{"id":827,"date":"2023-11-20T14:31:42","date_gmt":"2023-11-20T13:31:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/?page_id=827"},"modified":"2023-11-20T14:31:43","modified_gmt":"2023-11-20T13:31:43","slug":"deutsche-energiekonzerne-und-grossbanken-finanzieren-toxische-geschaefte-des-bergbauriesen-glencore-im-steinkohle-tagebau-cerrejon-in-kolumbien","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/deutsche-energiekonzerne-und-grossbanken-finanzieren-toxische-geschaefte-des-bergbauriesen-glencore-im-steinkohle-tagebau-cerrejon-in-kolumbien\/","title":{"rendered":"Deutsche Energiekonzerne und Gro\u00dfbanken finanzieren toxische Gesch\u00e4fte des Bergbauriesen Glencore im Steinkohle-Tagebau Cerrej\u00f3n in Kolumbien"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Deutschland bezog 2022 fast ein F\u00fcnftel seiner Steinkohle aus Kolumbien, gr\u00f6\u00dftenteils aus dem gr\u00f6\u00dften Tagebau Lateinamerikas in Cerrej\u00f3n. Ein Drittel der dortigen Bev\u00f6lkerung leidet direkt unter den Auswirkungen des Tagebaus. Deutsche Energieunternehmen z\u00e4hlen zu den wichtigsten Kunden Glencores und deutsche Banken und Versicherungen finanzieren die toxischen Gesch\u00e4fte.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>(Berlin\/Frankfurt\/K\u00f6ln, 18. November 2023)<\/strong> Im Jahr 2022 bezog Deutschland fast ein F\u00fcnftel seiner Steinkohle aus Kolumbien. Ein Gro\u00dfteil dieser Kohleimporte stammt aus Cerrej\u00f3n \u2013 dem gr\u00f6\u00dften Tagebau Lateinamerikas, betrieben vom Schweizer Bergbauriesen Glencore. Der neue Bericht \u201eDoes Cerrej\u00f3n always win?\u201c der Menschenrechtsorganisationen CINEP und Censat Agua Viva, gemeinsam mit Fair Finance International und Oxfam, belegt, dass Glencores Steinkohlemine in Nordkolumbien Mensch und Umwelt massiven Schaden zuf\u00fcgt. M\u00f6glich macht das auch viel Geld aus Deutschland: Deutsche Energieunternehmen z\u00e4hlen zu den wichtigsten Kunden Glencores und deutsche Banken und Versicherungen finanzieren dessen toxische Gesch\u00e4fte.<\/p>\n\n\n\n<p>CINEP und Censat Agua Viva sagen dazu: \u201eGlencore hat in einer ohnehin wasserarmen Region den Bruno-Fluss umgeleitet, nur um Cerrej\u00f3n auszubauen, und das wenige verbliebene Wasser verschmutzt. Als ob das nicht genug w\u00e4re, versucht der Konzern nun mit einer Millionen-Dollar-schweren Schiedsgerichtsklage die kolumbianische Regierung unter Druck zu setzen, um die Kohlemine zu erweitern. Wenn Investoren und Banker ihr Geld in Unternehmen anlegen, die Menschen- und Umweltrechte verletzen, machen sie sich zu Komplizen dieser Verbrechen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Vom Kohlebergbau in La Guajira Betroffene und Menschenrechtsorganisationen in Kolumbien und Deutschland fordern deshalb: Die deutschen Gesch\u00e4ftspartner von Glencore d\u00fcrfen sich nicht l\u00e4nger zu Komplizen von dessen sch\u00e4dlichem Gesch\u00e4ftsmodell machen. Sie m\u00fcssen ihren Sorgfaltspflichten zum Schutz von Mensch, Umwelt und Klima vollst\u00e4ndig nachkommen. Die Bundesregierung muss gegen\u00fcber den Unternehmen die Einhaltung ihrer Sorgfaltspflichten konsequent durchsetzen und sich in der EU daf\u00fcr stark machen, dass das neue EU-Lieferkettengesetz umfassend auch f\u00fcr den Finanzsektor gilt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hintergrund<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Cerrej\u00f3n liegt im Departement La Guajira in Nordkolumbien. \u00dcber 340.000 Menschen \u2013 ein Drittel der dortigen Bev\u00f6lkerung \u2013 leiden direkt unter den Auswirkungen des Tagebaus. Die Liste an Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerst\u00f6rung durch Cerrej\u00f3n ist lang, wie die Organisationen Cinep und Censat Agua Viva in ihrem Bericht zeigen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Gemeinden wurden vertrieben und zwangsger\u00e4umt, ohne angemessene Wiedergutmachung.<\/li>\n\n\n\n<li>Die Luft wird massiv verschmutzt, Fl\u00fcsse, Grundwasser und W\u00e4lder sind vielerorts zerst\u00f6rt.<\/li>\n\n\n\n<li>Kohlestaub verursacht vermehrt Gesundheitssch\u00e4den wie Krebs und Atemwegserkrankungen.<\/li>\n\n\n\n<li>Trinkwassermangel und Unterern\u00e4hrung gef\u00e4hrdet das Leben vor allem von Kindern.<\/li>\n\n\n\n<li>Das Recht ethnischer Gemeinden auf Konsultation und Zustimmung wird immer wieder verletzt, Menschenrechtsverteidiger*innen werden regelm\u00e4\u00dfig attackiert.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/amerika21.de\/2020\/10\/243881\/kolumbien-un-cerrejon-stopp-un-vertreter\" target=\"_blank\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/amerika21.de\/2020\/10\/243881\/kolumbien-un-cerrejon-stopp-un-vertreter\" rel=\"noreferrer noopener\">Wegen der immensen Sch\u00e4den f\u00fcr Umwelt und Gesundheit forderten 2020 elf UN-Menschenrechtsexpert*innen einen Teilstopp Cerrej\u00f3ns<\/a>. Deutsche Unternehmen finanzieren Glencores toxische Gesch\u00e4fte bis heute ungebremst weiter: Energieunternehmen wie EnBW, Uniper, RWE und Steag kauften 2022 mit rund 7,3 Millionen Tonnen fast vier Mal mehr Steinkohle aus Kolumbien als 2021 \u2013 ein Gro\u00dfteil von Cerrej\u00f3n. Banken und Versicherungen \u2013 darunter die Deutsche Bank, die Commerzbank, die DZ-Bank, die Deka-Gruppe und die Allianz \u2013 hielten im Juni 2023 \u00fcber 530 Millionen US-Dollar an Anleihen und Aktien an Glencore und vergaben zwischen 2016 und Mitte 2023 fast 5,8 Milliarden US-Dollar an Krediten und Garantien an das Unternehmen.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/www.cinep.org.co\/publi-files\/PDFS\/20231114_Glencore_Report_EN.pdf?\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"613\" height=\"784\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/wp-content\/uploads\/sites\/17\/2023\/11\/20231114_Glencore_Report_EN-T.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-824\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Der Bericht &#8222;Does Cerrej\u00f3n always win?&#8220; der Menschenrechtsorganisationen CINEP und Censat Agua Viva, gemeinsam mit Fair Finance International und Oxfam steht <a href=\"https:\/\/www.cinep.org.co\/publi-files\/PDFS\/20231114_Glencore_Report_EN.pdf?\" target=\"_blank\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.cinep.org.co\/publi-files\/PDFS\/20231114_Glencore_Report_EN.pdf?\" rel=\"noreferrer noopener\">\u00fcber diesen Link zum Download als PDF<\/a> bereit.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Deutschland bezog 2022 fast ein F\u00fcnftel seiner Steinkohle aus Kolumbien, gr\u00f6\u00dftenteils aus dem gr\u00f6\u00dften Tagebau Lateinamerikas in Cerrej\u00f3n. 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