{"id":478,"date":"2021-06-09T14:10:26","date_gmt":"2021-06-09T12:10:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/?page_id=478"},"modified":"2021-06-09T14:11:08","modified_gmt":"2021-06-09T12:11:08","slug":"mobilitaetsplattformen-gehoeren-in-oeffentliche-hand","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/mobilitaetsplattformen-gehoeren-in-oeffentliche-hand\/","title":{"rendered":"Mobilit\u00e4tsplattformen geh\u00f6ren in \u00f6ffentliche Hand"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Mehr als die H\u00e4lfte der deutschen Mobilit\u00e4tsplattformen wird bereits von \u00f6ffentlichen Verkehrsunternehmen betrieben. Weitet sich ein solcher Plattform-Kommunalismus weiter aus, k\u00f6nnen rein profitorientierte Anbieter ausgeschaltet und Mobilit\u00e4tsdienste sozial und klimagerecht organisiert werden \u2013 orientiert an den Bed\u00fcrfnissen der Bev\u00f6lkerung und als Erg\u00e4nzung des \u00d6PNV, nicht als Konkurrenz. Ein weiteres Problem privater Plattformen ist die unkontrollierte profitorientierte Nutzung von Daten.<\/em><\/p>\n\n\n\n<hr>\n<img decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-313\" title=\"Foto: Nata Uchava, Freiburg.\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/wp-content\/uploads\/sites\/17\/2021\/06\/NU-210609-Mobilitaetsplattformen.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\">\n<hr>\n&nbsp;\n\n\n\n<p><strong>(Berlin\/Frankfurt am Main, 9. Juni 2021)<\/strong> \u00d6ffentlich betriebene Mobilit\u00e4tsplattformen k\u00f6nnen einen wertvollen Beitrag zur sozial-\u00f6kologischen Verkehrswende leisten. Das zeigt die Studie \u201e\u00d6ffentliche Mobilit\u00e4tsplattformen \u2013 Digitalpolitische Strategien f\u00fcr eine sozial-\u00f6kologische Mobilit\u00e4tswende\u201c, die Attac Deutschland und die Rosa-Luxemburg-Stiftung am heutigen Mittwoch der \u00d6ffentlichkeit vorstellen.<\/p>\n\n\n\n<p>Kommunen sollten eigene \u2013 \u00f6ffentliche \u2013 Plattformen betreiben und damit einen attraktiven \u00d6PNV 2.0 schaffen, lautet das Fazit der 80 Seiten umfassenden Untersuchung. Der Vorteil: Betreiben Kommunen die Plattformen selbst, k\u00f6nnen sie bestimmen, welche Angebote sie aufnehmen. Anstatt mehr Fahrzeuge auf die Stra\u00dfe zu bringen, gilt es, Anreize f\u00fcr nachhaltiges Verkehrsverhalten zu schaffen. Der Fokus liegt auf Bus und Bahn, erg\u00e4nzt durch dezentrale Zubringerdienste f\u00fcr die \u201eletzte Meile\u201c zwischen Haust\u00fcr und Haltestelle und dort, wo die \u00d6PNV-Anbindung schlecht ist \u2013 also vor allem auf dem Land. Damit tragen \u00f6ffentliche Mobilit\u00e4tsplattformen dazu bei, den privaten PKW-Verkehr zu reduzieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Dagegen zeigt die Studie die Gefahren privater Mobilit\u00e4tsplattformen wie Google Maps, Moovit oder FreeNow auf, die Car- und Bikesharing, Lastenr\u00e4der, E-Roller, \u201eOn Demand\u201c-Fahrdienste oder Rufbusse privater Anbieter vernetzen. Einzige Kriterien der dahinterstehenden Konzerne sind Marktbeherrschung, maximaler Gewinn und unbeschr\u00e4nkte Datennutzung. Zu Klimazielen, sozialem Ausgleich und Datenschutz tragen die Angebote kaum bei.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDie Nachhaltigkeitspotenziale privater Mobilit\u00e4tsdienste sind umstritten\u201c, erkl\u00e4rt Dominik Pi\u00e9tron, einer der Autoren der Studie. \u201eDie Mehrheit der Sharing-Angebote basiert darauf, zus\u00e4tzliche Fahrzeuge bereitzustellen. Private Fahrdienste treten in Konkurrenz zum \u00f6ffentlichen Nahverkehr und unterlaufen ein angemessenes fl\u00e4chendeckendes Angebot.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Ein weiteres Problem privater Plattformen ist die unkontrollierte profitorientierte Nutzung von Daten. Dazu sagt Anastasia Blinzov von der Rosa-Luxemburg-Stiftung: \u201eUm die informationelle Selbstbestimmung der B\u00fcrger*innen sicherzustellen, m\u00fcssen die Mobilit\u00e4tsdaten unabh\u00e4ngig und kollektiv durch demokratisch kontrollierte Datentreuh\u00e4nder verwaltet werden. Nur gemeinwohlorientierte Anbieter d\u00fcrfen Zugang erhalten.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Mehr als die H\u00e4lfte der deutschen Mobilit\u00e4tsplattformen wird bereits von \u00f6ffentlichen Verkehrsunternehmen betrieben. Allein seit 2018 bieten zehn zus\u00e4tzliche Plattformen in kommunaler Tr\u00e4gerschaft ihre Dienste an und vernetzen sich zu einem interkommunalen Plattformsystem. Mark Herterich von Attac Deutschland sagt: \u201eWeitet sich ein solcher Plattform-Kommunalismus weiter aus, k\u00f6nnen rein profitorientierte Anbieter ausgeschaltet und Mobilit\u00e4tsdienste sozial und klimagerecht organisiert werden \u2013 orientiert an den Bed\u00fcrfnissen der Bev\u00f6lkerung und als Erg\u00e4nzung des \u00d6PNV, nicht als Konkurrenz.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die Studie wurde erstellt im Auftrag des Instituts f\u00fcr Gesellschaftsanalyse der Rosa-Luxemburg-Stiftung und von Attac Deutschland. Autor*innen sind Dominik Pi\u00e9tron, Anouk Ruhaak und Valentin Niebler.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"has-subtle-light-gray-background-color has-background\"><tbody><tr><td width=\"25%\"><a href=\"https:\/\/www.attac.de\/fileadmin\/user_upload\/Kampagnen\/Verkehrswende\/Studie_Mobi-Plattformen\/Studie_Mobilitaetsplattformen_Attac_RLS_Web.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-313\" title=\" \" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/wp-content\/uploads\/sites\/17\/2021\/06\/Studie_Mobilitaetsplattformen_Attac_RLS_Web-1T.jpg\" alt=\"\" width=\"180\"><\/a><\/td><td width=\"75%\">Die Studie &#8222;\u00d6FFENTLICHE MOBILIT\u00c4TSPLATTFORMEN &#8211; DIGITALPOLITISCHE STRATEGIEN F\u00dcR EINE SOZIAL-\u00d6KOLOGISCHE MOBILIT\u00c4TSWENDE&#8220; (80 Seiten) steht <a href=\"https:\/\/www.attac.de\/fileadmin\/user_upload\/Kampagnen\/Verkehrswende\/Studie_Mobi-Plattformen\/Studie_Mobilitaetsplattformen_Attac_RLS_Web.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">\u00fcber diesen Link zum Download als PDF<\/a> bereit.<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"has-subtle-light-gray-background-color has-background\"><tbody><tr><td width=\"25%\"><a href=\"https:\/\/www.attac.de\/fileadmin\/user_upload\/Kampagnen\/Verkehrswende\/Studie_Mobi-Plattformen\/Impulspapier_zur_Studie_Mobilitaetsplattformen_web.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-313\" title=\" \" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/wp-content\/uploads\/sites\/17\/2021\/06\/Impulspapier_zur_Studie_Mobilitaetsplattformen_web-T.jpg\" alt=\"\" width=\"180\"><\/a><\/td><td width=\"75%\">Ein Impulspapier (20 Seiten) auf Basis der Studie steht <a href=\"https:\/\/www.attac.de\/fileadmin\/user_upload\/Kampagnen\/Verkehrswende\/Studie_Mobi-Plattformen\/Impulspapier_zur_Studie_Mobilitaetsplattformen_web.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">\u00fcber diesen Link zum Download als PDF<\/a> bereit.<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mehr als die H\u00e4lfte der deutschen Mobilit\u00e4tsplattformen wird bereits von \u00f6ffentlichen Verkehrsunternehmen betrieben. 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