{"id":773,"date":"2023-06-02T16:10:35","date_gmt":"2023-06-02T14:10:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/?page_id=773"},"modified":"2023-06-02T16:12:00","modified_gmt":"2023-06-02T14:12:00","slug":"vorbereitungen-der-weltklimakonferenz-cop-28","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/vorbereitungen-der-weltklimakonferenz-cop-28\/","title":{"rendered":"Vorbereitungen der Weltklimakonferenz COP 28: Beobachter:innen erwarten harte Verhandlungen unter hohem Druck der fossilen Lobby"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Um das Pariser Klima-Abkommen von 2015 noch einhalten zu k\u00f6nnen, m\u00fcssen die Treibhausgas-Emissionen bis 2030 weltweit um mindestens 43 Prozent sinken (bezogen auf das Jahr 2019). Die Klimakonferenz Ende 2023 ben\u00f6tigt daher einen konkreten Beschluss zum Ausstieg aus den fossilen Brennstoffen, verbunden mit einem globalen Ausbauziel f\u00fcr Erneuerbare Energien. Alles deutet darauf hin, dass die Vereinigten Arabischen Emirate als kommende Pr\u00e4sidentschaft der Weltklimakonferenz vom 30. November bis 12. Dezember 2023 in Dubai allerdings versuchen werden, ihre Agenda zur Verl\u00e4ngerung des Zeitalters von \u00d6l und Gas massiv voranzutreiben.<\/em><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"413\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/wp-content\/uploads\/sites\/17\/2023\/06\/230602-Vorbereitung-COP-28.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-768\" title=\"Foto: Nata Uchava, Freiburg\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>(Bonn, 2. Juni 2023)<\/strong> Die am kommenden Montag beginnenden Zwischenverhandlungen in Bonn zur Vorbereitung der Weltklimakonferenz COP 28 l\u00e4uten nach Einsch\u00e4tzung der Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch herausfordernde Verhandlungsmonate ein. David Ryfisch, Leiter des Bereichs Internationale Klimapolitik, sieht vor allem zwei Knackpunkte: \u201eAlles deutet darauf hin, dass die Vereinigten Arabischen Emirate als kommende Pr\u00e4sidentschaft der Weltklimakonferenz versuchen werden, ihre Agenda zur Verl\u00e4ngerung des Zeitalters von \u00d6l und Gas massiv voranzutreiben. Zugleich war schon der vergangene Klimagipfel \u00fcber lange Zeit von einer Spaltung zwischen Globalem Norden und S\u00fcden gepr\u00e4gt, die wir uns nicht leisten k\u00f6nnen. Wir brauchen eine Allianz progressiver Staaten, die in Bonn die Grundlage f\u00fcr eine Weltklimakonferenz legt, in der sich falsche Versprechen zur Verl\u00e4ngerung fossiler Energiegewinnung nicht durchsetzen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Globales Ausbauziel kann Erneuerbaren Schwung geben<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Prozess zur globalen Bestandsaufnahme \u2013 also die Untersuchung, wie weit die Weltgemeinschaft noch von den Zielen des Pariser Klimaabkommens von 2015 entfernt ist \u2013 findet dieses Jahr zum ersten Mal einen H\u00f6hepunkt. In Bonn findet der dritte und damit letzte Expertendialog statt. \u201eDie globale Bestandsaufnahme ist Kernst\u00fcck des Pariser Abkommens. Wichtig ist, dass nicht nur zur\u00fcckgeschaut wird, sondern klare Empfehlungen f\u00fcr den weiteren Weg zum Erreichen der Ziele formuliert werden\u201c, erkl\u00e4rt Kerstin Opfer, Referentin f\u00fcr Energiepolitik und Zivilgesellschaft bei Germanwatch.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um das <a href=\"https:\/\/www.bmwk.de\/Redaktion\/DE\/Artikel\/Industrie\/klimaschutz-abkommen-von-paris.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Pariser Abkommen vom 12. Dezember 2015 (COP 21)<\/a> noch einhalten zu k\u00f6nnen, m\u00fcssen die Treibhausgas-Emissionen bis 2030 weltweit um mindestens 43 Prozent sinken (bezogen auf 2019). Ein entscheidender Faktor daf\u00fcr ist ein stark beschleunigter Ausbau der Erneuerbaren Energien. Opfer betont: \u201eWir brauchen bei der Klimakonferenz Ende des Jahres einen Beschluss zum Ausstieg aus den fossilen Brennstoffen, verbunden mit einem globalen Ausbauziel f\u00fcr Erneuerbare Energien, wie es seit dem Petersberger Klimadialog diskutiert wird. Es muss aber klar sein, dass der Globale S\u00fcden Unterst\u00fctzung bei der Transformation seiner Energiesysteme ben\u00f6tigt. Partnerschaften, wie Deutschland sie k\u00fcrzlich mit Kenia abgeschlossen hat, sind daf\u00fcr der richtige Weg. Die CCS genannte CO2-Abscheidung und -speicherung, f\u00fcr die die kommende COP-Pr\u00e4sidentschaft so massiv wirbt, ist hingegen in Energiesystemen ein teurer Irrweg, der fossile Gesch\u00e4ftsmodelle auf l\u00e4ngere Zeit zementiert und somit das Problem nicht l\u00f6st. CCS sollte nur in der Industrie in den F\u00e4llen zum Einsatz kommen, in denen eine schnelle Dekarbonisierung nicht m\u00f6glich ist.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Kritische Fragen zur Klimafinanzierung stehen bevor<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein gro\u00dfer Durchbruch gelang bei der vergangenen COP bei Zusagen zur Finanzierung im Umgang mit Sch\u00e4den und Verlusten. Die Verhandlungen zur Struktur eines k\u00fcnftigen Fonds f\u00fcr Sch\u00e4den und Verluste laufen bereits. \u201eEinen neuen Fonds binnen eines Jahres betriebsbereit zu machen, ist eine gro\u00dfe Herausforderung. Noch sind allerdings die kritischen Fragen \u2013 wer bekommt Zugang zum Fonds, f\u00fcr welche Zwecke zahlt er aus und wer zahlt wie viel ein \u2013 kaum diskutiert worden. Bei diesen Streitfragen m\u00fcssen die Zwischenverhandlungen vorankommen\u201c, fordert Laura Sch\u00e4fer, Referentin f\u00fcr Klima-Risikomanagement bei Germanwatch.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Beim 14. Petersberger Klimadialog am 2. und 3. Mai 2023 wurde zudem versprochen, die seit 2020 \u00fcberf\u00e4llige Zusage, jedes Jahr 100 Milliarden US-Dollar an Klimafinanzierung f\u00fcr den Globalen S\u00fcden bereitzustellen, in diesem Jahr endlich zu erreichen. Neben der Einl\u00f6sung dieses Versprechens geht es bei den Bonner Klimaverhandlungen bereits um die Klimafinanzierung nach 2025. Ryfisch: \u201eDie internationale Klimafinanzierung nach 2025 wird um ein Vielfaches h\u00f6her ausfallen m\u00fcssen. Noch ist in diese Richtung wenig erreicht. Ohne nennenswerte Fortschritte in Bonn besteht das Risiko, dass 2024 ein aus der Luft gegriffenes Finanzierungsziel zur Debatte steht, dessen Erreichung erneut h\u00f6chst fraglich ist und das dem Bedarf trotzdem nicht Rechnung tr\u00e4gt. Das w\u00e4re fatal, denn die massive Verz\u00f6gerung beim 100 Milliarden-Versprechen hat schon erheblich am internationalen Vertrauensfundament genagt.\u201c<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/www.germanwatch.org\/de\/user\/davidryfisch\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"200\" height=\"320\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/wp-content\/uploads\/sites\/17\/2023\/06\/David-Ryfisch-grau.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-769\" title=\"Foto: germanwatch\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.germanwatch.org\/de\/user\/davidryfisch\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">David Ryfisch<\/a> ist Bereichsleiter Internationale Klimapolitik bei <a href=\"https:\/\/www.germanwatch.org\/de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Germanwatch e.V.<\/a><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/www.germanwatch.org\/de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"200\" height=\"73\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/wp-content\/uploads\/sites\/17\/2018\/08\/logoGermanwatch.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-39\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/www.germanwatch.org\/de\/user\/kerstinopfer\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"200\" height=\"320\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/wp-content\/uploads\/sites\/17\/2023\/06\/Kerstin-Opfer-K-grau.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-770\" title=\"Foto: germanwatch\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.germanwatch.org\/de\/user\/kerstinopfer\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Kerstin Opfer<\/a> ist Referentin f\u00fcr Energiepolitik &amp; Zivilgesellschaft &#8211; Afrika und Naher Osten bei <a href=\"https:\/\/www.germanwatch.org\/de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Germanwatch e.V.<\/a><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/www.germanwatch.org\/de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"200\" height=\"73\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/wp-content\/uploads\/sites\/17\/2018\/08\/logoGermanwatch.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-39\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/www.germanwatch.org\/de\/user\/lauraschafer\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"200\" height=\"320\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/wp-content\/uploads\/sites\/17\/2023\/06\/Laura-Schaefer.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-771\" title=\"Foto: germanwatch\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.germanwatch.org\/de\/user\/lauraschafer\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Laura Sch\u00e4fer<\/a> ist Referentin f\u00fcr Klima-Risikomanagement sowie Koordinatorin f\u00fcr Klimaau\u00dfenpolitik und G7 bei <a href=\"https:\/\/www.germanwatch.org\/de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Germanwatch e.V.<\/a><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/www.germanwatch.org\/de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"200\" height=\"73\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/wp-content\/uploads\/sites\/17\/2018\/08\/logoGermanwatch.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-39\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Um das Pariser Klima-Abkommen von 2015 noch einhalten zu k\u00f6nnen, m\u00fcssen die Treibhausgas-Emissionen bis 2030 weltweit um mindestens 43 Prozent sinken (bezogen auf das Jahr 2019). Die Klimakonferenz Ende 2023 ben\u00f6tigt daher einen konkreten Beschluss zum Ausstieg aus den fossilen Brennstoffen, verbunden mit einem globalen Ausbauziel f\u00fcr Erneuerbare Energien. 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