{"id":92,"date":"2018-11-23T16:14:10","date_gmt":"2018-11-23T15:14:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/?page_id=92"},"modified":"2018-11-23T16:14:10","modified_gmt":"2018-11-23T15:14:10","slug":"weniger-autos-mehr-globale-gerechtigkeit","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/weniger-autos-mehr-globale-gerechtigkeit\/","title":{"rendered":"Weniger Autos, mehr globale Gerechtigkeit"},"content":{"rendered":"<p><strong>(Berlin\/Aachen, 23. November 2018)<\/strong> In einer neuen Studie analysieren PowerShift, Brot f\u00fcr die Welt und MISEREOR den Rohstoff- und Energieverbrauch der deutschen Automobilindustrie und die damit verbunden Auswirkungen auf Klima, Umwelt und die Menschenrechte im Globalen S\u00fcden. Ein rascher Umstieg vom Verbrennungsmotor auf Elektromotoren ist laut Studie zwar dringend geboten, wird aber viele Nachhaltigkeitsprobleme nicht l\u00f6sen.<\/p>\n<p>\u201eDie Zahl der in Deutschland zugelassenen Autos muss drastisch reduziert werden\u201c, sagt Merle Groneweg von PowerShift und Mitautorin der Studie. \u201eElektroautos mit Akkuspeicher sind zwar \u00f6kologisch die derzeit beste Option, um Verbrennungsmotoren zu ersetzen, aber auch sie verbrauchen endliche Rohstoffe in hohen Mengen.\u201c Der systematische Vorrang des Autos in Stadtplanung, Stra\u00dfenverkehrsordnung und bei der Finanzierung der Infrastruktur m\u00fcsse daher beendet werden.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/wp-content\/uploads\/sites\/17\/2018\/11\/Studie-Weniger-Autos-mehr-globale-Gerechtigkeit-2018.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-90\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/wp-content\/uploads\/sites\/17\/2018\/11\/Studie-Weniger-Autos-mehr-globale-Gerechtigkeit-2018-T-212x300.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"452\" \/><\/a>Auch f\u00fcr die Produktion von Akkus und Elektromotoren werden Kupfer und Stahl, aber auch Spezialmetalle wie Kobalt, Lithium, Graphit und Nickel ben\u00f6tigt. Deren Verbrauch wird drastisch ansteigen. Bereits 2030 k\u00f6nnte der Verbrauch von Lithium in Elektroautos die heutige Produktion um das Vierfache \u00fcbersteigen. Auch der prognostizierte Kobaltverbrauch liegt deutlich \u00fcber den derzeit gef\u00f6rderten Mengen.<\/p>\n<p>\u201eBeim Abbau dieser Rohstoffe werden oft B\u00f6den, Wasser und Luft verseucht und den umliegenden Gemeinschaften die Lebensgrundlagen entzogen. Umweltsch\u00fctzer und Menschenrechtsverteidiger sehen sich vielfach Repressalien ausgesetzt\u201c, erkl\u00e4rt Sven Hilbig, Referent f\u00fcr Rohstoffe und Handel bei Brot f\u00fcr die Welt.<\/p>\n<p>\u201eDeutsche Autobauer haben erkannt, dass sie die Herkunft der Rohstoffe und die menschenrechtlichen Auswirkungen nicht l\u00e4nger ignorieren k\u00f6nnen\u201c, sagt Armin Paasch, Referent f\u00fcr Wirtschaft und Menschenrechte bei MISEREOR. \u201eVor Ort hat sich f\u00fcr die Betroffenen aber wenig ver\u00e4ndert. Deutsche Unternehmen m\u00fcssen gesetzlich verpflichtet werden, f\u00fcr die Achtung der Menschenrechte in ihrer Wertsch\u00f6pfungskette Sorge zu tragen.\u201c<\/p>\n<p>Aufgrund des \u00fcberwiegend fossilen Strommix ist auch der hohe Strombedarf f\u00fcr Elektroautos problematisch. Selbst erneuerbare Energien seien zudem aufgrund des Fl\u00e4chen- und Rohstoffverbrauchs nicht unbegrenzt verf\u00fcgbar. Der zus\u00e4tzliche Strombedarf f\u00fcr Verkehr und W\u00e4rme \u00fcbertrifft in Deutschland die Ausbauziele f\u00fcr erneuerbare Energien laut Studie um ein Vielfaches. Die Nachhaltigkeit von Stromimporten sei bisher keineswegs gew\u00e4hrleistet, so die Autorinnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(Berlin\/Aachen, 23. 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