{"id":469,"date":"2021-06-07T17:30:39","date_gmt":"2021-06-07T15:30:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/?page_id=469"},"modified":"2021-06-07T17:31:52","modified_gmt":"2021-06-07T15:31:52","slug":"mangelnder-ehrgeiz-im-klimaschutz-koennte-g7-laender-bis-2050-jaehrlich-85-prozent-ihrer-wirtschaftsleistung-kosten","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/mangelnder-ehrgeiz-im-klimaschutz-koennte-g7-laender-bis-2050-jaehrlich-85-prozent-ihrer-wirtschaftsleistung-kosten\/","title":{"rendered":"Mangelnder Ehrgeiz im Klimaschutz k\u00f6nnte G7-L\u00e4nder bis 2050 j\u00e4hrlich 8,5 Prozent ihrer Wirtschaftsleistung kosten"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Die Swiss Re Gruppe, eine der weltweit f\u00fchrenden Anbieterinnen von Versicherung und anderen Formen des versicherungsbasierten Risikotransfers, hat die wirtschaftlichen Auswirkungen des Klimawandels auf 48 L\u00e4nder in vier verschiedenen Temperaturpfaden modelliert. Beim Erw\u00e4rmungsniveau, das auf Grundlage der aktuellen Klimazusagen aller L\u00e4nder erreicht werden k\u00f6nnte, werden alle wirtschaftliche Einbu\u00dfen erleben. Klar ist: Die G7-Regierungen m\u00fcssen in den n\u00e4chsten neun Jahren drastische Ma\u00dfnahmen ergreifen, um die Emissionen zu senken und die Klimafinanzierung zu erh\u00f6hen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<hr>\n<img decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-313\" title=\"Foto: Nata Uchava, Freiburg.\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/wp-content\/uploads\/sites\/17\/2021\/06\/NU-210607-oxfam.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\">\n<hr>\n&nbsp;\n\n\n\n<p><strong>(Berlin, 7. Juni 2021)<\/strong> Die Klimakrise k\u00f6nnte die G7-Staaten im Jahr 2050 durchschnittlich 8,5 Prozent ihrer j\u00e4hrlichen Wirtschaftsleistung kosten, wenn sie keine ehrgeizigeren Ma\u00dfnahmen zur Bek\u00e4mpfung der Klimakatastrophe ergreifen. Der Verlust beliefe sich insgesamt auf 4,8 Billionen Dollar. Das zeigt eine Berechnung von Oxfam, die auf einer Analyse des Swiss Re Institut beruht. Oxfam fordert die Staats- und Regierungschefs der G7-L\u00e4nder auf, sich bei ihrem kommenden Gipfel in Cornwall darauf zu einigen, die CO2-Emissionen schneller und st\u00e4rker zu senken.<\/p>\n\n\n\n<p>Oxfams Berechnungen zeigen, dass der Verlust an Bruttoinlandsprodukt doppelt so hoch w\u00e4re, wie als Folge der Corona-Pandemie. Diese lie\u00df die Volkswirtschaften der G7-L\u00e4nder um durchschnittlich 4,2 Prozent schrumpfen, was zu Arbeitsplatzverlusten f\u00fchrte und enorme Konjunkturpakete notwendig machte. Doch w\u00e4hrend sich die Volkswirtschaften von den kurzfristigen Auswirkungen der Pandemie voraussichtlich erholen werden, werden die Auswirkungen des Klimawandels jedes Jahr zu sp\u00fcren sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Swiss Re hat analysiert, wie die Klimakatastrophe die Volkswirtschaften negativ beeinflussen wird: Durch schleichende, chronische Risiken wie Hitzestress und andere gesundheitliche Auswirkungen, den Anstieg des Meeresspiegels und die Verringerung landwirtschaftlicher Produktivit\u00e4t. Es wird erwartet, dass alle 48 L\u00e4nder, die in der Studie vorkommen, dadurch wirtschaftliche Einbu\u00dfen erleben werden. Viele L\u00e4nder werden davon sogar weitaus st\u00e4rker betroffen sein, als die G7. Beispielsweise k\u00f6nnte Indiens Wirtschaft 2050 um 27 Prozent geringer ausfallen, als ohne die Klimakrise. F\u00fcr die Philippinen wird ein Verlust von 35 Prozent prognostiziert, Kolumbien wird voraussichtlich 16,7 Prozent verlieren.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wirtschaftlich benachteiligte L\u00e4nder noch st\u00e4rker gef\u00e4hrdet<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Oxfam warnt, dass die Folgen des Klimawandels f\u00fcr L\u00e4nder mit niedrigem Einkommen noch viel gr\u00f6\u00dfer sein k\u00f6nnten. Eine aktuelle Studie der Weltbank geht davon aus, dass bis 2030 zwischen 32 und 132 Millionen Menschen durch den Klimawandel zus\u00e4tzlich in die extreme Armut getrieben werden. Max Lawson, Leiter der internationalen Kampagne gegen soziale Ungleichheit bei Oxfam: \u201eDie prognostizierten wirtschaftlichen Turbulenzen in den wohlhabenden G7-L\u00e4ndern sind nur die Spitze des Eisbergs: In vielen wirtschaftlich benachteiligten Teilen der Welt werden Todesf\u00e4lle, Hunger und Armut als Folge extremer Wetterereignisse zunehmen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Alle G7-Regierungen haben im Vorfeld des UN-Klimagipfels COP26, der vom 1. Bis 12. November 2021 in Gro\u00dfbritannien stattfindet, neue Klimaziele vorgestellt. Die meisten bleiben deutlich hinter dem zur\u00fcck, was notwendig ist, um die globale Erw\u00e4rmung auf unter 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Als einige der gr\u00f6\u00dften Emittenten der Welt \u2011 verantwortlich f\u00fcr ein Drittel aller CO2-Emissionen seit 1990 \u2011 sollten sie in diesem entscheidenden Jahr mit gutem Beispiel vorangehen. Max Lawson: \u201eDie wirtschaftlichen Argumente f\u00fcr bessere Klimama\u00dfnahmen sind klar. Die G7-Regierungen m\u00fcssen in den n\u00e4chsten neun Jahren drastische Ma\u00dfnahmen ergreifen, um die Emissionen zu senken und die Klimafinanzierung zu erh\u00f6hen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die Regierungen der G7-Staaten vers\u00e4umen es bisher auch, angemessen zum Versprechen der Industriel\u00e4nder beizutragen, ab 2020 Klimaschutz und Anpassung in den \u00e4rmeren L\u00e4ndern mit j\u00e4hrlich 100 Milliarden US-Dollar pro Jahr zu unterst\u00fctzen. Nur Gro\u00dfbritannien und die USA haben eine Erh\u00f6hung ihrer Klima-Hilfen zugesagt. Frankreich will sein derzeitiges Niveau der Klimafinanzierung beibehalten, w\u00e4hrend Kanada, Deutschland, Japan und Italien ihre Absichten noch nicht bekannt gegeben haben. Oxfam sch\u00e4tzt, dass sich die Klima-Hilfen der G7-L\u00e4nder 2025 ein Jahresniveau von 39 Milliarden Dollar belaufen werden, wovon nur ein Viertel (8 bis 10 Milliarden Dollar) in die Anpassung flie\u00dft, etwa um die Landwirtschaft vor den klimatischen Ver\u00e4nderungen zu sch\u00fctzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Oxfam fordert die G7-Regierungen auf, ihre Ziele f\u00fcr die Emissionsreduzierung bis 2030 sofort zu erh\u00f6hen, um ihren fairen Anteil an den Reduktionen zu erreichen, die n\u00f6tig sind, um die globale Erw\u00e4rmung unter 1,5 Grad Celsius zu halten. Die bisher angek\u00fcndigten Verpflichtungen sind willkommen, gehen aber nicht weit genug. Sie sollten auch ihre Zusagen f\u00fcr die Klimafinanzierung der n\u00e4chsten Jahre drastisch erh\u00f6hen und sicherstellen, dass mindestens die H\u00e4lfte dieser Mittel in die Anpassung flie\u00dft.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Bemerkungen zu den Daten und Berechnungen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Die Swiss Re Gruppe ist einer der weltweit f\u00fchrenden Anbieter von Versicherung und anderen Formen des versicherungsbasierten Risikotransfers. Sie antizipiert Risiken \u2011 von Naturkatastrophen bis zum Klimawandel, von der \u00dcberalterung der Bev\u00f6lkerung bis zur Cyberkriminalit\u00e4t.<\/li><li>Die Projektionen der BIP-Verluste stammen aus der Publikation \u201eEconomics of Climate Change\u201c des Swiss Re Institute. Die Autoren modellierten die wirtschaftlichen Auswirkungen des Klimawandels auf 48 L\u00e4nder in vier verschiedenen Temperaturpfaden. Sie verwendeten verschiedene Auswirkungsszenarien, um der gro\u00dfen Parameterunsicherheit Rechnung zu tragen. Die in dieser Pressemitteilung verwendeten Projektionen gehen von hohen Stressfaktoren und einer globalen Erw\u00e4rmung von 2,6 Grad Celsius bis zur Mitte des Jahrhunderts aus. Dies ist ein Erw\u00e4rmungsniveau, das auf der Grundlage der aktuellen Klimazusagen aller L\u00e4nder erreicht werden k\u00f6nnte.<\/li><li>Alle Zahlen beziehen sich auf das reale BIP. Die BIP-Projektionen vergleichen eine w\u00e4rmere Welt mit einer Welt, die nicht von der Erd\u00fcberhitzung betroffen ist.<\/li><li>Die BIP-Verluste in den G7-L\u00e4ndern als Folge der Pandemie stammen vom britischen Office for National Statistics und beziehen sich auf das reale BIP zwischen Oktober 2019 und September 2020.<\/li><li>Die Sch\u00e4tzungen der Klimafinanzierung beruhen auf den eingereichten Berichten der Geberl\u00e4nder bei der UNFCCC \u00fcber vergangene Klimafinanzierung und bisher gemachte Zusagen f\u00fcr die Zukunft.<\/li><li>Die kumulierten CO2-Emissionen f\u00fcr alle L\u00e4nder betrugen 803,84 Milliarden Tonnen im Jahr 1990 und 1.650 Milliarden Tonnen im Jahr 2019, eine Differenz von 849,08 Milliarden. Die kumulierten CO2-Emissionen f\u00fcr die G7-Staaten zusammen betrugen 461,2 Milliarden Tonnen im Jahr 1990 und 740,39 Milliarden Tonnen im Jahr 2019, eine Differenz von 279,17 Milliarden. <a href=\"https:\/\/ourworldindata.org\/co2-emissions\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Die G7-Staaten haben 32,88 Prozent aller Emissionen seit 1990 verursacht<\/a>.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"has-subtle-light-gray-background-color has-background\"><tbody><tr><td width=\"25%\"><a href=\"https:\/\/www.swissre.com\/institute\/research\/topics-and-risk-dialogues\/climate-and-natural-catastrophe-risk\/expertise-publication-economics-of-climate-change.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-313\" title=\" \" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/wp-content\/uploads\/sites\/17\/2021\/06\/210607-Swiss-Re-T.jpg\" alt=\"\" width=\"180\"><\/a><\/td><td width=\"75%\">Die Studie &#8222;Economics of Climate Change&#8220; des Swiss Re Institute steht <a href=\"https:\/\/www.swissre.com\/institute\/research\/topics-and-risk-dialogues\/climate-and-natural-catastrophe-risk\/expertise-publication-economics-of-climate-change.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">\u00fcber diesen Link zum Download als PDF<\/a> bereit.<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Swiss Re Gruppe, eine der weltweit f\u00fchrenden Anbieterinnen von Versicherung und anderen Formen des versicherungsbasierten Risikotransfers, hat die wirtschaftlichen Auswirkungen des Klimawandels auf 48 L\u00e4nder in vier verschiedenen Temperaturpfaden modelliert. Beim Erw\u00e4rmungsniveau, das auf Grundlage der aktuellen Klimazusagen aller L\u00e4nder erreicht werden k\u00f6nnte, werden alle wirtschaftliche Einbu\u00dfen erleben. Klar ist: Die G7-Regierungen m\u00fcssen in &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/mangelnder-ehrgeiz-im-klimaschutz-koennte-g7-laender-bis-2050-jaehrlich-85-prozent-ihrer-wirtschaftsleistung-kosten\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eMangelnder Ehrgeiz im Klimaschutz k\u00f6nnte G7-L\u00e4nder bis 2050 j\u00e4hrlich 8,5 Prozent ihrer Wirtschaftsleistung kosten\u201c<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":81,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-469","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/469","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=469"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/469\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":471,"href":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/469\/revisions\/471"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=469"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}