt, das mehr als 23 Stunden am Tag rumsteht und wertvollen Raum\nblockiert, macht \u00f6kologisch wie \u00f6konomisch keinen Sinn. Wir brauchen mehr und\nsichere Rad- und Fu\u00dfwege, den Umstieg auf kleine Elektroautos, am besten im\nSharing-Betrieb, und einen starken \u00d6PNV. Multimodale Handy-Apps k\u00f6nnen einfach\nund \u00fcbersichtlich verschiedene Mobilit\u00e4tsangebote f\u00fcr eine bestimmte Wegstrecke\nanzeigen, die digital gebucht und abgerechnet werden. So s\u00e4he eine moderne,\numweltschonende und bezahlbare Mobilit\u00e4t f\u00fcr alle aus.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>In l\u00e4ndlichen R\u00e4umen ist die Situation weitaus schwieriger:\nHier geht ohne Auto oftmals nichts. Im kleinst\u00e4dtischen oder d\u00f6rflichen Raum\nist die Zahl der Autobesitzer h\u00f6her als im Bundesdurchschnitt. F\u00fcr bis zu 70\nProzent aller Wege wird hier ein Kraftfahrzeug genutzt und damit deutlich\nh\u00e4ufiger als in Gro\u00dfst\u00e4dten.<\/p>\n\n\n\n<p>Dr. Ellen Uebersch\u00e4r betonte: \u201eGerade in l\u00e4ndlichen R\u00e4umen m\u00fcssen die Alternativen zum Auto gest\u00e4rkt und zum Teil auch erst geschaffen werden. Wer kein Auto benutzen m\u00f6chte oder kann, braucht zur Grundversorgung bessere Verbindungen mit Bus und Bahn sowie umweltfreundliche Mitfahrangebote. Ein moderner, gut vernetzter und flexibler \u00d6PNV muss gerade in infrastrukturschwachen Regionen gezielt politisch gef\u00f6rdert werden. Das ist eine Mammutaufgabe, die Bund, L\u00e4nder und Kommunen dringend angehen m\u00fcssen. Gleichzeitig m\u00fcssen die Bedingungen f\u00fcr Elektromobilit\u00e4t verbessert werden. Neben zielgerichteten Investitionen f\u00fcr den Ausbau \u00f6ffentlich zug\u00e4nglicher Lades\u00e4ulen braucht es eine bessere politische Koordination.\u201c<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"has-subtle-light-gray-background-color has-background\"><tbody><tr><td width=\"25%\"><a rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/www.boell.de\/de\/person\/ellen-ueberschaer\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" width=\"180\" class=\"aligncenter wp-image-313\" title=\"Foto: Stefan R\u00f6hl, dieses Bild steht unter einer &lt;a href=&quot;https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/3.0\/deed.de&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;&lt;font color=&quot;#1E73BE&quot;&gt;Creative Commons Lizenz&lt;\/font&gt;&lt;\/a&gt;.\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/wp-content\/uploads\/sites\/17\/2018\/05\/Ellen-Ueberschaer-300x200.jpg\" alt=\"\"><\/a><\/td><td width=\"75%\">Dr. Ellen Uebersch\u00e4r ist Vorstand der <a href=\"https:\/\/www.boell.de\/de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Heinrich B\u00f6ll Stiftung<\/a>.<\/td><\/tr><tr><td><\/td><td><a href=\"https:\/\/www.boell.de\/de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-313\" title=\" \" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/wp-content\/uploads\/sites\/17\/2018\/05\/LogoHBS-300x148.jpg\" alt=\"\" width=\"180\"><\/a><\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p>Kerstin Haarmann verwies darauf, dass die Folgekosten des\nVerkehrs f\u00fcr Mensch und Umwelt in keiner Rechnung auftauchten, sondern von der\nAllgemeinheit getragen werden: \u201eDrei Viertel aller B\u00fcrger f\u00fchlen sich in ihrem\nWohnumfeld von L\u00e4rm bel\u00e4stigt. L\u00e4rm und Abgase k\u00f6nnen krank machen und f\u00fchren\nzu tausenden von vorzeitigen Todesf\u00e4llen. Die Preise im Verkehr spiegeln nicht\ndie \u00f6kologische Wahrheit wider. Das Verursacherprinzip wird missachtet. Der\ngeplante CO2-Preis ist viel zu niedrig. Flug- und Stra\u00dfenverkehr profitieren\nzudem von klimasch\u00e4dlichen Steuerprivilegien und Subventionen in\nMilliardenh\u00f6he. Aber auch wer bei Wind und Wetter nur Fahrrad f\u00e4hrt, muss f\u00fcr\ndie Umweltsch\u00e4den, die andere verursachen, mitbezahlen. Das ist ungerecht.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die Heinrich-B\u00f6ll-Stiftung und der \u00f6kologische Verkehrsclub\nVCD fordern von der Politik deshalb, das Klimapaket nachzusch\u00e4rfen und einen\nh\u00f6heren CO2-Preis anzusetzen, damit die Wende f\u00fcr die Mobilit\u00e4t von morgen\nheute schon beginnt.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.boell.de\/de\/mobilitaetsatlas?dimension1=startseite\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Der Mobilit\u00e4tsatlas der Heinrich-B\u00f6ll-Stiftung und des VCD (\u00f6ffnet in neuem Tab)\">Der Mobilit\u00e4tsatlas der Heinrich-B\u00f6ll-Stiftung und des VCD<\/a> bietet fundiertes Wissen \u00fcber die Hintergr\u00fcnde und Auswirkungen des aktuellen Verkehrssystems. Er richtet sich an ein breites Publikum, ist verst\u00e4ndlich geschrieben und enth\u00e4lt viele Infografiken, die auch einzeln heruntergeladen werden k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mobilit\u00e4t f\u00fcr alle Menschen zu erm\u00f6glichen, ohne die Umwelt zu zerst\u00f6ren, braucht \u00fcberzeugende Konzepte, politischen Willen und die Beteiligung der B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger. 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