{"id":556,"date":"2021-11-09T17:11:19","date_gmt":"2021-11-09T16:11:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/?page_id=556"},"modified":"2021-11-09T17:13:23","modified_gmt":"2021-11-09T16:13:23","slug":"global-oil-and-gas-exit-list-auf-der-cop-26-in-glasgow","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/global-oil-and-gas-exit-list-auf-der-cop-26-in-glasgow\/","title":{"rendered":"NGOs ver\u00f6ffentlichen die &#8222;Global Oil &#038; Gas Exit List&#8220; auf der COP 26 in Glasgow"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Die Finanzindustrie verspricht \u00f6ffentlich &#8222;Net Zero&#8220;, unterst\u00fctzt aber weiterhin uneingeschr\u00e4nkt die Expansion der \u00d6l- und Gasindustrie. Die derzeit geplanten \u00d6l- und Gaspipelines w\u00fcrden f\u00fcr die halbe Strecke bis zum Mond reichen. Dies beispielsweise geht aus der &#8222;Global Oil &amp; Gas Exit List&#8220; (GOGEL) hervor, der weltweit ersten \u00f6ffentlichen, umfangreichen Datenbank zu Unternehmen aus der \u00d6l- und Gasindustrie, vorgestellt von der Umwelt- und Menschenrechtsorganisation urgewald und mehr als 20 internationalen Partner-NGOs im Rahmen des UN-Klimagipfels 2021 in Glasgow.<\/em><\/p>\n\n\n\n<hr>\n<img decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-313\" title=\"Grafik: Nata Uchava, Michael Wildberger.\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/wp-content\/uploads\/sites\/17\/2021\/11\/NU-211109-Global-Oil-and-Gas-Exit-List.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\">\n<hr>\n&nbsp;\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>(Glasgow\/Schottland, 4. November 2021)<\/strong> Die Umwelt- und Menschenrechtsorganisation urgewald und mehr als 20 internationale Partner-NGOs stellen heute im Rahmen des UN-Klimagipfels in Glasgow die <a href=\"http:\/\/www.gogel.org\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u201eGlobal Oil &amp; Gas Exit List\u201c (GOGEL)<\/a> vor. Sie ist weltweit die erste \u00f6ffentliche, umfangreiche Datenbank zu Unternehmen aus der \u00d6l- und Gasindustrie. GOGEL umfasst derzeit 887 Unternehmen und bildet damit knapp 95 Prozent der weltweiten \u00d6l- und Gasproduktion ab. Nutzer*innen der Datenbank, insbesondere aus der Finanzindustrie, k\u00f6nnen mit GOGEL die \u00d6l- und Gasfirmen mit den gr\u00f6\u00dften Expansionspl\u00e4nen sowie mit den umstrittensten Formen der \u00d6l- und Gasf\u00f6rderung leicht identifizieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eIn den letzten zwei Jahren haben wir eine Welle von Richtlinien zum Ausschluss von Kohle durch Finanzinstitute gesehen, aber fast keine, die sich mit \u00d6l und Gas befassen. Mit Hilfe von GOGEL wollen wir sowohl \u00f6ffentliche als auch private Finanzinstitute dazu bewegen, die Expansion der \u00d6l- und Gasbranche nicht l\u00e4nger zu unterst\u00fctzen. Die Finanzindustrie muss ihrer Verantwortung bei allen fossilen Energietr\u00e4gern gerecht werden\u201c, sagt Katrin Ganswindt, Senior Finanz-Campaignerin bei urgewald.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>R\u00fccksichtslose Expansionspl\u00e4ne<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Laut dem UN-Umweltprogramm (UNEP) steigen die Treibhausgasemissionen, die auf die \u00d6l- und Gasindustrie zur\u00fcckzuf\u00fchren sind, rapide an. Erdgas leistet demnach in einigen Regionen der Welt inzwischen den gr\u00f6\u00dften Beitrag zu den fossilen CO2eq-Emissionen (<a href=\"https:\/\/www.unep.org\/emissions-gap-report-2020\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Kapitel 2, UN Emissions Gap Report 2020<\/a>). \u201eUnsere Zahlen belegen, dass die Branche sich insgesamt auf einem r\u00fccksichtslosen Expansionspfad befindet\u201c, sagt Nils Bartsch, Leiter GOGEL-Research bei urgewald. <a href=\"http:\/\/priceofoil.org\/content\/uploads\/2020\/09\/OCI-Big-Oil-Reality-Check-vF.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Selbst wenn die Nutzung von Kohle \u00fcber Nacht beendet w\u00fcrde, w\u00fcrden die Emissionen aus bereits erschlossenen \u00d6l- und Gasvorkommen das gesamte weltweite CO2-Budget f\u00fcr 1,5 Grad Celsius aussch\u00f6pfen<\/a>. GOGEL zeigt zudem auf, dass mehr als 95 Prozent der in der Datenbank gelisteten \u00d6l- und Gasunternehmen im Upstream-Bereich weiterhin nach neuen Reserven suchen beziehungsweise die F\u00f6rderung vorbereiten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eWir sollten uns nicht von den unrealistischen Net Zero-Versprechungen der \u00d6l- und Gasunternehmen f\u00fcr 2050 t\u00e4uschen lassen. Die Einhaltung unseres 1,5-Grad-Celsius-Budgets erfordert jedoch mindestens einen sofortigen Expansionsstopp\u201c, sagt Bartsch. Ganswindt erg\u00e4nzt: \u201eHinter jeder expandierenden \u00d6l- und Gasfirma stehen Banken, Investoren und Versicherungen, die diese Pl\u00e4ne unterst\u00fctzen. GOGEL wurde so konzipiert, dass insbesondere die Expansion auf Unternehmensebene sichtbar wird, sowohl f\u00fcr die Finanzindustrie als auch die allgemeine \u00d6ffentlichkeit.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Welche Unternehmen geben am meisten f\u00fcr weitere Exploration aus?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Upstream-Subsektor beginnt Expansion mit der Exploration. GOGEL f\u00fchrt insgesamt 387 Unternehmen auf, deren durchschnittliche Investitionsausgaben (CapEx) f\u00fcr die \u00d6l- und Gasexploration mehr als 10 Millionen US-Dollar pro Jahr betrugen.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>In den letzten drei Jahren wurden insgesamt 168 Milliarden US-Dollar f\u00fcr \u00d6l- und Gasexploration ausgegeben. Mehr als die H\u00e4lfte dieses Betrags ist jedoch auf nur 16 Unternehmen zur\u00fcckzuf\u00fchren.<\/li><li>Im Zeitraum 2019-2021 waren die f\u00fcnf Unternehmen mit den gr\u00f6\u00dften j\u00e4hrlichen Investitionsausgaben f\u00fcr die \u00d6l- und Gasexploration PetroChina (6 Milliarden USD), China National Offshore Oil Corporation (2,8 Milliarden USD), Shell (2,4 Milliarden USD), Sinopec (2,3 Milliarden USD) und Pemex aus Mexiko (1,9 Milliarden USD). (Um j\u00e4hrliche Schwankungen auszugleichen stellt GOGEL einen 3-Jahres-Durchschnitt der Investitionen in \u00d6l- und Gasexploration (Exploration CapEx) der einzelnen Unternehmen zur Verf\u00fcgung. Die Originaldaten stammen von Rystad Energy.)<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&nbsp;\u201eSelbst die Internationale Energieagentur warnt mittlerweile vor weiterer \u00d6l- und Gasexploration. Aber keine der gro\u00dfen globalen Banken ist bisher bereit, eine rote Linie f\u00fcr Kund*innen zu ziehen, die Milliarden von Dollar f\u00fcr die \u00d6l- und Gasexploration ausgeben. Mitglieder der \u201aGlasgow Financial Alliance for Net Zero\u2018 sind davon nicht ausgenommen\u201c, kritisiert Ganswindt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Welche Upstream-\u00d6l- und Gasproduzenten sind die gr\u00f6\u00dften Expansionisten?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Viele \u00d6l- und Gasunternehmen sind notorisch intransparent hinsichtlich ihrer Expansionspl\u00e4ne. GOGEL verwendet daher die renommierte Datenbank von Rystad Energy aus Norwegen, um zu ermitteln, welche neuen \u00d6l- und Gasreserven in naher Zukunft in Produktion gebracht werden sollen. Bei der Berechnung der kurzfristigen Expansionspl\u00e4ne von Unternehmen ber\u00fccksichtigt GOGEL Projekte, die sich in der Field-Evaluation-Phase befinden (Front-End-Engineering &amp; Design abgeschlossen) und solche, die sich in unmittelbarer Entwicklung befinden (Investitionsentscheidung liegt vor). Dies sind die beiden Entwicklungsphasen von \u00d6l- und Gasvorkommen, die der Produktionsphase unmittelbar vorausgehen. Die Analyse zeigt:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">506 Upstream-\u00d6l- und Gasproduzenten planen, ihr Produktionsportfolio innerhalb der n\u00e4chsten 1 bis 7 Jahre um 190 Milliarden Barrel \u00d6l\u00e4quivalent (bboe) zu erweitern. (Der genaue Zeitrahmen h\u00e4ngt von der Art der F\u00f6rderung ab. Bohrt\u00fcrme auf hoher See haben in der Regel l\u00e4ngere Entwicklungszeitr\u00e4ume als zum Beispiel Fracking-Bohrt\u00fcrme.)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">14 Unternehmen sind f\u00fcr mehr als die H\u00e4lfte dieser enormen Expansion verantwortlich. Die Top 5 sind: Qatar Energy (20 bboe), Gazprom (17 bboe), Saudi Aramco (15 bboe), ExxonMobil (7 bboe) und Petrobras aus Brasilien (7 bboe).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Neue \u00d6l- und Gas-Infrastrukturprojekte<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Infrastruktur f\u00fcr die \u00d6l- und Gasindustrie wie Pipelines, LNG-Terminals oder Gaskraftwerke sind teuer im Bau und ihre geplante Betriebsdauer erstreckt sich \u00fcber Jahrzehnte. <a href=\"https:\/\/www.nord-stream2.com\/media\/documents\/pdf\/en\/2019\/07\/factsheet-rock-placement-en-201806.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Die 1.230 Kilometer lange Nord Stream 2-Pipeline von Gazprom kostete beispielsweise 9,5 Milliarden Euro und hat eine voraussichtliche Lebensdauer von 50 Jahren<\/a>. Das Projekt Arctic LNG 2 von Novatek und Total <a href=\"https:\/\/www.reuters.com\/business\/energy\/eu-lawmakers-urge-france-germany-italy-ditch-arctic-lng-2-support-2021-05-19\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">wird \u00fcber 21 Milliarden USD kosten und auf der Grundlage von Gasabnahmevertr\u00e4gen \u00fcber 20 Jahre finanziert<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eNeue Infrastrukturprojekte f\u00fcr die \u00d6l- und Gasindustrie gef\u00e4hrden die Ziele von Paris, da sie uns f\u00fcr die n\u00e4chsten Jahrzehnte auf einen hohen Emissionspfad festlegen. GOGEL f\u00fchrt aktuell 273 Midstream-Unternehmen auf, die neue \u00d6l- und Gaspipelines oder Fl\u00fcssiggas-Terminals (LNG) bauen. Dies ist ein todsicheres Rezept f\u00fcr den Klimakollaps. m\u00fcssen solche Firmen als erstes ausschlie\u00dfen\u201c, sagt Ganswindt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Pipelines im Bau w\u00fcrden halbe Strecke von der Erde bis zum Mond abdecken<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">GOGEL listet alle Unternehmen auf, die mindestens 100 Kilometer neue \u00d6l- oder Gaspipelines bauen. Diese Informationen stammen aus dem \u201eFossil Infrastructure Tracker\u201c von Global Energy Monitor (GEM), wobei die ermittelten Zahlen f\u00fcr jedes Unternehmen anteilig anhand der tats\u00e4chlichen Eigentumsverh\u00e4ltnisse berechnet werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eDie Zahlen sind wirklich erschreckend\u201c, sagt Bartsch. \u201eDerzeit befinden sich 211.849 Kilometer an \u00d6l- und Gaspipelines in der Entwicklung. Das ist quasi die halbe Strecke von der Erde bis zum Mond.\u201c Die f\u00fcnf gr\u00f6\u00dften Entwickler von \u00d6l- und Gaspipelines sind: Gazprom (14,4 Tausend km), PipeChina (13,4 Tausend km), Sinopec (12,4 Tausend km), die China National Petroleum Corporation (9,3 Tausend km) und GAIL aus Indien (8,5 Tausend km). Insgesamt sind 29 Unternehmen f\u00fcr mehr als 50 Prozent der im Bau befindlichen Pipelines verantwortlich (gemessen an der L\u00e4nge).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Verdopplung der weltweiten LNG Terminal Kapazit\u00e4ten<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Produktion von Fl\u00fcssiggas (Liquefied Natural Gas, LNG) ist besonders energieintensiv und zus\u00e4tzlich treten \u00fcber die gesamte Wertsch\u00f6pfungskette hinweg Methanlecks auf. Zur Herstellung von LNG wird Erdgas zur Verfl\u00fcssigung zun\u00e4chst auf -162 Grad Celsius abgek\u00fchlt, dann auf LNG-Tanker verladen und zu weit entfernten H\u00e4fen verschifft, wo es wieder regasifiziert werden muss, bevor es in einem Kraftwerk verbrannt werden kann. <a href=\"https:\/\/www.nrdc.org\/sites\/default\/files\/sailing-nowhere-liquefied-natural-gas-report.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Fast die H\u00e4lfte der gesamten Treibhausgasemissionen von LNG entstehen also, bevor \u00fcberhaupt Strom erzeugt wird<\/a>. \u201eMassive Investitionen in LNG und neue Gaskraftwerke blockieren in ganz Asien den \u00dcbergang zu erneuerbaren Energien\u201c, warnt Gerry Arances vom philippinischen Centre for Energy, Ecology and Development (CEED).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">GOGEL listet alle Unternehmen auf, die LNG-Terminals mit einer Gesamtkapazit\u00e4t von mindestens 1 Million Tonnen pro Jahr (Mtpa) entwickeln. Ab 2021 sind neue LNG-Terminals mit einer Gesamtkapazit\u00e4t von 1.349 Mtpa geplant oder in der Entwicklung. Diese Zahlen basieren auf dem Fossil Infrastructure Tracker von Global Energy Monitor und beinhalten sowohl Export- als auch Importkapazit\u00e4ten von LNG Terminals.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei vollst\u00e4ndiger Realisierung dieser Projekte w\u00fcrde sich die weltweite LNG-Terminalkapazit\u00e4t verdoppeln. Die f\u00fcnf gr\u00f6\u00dften bei GOGEL gelisteten LNG-Terminalentwickler sind: das US-Unternehmen Venture Global LNG (76 Mtpa), Qatar Energy (59 Mtpa), Kuwait Petroleum Corporation (33 Mtpa), Sinopec (29 Mtpa) and die China National Petroleum Corporation (27 Mtpa).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Das Who-is-Who der dreckigsten Produzenten<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die \u00d6l- und Gasf\u00f6rderung wird zunehmend extremer, da die Produzenten in empfindlichen Gebieten wie der Arktis bohren, umstrittene F\u00f6rdermethoden wie Fracking anwenden oder \u00d6l- und Gasvorkommen erschlie\u00dfen, die einen besonders gro\u00dfen \u00f6kologischen Fu\u00dfabdruck hinterlassen, wie zum Beispiel Teersande oder Kohlefl\u00f6zgas. Nach GOGEL-Daten beruhen 35 Prozent der derzeitigen \u00d6l- und Gasproduktion und sogar 50 Prozent der Expansionsprojekte auf solchen unkonventionellen Quellen. \u201eEs ist unverantwortlich, dass die \u00d6l- und Gasindustrie ihre Produktion \u00fcberhaupt steigert \u2011 und dabei auch noch auf die schmutzigsten und sch\u00e4dlichsten Arten, die von den Gemeinschaften in betroffenen Gebieten seit langem abgelehnt werden&#8220;, sagt Alison Kirsch vom Rainforest Action Network in den USA.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">GOGEL deckt sechs Kategorien von unkonventioneller und besonders umstrittener \u00d6l- und Gasf\u00f6rderung ab: Fracking, Teersande, Schwerst\u00f6l, Kohlefl\u00f6zgas, \u00d6l und Gas aus der Arktis sowie aus Tiefstwasserbohrungen (1.500 Meter oder tiefer unter dem Meeresspiegel).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die gr\u00f6\u00dften Produzenten (absolute Mengen) f\u00fcr jede Kategorie sind:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\" type=\"1\"><li>Fracking: ExxonMobil, Occidental Petroleum und EOG Resources<\/li><li>Teersande: Canadian Natural Resources, Suncor Energy und Cenovus Energy<\/li><li>Schwerst\u00f6l: Pemex, Ecopetrol und Chevron<\/li><li>Kohlefl\u00f6zgas: Shell, ConocoPhillips und Origin Energy<\/li><li>Arktis: Gazprom, Novatek und Rosneft<\/li><li>Tiefstwasser: Petrobras, Shell und BP.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Wann werden bei der Finanzindustrie den Worten endlich Taten folgen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eTrotz einer Flut von Netto-Null-Allianzen und Erkl\u00e4rungen von CEOs zum Klimaschutz weigert sich die \u00fcberwiegende Mehrheit der Finanzinstitute immer noch das Offensichtliche zu tun: Ihre Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Expansion von \u00d6l und Gas zu beenden und Kunden auszuschlie\u00dfen, die keine Pl\u00e4ne haben, ihre Produktion im Einklang mit dem 1,5-Grad-Celsius-Ziel herunterzufahren\u201c, sagt Lucie Pinson von der NGO Reclaim Finance.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Bank, die beschlossen hat, diesen Weg zu gehen, ist La Banque Postale, die elftgr\u00f6\u00dfte Bank in der Eurozone. Im Oktober 2021 k\u00fcndigte sie an, ihre Finanzdienstleistungen f\u00fcr alle Unternehmen, die am Ausbau der \u00d6l- und Gasindustrie beteiligt sind, einzustellen und sich bis 2030 aus der gesamten Branche zur\u00fcckzuziehen. Skender Sahiti Manzoni von der Banque Postale sagt: \u201eWir begr\u00fc\u00dfen die Ver\u00f6ffentlichung der Global Oil and Gas Exit List von urgewald. Sie wird eine wichtige Ressource f\u00fcr die Umsetzung unserer Entscheidung sein.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>\u00dcber GOGEL<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">GOGEL soll die Entwicklung sinnvoller \u00d6l- und Gas-Richtlinien im Finanzsektor beschleunigen. GOGEL deckt 94 Prozent des Upstream \u00d6l- und Gassektors, 91 Prozent der geplanten LNG-Terminal-Kapazit\u00e4t und fast 75 Prozent der Entwicklung neuer \u00d6l- und Gaspipelines ab. Zus\u00e4tzlich hebt GOGEL auch die Beteiligung von Unternehmen an Projekten mit hohem Reputationsrisiko hervor. Dazu geh\u00f6ren Projekte, die gewaltsame Konflikte versch\u00e4rfen, immense soziale oder \u00f6kologische Sch\u00e4den verursachen oder durch Gerichtsverfahren und den Widerstand von Gemeinden angefochten werden. Dieser Teil der Datenbank wird im Laufe des Jahres auf der GOGEL-Webseite aktualisiert und erg\u00e4nzt. Zum Zeitpunkt der Erstver\u00f6ffentlichung stehen Analysen zu 20 Projekten zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Hauptinformationsquellen von GOGEL sind Rystad Energy, der \u201eFossil Infrastructure Tracker\u201c von Global Energy Monitor und Unternehmensdatenquellen wie Jahresberichte, B\u00f6rsenberichte und Investorenpr\u00e4sentationen. GOGEL wird jedes Jahr im Herbst aktualisiert. Zudem sollen zuk\u00fcnftig weitere Teilbereiche der \u00d6l- und Gasindustrie, wie zum Beispiel Gaskraftwerke und Projekte im Bereich Petrochemie abgebildet werden. Tom Kruse vom Rockefeller Brothers Fund sagt: \u201eDies ist die Datenbank, auf die wir alle gewartet haben. Sie ist \u00f6ffentlich, sie ist akribisch recherchiert und sie ist ein wichtiges Instrument, um uns zu helfen, das Zeitalter der fossilen Brennstoffe zu beenden.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">GOGEL ist hier zu finden: <a href=\"http:\/\/www.gogel.org\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">www.gogel.org<\/a><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"has-subtle-light-gray-background-color has-background\"><tbody><tr><td width=\"25%\"><a rel=\"noopener noreferrer\" href=\"https:\/\/urgewald.org\/team\/katrin-ganswindt\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-313\" title=\"Foto: urgewald.\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/wp-content\/uploads\/sites\/17\/2018\/11\/Katrin-Ganswindt.png\" alt=\"\" width=\"180\"><\/a><\/td><td width=\"75%\">Katrin Ganswindt ist verantwortlich f\u00fcr Kampagnen zum Kohleausstieg in der Energie- und Finanzindustrie bei <a href=\"https:\/\/urgewald.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">urgewald<\/a>.<\/td><\/tr><tr><td><\/td><td><a href=\"https:\/\/urgewald.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-313\" title=\" \" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/wp-content\/uploads\/sites\/17\/2018\/11\/urgewaldLogo.jpg\" alt=\"\" width=\"180\"><\/a><\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"has-subtle-light-gray-background-color has-background\"><tbody><tr><td width=\"25%\"><a href=\"https:\/\/www.unep.org\/emissions-gap-report-2020\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-313\" title=\" \" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/wp-content\/uploads\/sites\/17\/2021\/11\/EGR20-T.jpg\" alt=\"\" width=\"180\"><\/a><\/td><td width=\"75%\">Der UN &#8222;Emissions Gap Report 2020&#8220; steht <a href=\"https:\/\/www.unep.org\/emissions-gap-report-2020\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">\u00fcber diesen Link zum Download als PDF<\/a> bereit.<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"has-subtle-light-gray-background-color has-background\"><tbody><tr><td width=\"25%\"><a href=\"http:\/\/priceofoil.org\/content\/uploads\/2020\/09\/OCI-Big-Oil-Reality-Check-vF.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-313\" title=\" \" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/wp-content\/uploads\/sites\/17\/2021\/11\/OCI-Big-Oil-Reality-Check-vF-T.jpg\" alt=\"\" width=\"180\"><\/a><\/td><td width=\"75%\">Der &#8222;Big Oil Reality Check&#8220; steht <a href=\"http:\/\/priceofoil.org\/content\/uploads\/2020\/09\/OCI-Big-Oil-Reality-Check-vF.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">\u00fcber diesen Link zum Download als PDF<\/a> bereit.<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Finanzindustrie verspricht \u00f6ffentlich &#8222;Net Zero&#8220;, unterst\u00fctzt aber weiterhin uneingeschr\u00e4nkt die Expansion der \u00d6l- und Gasindustrie. 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