{"id":955,"date":"2024-10-22T17:01:33","date_gmt":"2024-10-22T15:01:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/?page_id=955"},"modified":"2024-10-22T17:01:34","modified_gmt":"2024-10-22T15:01:34","slug":"wenn-wir-klima-und-tierschutz-ernst-nehmen-wollen-kommen-wir-um-eine-wahrheit-nicht-herum-wir-muessen-deutlich-weniger-kuehe-halten","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/wenn-wir-klima-und-tierschutz-ernst-nehmen-wollen-kommen-wir-um-eine-wahrheit-nicht-herum-wir-muessen-deutlich-weniger-kuehe-halten\/","title":{"rendered":"Wenn wir Klima- und Tierschutz ernst nehmen wollen, kommen wir um eine Wahrheit nicht herum: Wir m\u00fcssen deutlich weniger K\u00fche halten."},"content":{"rendered":"\n<p><em>Die Milchindustrie betreibt Greenwashing, um Milch als harmloses oder gar klimafreundliches Nahrungsmittel darzustellen und weiter gro\u00dfe Mengen an Milchprodukten zu verkaufen, zeigt der foodwatch-Report &#8222;Milchm\u00e4rchen&#8220;. Mit reichweitenstarken Videos etwa auf Tiktok, eigenen Websites oder sogar Aktions- und Lehrmaterialen f\u00fcr Kitas und Schulen versuche die Milchlobby gezielt, das Image der Milchproduktion zu verbessern und ihre negativen Auswirkungen zu verharmlosen. Tats\u00e4chlich seien die CO2-Emissionen der Tierhaltung in Deutschland mehr als dreimal so hoch wie die Lobbyverb\u00e4nde suggerieren.<\/em><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"413\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/wp-content\/uploads\/sites\/17\/2024\/10\/241022-NU-foodwatch.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-950\" title=\"Foto: Nata Uchava, Freiburg\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>(Berlin, 22. Oktober 2024)<\/strong> Mit irref\u00fchrenden Marketing-Kampagnen versucht die deutsche Milchindustrie, sich als klimafreundlich darzustellen \u2013 dabei tr\u00e4gt sie viel st\u00e4rker zur Klimakrise bei als sie behauptet. Das zeigt der neue foodwatch-Report \u201eMilchm\u00e4rchen\u201c, den die Verbraucherorganisation heute gemeinsam mit dem Thinktank \u201eFaba Konzepte\u201c vorgestellt hat. Die Milchlobby versuche mit reichweitenstarken Videos auf Tiktok und Co., eigenen Websites oder sogar Aktions- und Lehrmaterialen f\u00fcr Kitas und Schulen gezielt, das Image der Milchproduktion zu verbessern und ihre negativen Auswirkungen zu verharmlosen. Tats\u00e4chlich jedoch verursachten Milch und Milchprodukte rund dreimal so hohe Klima-Emissionen wie pflanzliche Alternativen. F\u00fcr einen wirksamen Klimaschutz m\u00fcsse die Zahl der Milchk\u00fche in Deutschland daher mindestens halbiert werden, forderte foodwatch.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDie Wahrheit hinter den Milchm\u00e4rchen von Industrie und Lobbyverb\u00e4nden ist: Die Milchproduktion verursacht enorme Klimasch\u00e4den und gro\u00dfes Tierleid\u201c, sagte Annemarie Botzki von foodwatch. \u201cEs geht nicht darum, Milch, K\u00e4se oder Joghurt zu verbieten. Aber wenn wir Klima- und Tierschutz ernst nehmen wollen, kommen wir um eine Wahrheit nicht herum: Wir m\u00fcssen deutlich weniger K\u00fche halten und deutlich weniger Milchprodukte herstellen und essen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Als Experte zu der Pressekonferenz war ebenfalls der Agrar\u00f6konom Dr. Benjamin Bodirsky vom Potsdam Institut f\u00fcr Klimafolgenforschung geladen, der an der Erarbeitung des foodwatch-Reports nicht beteiligt war. Er f\u00fcgte hinzu: \u201eWenn es um die Klimabilanz von Milchprodukten geht, werden wichtige Emissionsquellen oft nicht ber\u00fccksichtigt. Zum Beispiel wurden in den letzten Jahrzehnten viele Moore in Deutschland trockengelegt, um sie als Weidefl\u00e4chen oder zum Anbau von Futtermitteln zu nutzen. Durch die Trockenlegung baut sich der Torf ab, der sich dort \u00fcber Jahrtausende aufgebaut hat \u2013 dies f\u00fchrt zu riesigen Emissionen. Die landwirtschaftlich genutzten ehemaligen Moore in Deutschland emittieren etwa sechs Prozent der deutschen Gesamtemissionen, die jedoch in offiziellen Statistiken nicht der Landwirtschaft zugewiesen werden.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Emissionen der Tierhaltung dreimal h\u00f6her als von der Lobby suggeriert<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In dem \u201eMilchm\u00e4rchen\u201c-Report zeigen foodwatch und Faba Konzepte detailliert, mit welchen Methoden die Branche versucht, die Auswirkungen der Milchproduktion zu verschleiern. So pr\u00e4sentiere die Milchlobby zum Beispiel gerne Zahlen, wonach die Tierhaltung in Deutschland nur f\u00fcr f\u00fcnf Prozent der deutschen Emissionen verantwortlich sei, die Rinderhaltung sogar nur f\u00fcr 3,9 Prozent. Doch diese Berechnung beziehe nur die direkten Emissionen der Rinderhaltung ein, also die Treibhausgase, die unmittelbar bei der Haltung und F\u00fctterung der Tiere entstehen. Das ist vor allem Methan aus der Verdauung der Tiere und aus der G\u00fclle. Die sogenannten indirekten Emissionen aus dem Anbau und dem Import von Futtermitteln etwa oder durch die Bewirtschaftung von Moorb\u00f6den w\u00fcrden hingegen bewusst au\u00dfer Acht gelassen, kritisierten die beiden Organisationen. In Wahrheit seien die Emissionen der Tierhaltung in Deutschland daher mehr als dreimal so hoch wie die Lobbyverb\u00e4nde suggerieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Durch eine Reduktion der Tierhaltung ergebe sich ein enormes Einsparpotenzial, rechnet der \u201eMilchm\u00e4rchen\u201c-Report vor: W\u00fcrden in Deutschland Milch und Milchprodukte durch pflanzliche Alternativen ersetzt und freiwerdende Fl\u00e4chen renaturiert, k\u00f6nnten Emissionen in der Gr\u00f6\u00dfenordnung von mehr als 10 Prozent der gesamten deutschen Treibhausgas-Emissionen reduziert werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die von der Branche pr\u00e4sentierten vermeintlichen L\u00f6sungen wie Weidehaltung der Tiere, Spezialfutter oder Effizienz-Steigerung kritisierten foodwatch und Faba Konzepte als nicht realistisch und als Greenwashing. So st\u00e4nde zum Beispiel in Wahrheit gerade einmal ein Drittel aller K\u00fche auf der Weide, und das Futter stamme zum Gro\u00dfteil nicht von der Wiese, sondern vom Acker. Zudem sei die Weidehaltung auf entw\u00e4sserten Moorb\u00f6den ein besonderer Klimakiller. Spezialfutter k\u00f6nne die Klima-Versprechen ebenfalls nicht einhalten und sei kaum in gro\u00dfem Ma\u00dfstab umsetzbar. Und Milchk\u00fche noch \u201eeffizienter\u201c zu machen sei aus Tierschutzgr\u00fcnden keine L\u00f6sung. Schon jetzt litten durch die Zucht auf immer h\u00f6here Milchleistung rund 40 Prozent der deutschen Milchk\u00fche an schmerzhaften Euterentz\u00fcndungen. Viele Tiere w\u00fcrden durch die enorme t\u00e4gliche Belastung krank und m\u00fcssen fr\u00fchzeitig geschlachtet werden.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDie Milchindustrie betreibt Greenwashing, um Milch als harmloses oder gar klimafreundliches Nahrungsmittel darzustellen und weiter gro\u00dfe Mengen an Milchprodukten zu verkaufen. Dabei liegt die L\u00f6sung f\u00fcr Klima und Tierschutz darin, die Tierhaltung abzubauen und pflanzenbasierte Ern\u00e4hrungsweisen voranzubringen. Daf\u00fcr braucht es jetzt politische Ma\u00dfnahmen\u201c, konstatierte Dr. Friederike Schmitz von Faba Konzepte.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/www.foodwatch.org\/de\/ueber-uns\/team\/annemarie-botzki\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"750\" height=\"751\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/wp-content\/uploads\/sites\/17\/2024\/10\/Annemarie-Botzki-foodwatch.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-951\" title=\"Foto: foodwatch\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Annemarie Botzki ist Campaignerin bei <a href=\"https:\/\/www.foodwatch.org\/de\/startseite\" target=\"_blank\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.foodwatch.org\/de\/startseite\" rel=\"noreferrer noopener\">foodwatch<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.foodwatch.org\/de\/startseite\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"308\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/wp-content\/uploads\/sites\/17\/2024\/01\/2560px-Foodwatch_logo-1024x308.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-862\" style=\"width:271px;height:auto\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/www.foodwatch.org\/fileadmin\/-DE\/Themen\/Tierhaltung\/Dokumente\/2024-10-22_Milchmaerchen-Report.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"599\" height=\"846\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/wp-content\/uploads\/sites\/17\/2024\/10\/2024-10-22_Milchmaerchen-Report-T.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-952\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Der foodwatch-Report &#8222;Milchm\u00e4rchen&#8220; steht <a href=\"https:\/\/www.foodwatch.org\/fileadmin\/-DE\/Themen\/Tierhaltung\/Dokumente\/2024-10-22_Milchmaerchen-Report.pdf\" target=\"_blank\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.foodwatch.org\/fileadmin\/-DE\/Themen\/Tierhaltung\/Dokumente\/2024-10-22_Milchmaerchen-Report.pdf\" rel=\"noreferrer noopener\">\u00fcber diesen Link zum Download als PDF-Datei<\/a> bereit.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Milchlobby arbeitet mit einer Reihe von Behautungen zu ihren Produkten und ihrer Klimafreundlichkeit, <a href=\"https:\/\/www.foodwatch.org\/de\/informieren\/landwirtschaft-tierhaltung\/tierhaltung\/faq-milchmaerchen-1\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">zu denen kurze Klarstellungen \u00fcber diesen Link zur Vef\u00fcgung stehen<\/a>.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Milchindustrie betreibt Greenwashing, um Milch als harmloses oder gar klimafreundliches Nahrungsmittel darzustellen und weiter gro\u00dfe Mengen an Milchprodukten zu verkaufen, zeigt der foodwatch-Report &#8222;Milchm\u00e4rchen&#8220;. 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