{"id":973,"date":"2024-10-30T17:35:59","date_gmt":"2024-10-30T16:35:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/?page_id=973"},"modified":"2024-10-30T17:41:18","modified_gmt":"2024-10-30T16:41:18","slug":"kohle-datenbank-zeigt-produktion-von-kraftwerkskohle-2024-auf-allzeithoch","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/kohle-datenbank-zeigt-produktion-von-kraftwerkskohle-2024-auf-allzeithoch\/","title":{"rendered":"Kohle-Datenbank zeigt: Produktion von Kraftwerkskohle 2024 auf Allzeithoch"},"content":{"rendered":"\n<p><em>2015, im Jahr des Pariser Klimaabkommens, hatten die weltweit installierten Kohlekraftwerke eine Gesamtkapazit\u00e4t von 1.910 Gigawatt, heute sind es 2.126 Gigawatt \u2013 ein Wachstum von \u00fcber elf Prozent. Obwohl die Schwelle zur \u00dcberschreitung der 1,5-Grad-Grenze f\u00fcr die Erhitzung des Planeten bereits gef\u00e4hrlich nahe ist, weigert sich die \u00fcberw\u00e4ltigende Mehrheit der Kohleunternehmen eine Energiewende zu vollziehen. Von den 1.560 Muttergesellschaften und 1.204 Tochtergesellschaften, die auf der internationalen Global Coal Exit List gelistet sind, haben lediglich 124 Unternehmen \u2013 weniger als f\u00fcnf Prozent \u2013 ein Kohleausstiegsdatum \u00fcberhaupt angek\u00fcndigt.<\/em><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"413\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/wp-content\/uploads\/sites\/17\/2024\/10\/241030-NU-urgewald.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-971\" title=\"Foto: Nata Uchava, Freiburg\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>(Berlin, 30. Oktober 2024)<\/strong> Zwei Wochen vor dem Start der Weltklimakonferenz (COP29) in Aserbaidschan ver\u00f6ffentlichen urgewald und 51 weitere NGO-Partner weltweit die <a href=\"https:\/\/www.coalexit.org\/\" target=\"_blank\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.coalexit.org\/\" rel=\"noreferrer noopener\">Global Coal Exit List (GCEL) 2024<\/a>. Die GCEL 2024 nimmt die Gesch\u00e4fte von 1.560 Unternehmen entlang der gesamten Wertsch\u00f6pfungskette f\u00fcr thermische Kohle in den Blick \u2013 von Kohlebergbau \u00fcber Kohlehandel bis hin zur Verbrennung von Kohle in Kraftwerken. Sie ist die umfangreichste \u00f6ffentliche Datenbank zur globalen Kohleindustrie.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDer beispiellose Ausbau Erneuerbarer Energietr\u00e4ger im vergangenen Jahr hat viel Hoffnung f\u00fcr die Energiewende ausgel\u00f6st. Doch unsere Recherche zeigt: W\u00e4hrend Erneuerbare boomen, h\u00e4lt die Kohleindustrie an ihren zerst\u00f6rerischen Gesch\u00e4ften fest. Neun Jahre nach der Unterzeichnung des Pariser Abkommens hat die Produktion von Kraftwerkskohle einen neuen H\u00f6chststand erreicht und der weltweite Kohlekraftwerkspark w\u00e4chst immer noch\u201c, sagt Heffa Sch\u00fccking, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin von urgewald.<\/p>\n\n\n\n<p>2015, im Jahr des Pariser Klimaabkommens, hatten die weltweit installierten Kohlekraftwerke eine Gesamtkapazit\u00e4t von 1.910 Gigawatt (GW). Heute sind es 2.126 GW \u2013 ein Wachstum von \u00fcber 11 Prozent. Sch\u00fccking kommentiert: \u201eK\u00fcnftige Generationen werden nie verstehen, warum diese Branche in den 2020er Jahren weiter expandieren durfte, obwohl die Folgen auf jedem einzelnen Klimagipfel klar benannt wurden.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Entwickler von Kohleminen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>40 Prozent der in der Global Coal Exit List 2024 aufgef\u00fchrten Unternehmen sind \u201eKohleentwickler\u201c: Sie planen die Erschlie\u00dfung neuer Kohleminen, den Bau von Infrastruktur f\u00fcr den Kohletransport oder den Bau von Kohlekraftwerken. Die neue Global Coal Exit List listet 376 Kohleminenentwickler auf, die in 36 L\u00e4ndern neue Projekte zum Abbau von Kraftwerkskohle planen. Der weltweit gr\u00f6\u00dfte Kohleminenentwickler, Coal India, ist gleichzeitig der weltweit gr\u00f6\u00dfte Produzent von Kraftwerkskohle. Insgesamt planen Unternehmen in der Global Coal Exit List den Ausbau von Kohleminen mit einer Gesamtkapazit\u00e4t von mehr als 2.636 Millionen Tonnen pro Jahr (Mtpa). Dies entspricht fast 35 Prozent der heutigen globalen Produktion von Kraftwerkskohle. Auf L\u00e4nderebene sind die gr\u00f6\u00dften Erweiterungen von Kohleminen in<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Indien (947 Millionen Tonnen pro Jahr),<\/li>\n\n\n\n<li>China (873 Millionen Tonnen pro Jahr) und<\/li>\n\n\n\n<li>Australien (201 Millionen Tonnen pro Jahr) geplant.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><strong>Kohlekraftwerksentwickler<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Global Coal Exit List listet 286 Kohlekraftwerksentwickler auf. Sie planen neue Kohlekraftwerke mit einer Gesamtleistung von 579 GW \u2013 was 27 Prozent der aktuellen weltweiten Kohlekraftwerkskapazit\u00e4t entspricht. Der L\u00f6wenanteil dieser neuen Kapazit\u00e4t \u2013 392 GW \u2013 ist in China geplant. Und das, obwohl der Strom aus den Wind- und Solarprojekten des Landes inzwischen genauso viel kostet oder sogar billiger ist als Kohlestrom.<\/p>\n\n\n\n<p>Sch\u00fccking kommentiert: \u201eChina betreibt ein doppeltes Spiel. Das Land baut zwei Drittel aller neuen gro\u00dfen Wind- und Solarkraftwerke weltweit und ist gleichzeitig f\u00fcr 68 Prozent der globalen Neubauvorhaben f\u00fcr Kohlekraftwerke verantwortlich.\u201c Der weltweit gr\u00f6\u00dfte Entwickler von Kohlekraftwerken, die China Energy Investment Group, ist auch der weltweit gr\u00f6\u00dfte Betreiber von Kohlekraftwerken. Das Unternehmen plant, seine gigantische 209-GW-Kohlekraftwerksflotte um weitere 44 GW zu erweitern.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit 92 GW entf\u00e4llt die H\u00e4lfte der au\u00dferhalb Chinas geplanten Kohlekraftwerksprojekte auf Indien. Laut einem <a href=\"https:\/\/edition.cnn.com\/2024\/03\/18\/climate\/air-pollution-report-2023-asia-climate-intl-hnk\/index.html\" target=\"_blank\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/edition.cnn.com\/2024\/03\/18\/climate\/air-pollution-report-2023-asia-climate-intl-hnk\/index.html\" rel=\"noreferrer noopener\">aktuellen Bericht des Luftqualit\u00e4tsdienstleisters IQAir<\/a> befinden sich 83 der 100 am st\u00e4rksten schadstoffbelasteten St\u00e4dte der Welt in Indien. Und <a href=\"https:\/\/www.bmj.com\/content\/383\/bmj-2023-077784\" target=\"_blank\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.bmj.com\/content\/383\/bmj-2023-077784\" rel=\"noreferrer noopener\">eine 2023 im British Medical Journal ver\u00f6ffentlichte Studie<\/a> sch\u00e4tzt, dass die Luftverschmutzung durch fossile Brennstoffe f\u00fcr bis zu 2,18 Millionen zus\u00e4tzliche Todesf\u00e4lle pro Jahr in Indien verantwortlich ist. Kohle ist nicht nur der klimasch\u00e4dlichste fossile Brennstoff \u2013 sie ist auch der t\u00f6dlichste.<\/p>\n\n\n\n<p>Joe Athialy, Direktor des Centre for Financial Accountability in Delhi, sagt: \u201eKohle machte im vergangenen Jahr 74 Prozent der indischen Stromerzeugung aus und ist der Hauptgrund f\u00fcr eine massive Krise der \u00f6ffentlichen Gesundheit in unserem Land. Unsere Wirtschaft braucht eine gerechte und ausgewogene Energiewende auf Grundlage nachhaltiger, dezentraler erneuerbarer Energien, nicht mehr Kohle.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ausstieg aus der Kohle: Regulierung ist entscheidend<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Im Vereinigten K\u00f6nigreich machte Kohle im Jahr 2012 fast 40 Prozent der Stromerzeugung des Landes aus. Die Regierung erh\u00f6hte die Kosten f\u00fcr den Kohlendioxid-Aussto\u00df, f\u00fchrte neue Emissionsgrenzwerte ein, legte ein ehrgeiziges Datum f\u00fcr den Kohleausstieg fest und schuf g\u00fcnstige Bedingungen f\u00fcr den Ausbau erneuerbarer Energien. So wurde Gro\u00dfbritannien in diesem Jahr das erste G7-Land, das die Kohle vollst\u00e4ndig aus seinem Strommix verbannt hat.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend L\u00e4nder wie China, Indien, Russland die T\u00fcrkei weiterhin langfristig auf Kohle setzen, haben \u00fcber 130 L\u00e4nder auf der COP28 in Dubai die \u201eGlobal Renewables and Energy Efficiency Pledge\u201c unterzeichnet. Damit haben sie ihre Absicht bekundet, die Kohleverstromung auslaufen zu lassen und den \u00dcbergang zu erneuerbaren Energien zu beschleunigen.&nbsp; Doch solange solchen Ank\u00fcndigungen keine harten Regulierungsschritte folgen, wird die Kohleindustrie sich kaum bewegen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Lausitz: Verz\u00f6gerter Kohleausstieg in Deutschland<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der tschechische Konzern EPH hat das Braunkohlegesch\u00e4ft n der deutschen Lausitz im Jahr 2016 von Vattenfall \u00fcbernommen. Eine <a href=\"https:\/\/www.bund-sachsen.de\/fileadmin\/sachsen\/Bilder\/Mensch___Umwelt\/Klima___Energie\/2023-04-04_EnergyBrainpool_Studie_Kohleausstieg-Lausitz_EuropeBeyondCoal_BUND.pdf\" target=\"_blank\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.bund-sachsen.de\/fileadmin\/sachsen\/Bilder\/Mensch___Umwelt\/Klima___Energie\/2023-04-04_EnergyBrainpool_Studie_Kohleausstieg-Lausitz_EuropeBeyondCoal_BUND.pdf\" rel=\"noreferrer noopener\">Studie in Auftrag des BUND Sachsen<\/a> ergab, dass ein regionaler Kohleausstieg bis 2030 ohne Versorgungseinbu\u00dfen m\u00f6glich ist . Doch EPH will seine Kohlegesch\u00e4fte lediglich auf das irref\u00fchrenderweise EP Energy Transition benannte Schwesterunternehmen \u00fcbertragen \u2013 eine Dekarbonisierung lediglich auf dem Papier.<\/p>\n\n\n\n<p>Die vorliegende GCEL-Recherche zeigt: EPH hat seine Kohleproduktion von 2023 bis 2024 um rund drei Viertel reduziert, von 40,1 auf nun 11,2 Millionen Tonnen pro Jahr. Seinen Kohleanteil an der Stromerzeugung hat der Konzern mehr als halbiert auf nun 25 Prozent. Der Blick auf das neugegr\u00fcndete Unternehmen EP Energy Transition zeigt, wohin dieses Kohlegesch\u00e4ft gewandert ist: Die Schwestergesellschaft hat eine j\u00e4hrliche Kohleproduktion in H\u00f6he von 41,7 Millionen Tonnen und einen Kohleanteil an der Stromproduktion von 98 Prozent.<\/p>\n\n\n\n<p>EP Energy Transition hat bislang keine Kohleausstiegspl\u00e4ne bis 2030 und k\u00f6nnte sein extrem klimasch\u00e4dliches Braunkohlegesch\u00e4ft noch bis 2038 ausreizen. Aktuell wird der Ort M\u00fchlrose umgesiedelt, um den Weg frei zu machen f\u00fcr weitere Kohle. Als letzter Ort in Sachsen wird er der Kohle geopfert.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>95 Prozent Kohleindustrie ohne Ausstiegsplan<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Obwohl die Schwelle zur \u00dcberschreitung der 1,5-Grad-Grenze bereits gef\u00e4hrlich nahe ist, weigert sich die \u00fcberw\u00e4ltigende Mehrheit der Kohleunternehmen eine Energiewende zu vollziehen. Von den 1.560 Muttergesellschaften und 1.204 Tochtergesellschaften, die auf der GCEL gelistet sind, haben nur 124 Unternehmen \u2013 weniger als 5 Prozent \u2013 ein Kohleausstiegsdatum angek\u00fcndigt.<\/p>\n\n\n\n<p>Viele dieser Kohleausstiegsdaten liegen jedoch viel zu weit in der Zukunft. Laut der Internationalen Energieagentur (IEA) und den Vereinten Nationen ist ein Kohleausstieg in den OECD-L\u00e4ndern bis 2030 und im Rest der Welt bis 2040 erforderlich, um die 1,5-Grad-Grenze einhalten zu k\u00f6nnen. Unternehmen wie KEPCO aus S\u00fcdkorea oder Mitsubishi aus Japan planen erst f\u00fcr 2050 den Ausstieg aus der Kohle \u2013 zwanzig Jahre zu sp\u00e4t.<\/p>\n\n\n\n<p>Von den 124 Unternehmen mit Kohleausstiegspl\u00e4nen haben nur 65 Kohleausstiegsdaten festgelegt, die dem von der IEA festgelegten Zeitrahmen von 2030 beziehungsweise 2040 entsprechen. Es ist au\u00dferdem besorgniserregend, dass die Mehrzahl der Energieversorger, die sich zum Kohleausstieg verpflichtet haben, ihre Kohleverstromung ganz oder teilweise durch fossiles Gas ersetzen wollen.<\/p>\n\n\n\n<p>Insgesamt konnten nur sieben Unternehmen identifiziert werden, die sich an den Pariser Klimazielen orientieren und ihre Kohlekraftwerke vollst\u00e4ndig durch erneuerbare Energien ersetzen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Synergy (Australien)\u00a0<\/li>\n\n\n\n<li>Empresa Electrica Angamos (Chile)\u00a0<\/li>\n\n\n\n<li>Granite Shore Power (USA)<\/li>\n\n\n\n<li>Holy Cross Energy (USA)<\/li>\n\n\n\n<li>Portland General Electric (USA)<\/li>\n\n\n\n<li>Sierra Pacific Power (USA)<\/li>\n\n\n\n<li>Wisconsin Power and Light (USA)<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/globalenergymonitor.org\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/Boom-Bust-Coal-2024.pdf\" target=\"_blank\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.bund-sachsen.de\/fileadmin\/sachsen\/Bilder\/Mensch___Umwelt\/Klima___Energie\/2023-04-04_EnergyBrainpool_Studie_Kohleausstieg-Lausitz_EuropeBeyondCoal_BUND.pdf\" rel=\"noreferrer noopener\">Laut Global Energy Monitor wurden im Jahr 2023 nur 21 GW an Kohlekraftwerkskapazit\u00e4t stillgelegt<\/a>. Um die von der IEA gesetzten Fristen einzuhalten, m\u00fcssten jedoch in den n\u00e4chsten 17 Jahren durchschnittlich 126 GW pro Jahr stillgelegt werden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Finanzindustrie: Gemischte Signale zum Kohleausstieg<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Banken und Investoren haben einen Gro\u00dfteil des Kapitals bereitgestellt, das das enorme Wachstum der Kohleindustrie in den vergangenen Jahrzehnten erm\u00f6glicht hat. Ebenso hat die Finanzwelt die Macht, den weltweiten Ausstieg aus der Kohle zu beschleunigen. Dies erfordert jedoch klare Richtlinien f\u00fcr einen raschen Ausstieg aus der Kohlefinanzierung und -investition.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Jahr 2015 schuf der staatliche Norwegische Pensionsfonds einen weltweiten Pr\u00e4zedenzfall, als er Unternehmen mit einem Kohleumsatz von \u00fcber 30 Prozent aus seinem Portfolio ausschloss. Doch seitdem hat der Verwalter des Pensionsfonds, NBIM, keine Ambitionen gezeigt, weitere Schritte in Richtung eines Kohleausstiegs zu unternehmen. Viele andere gro\u00dfe europ\u00e4ische Investoren haben ihre Richtlinien in dieser Zeit weiter verbessert und wenden nun viel strengere Schwellenwerte an als Norwegens Pensionsfonds. Die Versicherungsgesellschaften AXA und Munich Re schlie\u00dfen beispielsweise alle Unternehmen mit einem Kohleumsatz von \u00fcber 15 Prozent von Investitionen aus.<\/p>\n\n\n\n<p>Die d\u00e4nische Danske Bank, die schwedische Handelsbanken und der norwegische Verm\u00f6gensverwalter KLP schlie\u00dfen Unternehmen mit einem Kohleumsatz von \u00fcber f\u00fcnf Prozent aus. Bis heute haben 89 Finanzinstitutionen Kohleausstiegsdaten eingef\u00fchrt, die sich an den Pariser Klimazielen ausrichten, und machen ihre Portfolios Schritt f\u00fcr Schritt kohlefrei.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Mehr Geld f\u00fcr die Kohle von Banken aus USA und Kanada<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Einige Banken haben ihre Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Kohleindustrie in den letzten Jahren sogar noch erh\u00f6ht. <a href=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/finanz\/geschaeftsbanken-stecken-tief-in-der-kohlefinanzierung\/\" target=\"_blank\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/finanz\/geschaeftsbanken-stecken-tief-in-der-kohlefinanzierung\/\" rel=\"noreferrer noopener\">Der urgewald-Bericht \u201eStill Banking on Coal\u201c von Mai 2024<\/a> zeigt:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Die Bank of America stellte der Kohleindustrie im Jahr 2023 30 Prozent mehr Geld zur Verf\u00fcgung als noch im Jahr 2016 \u2013 das Jahr, in dem das Pariser Klimaabkommen in Kraft trat.<\/li>\n\n\n\n<li>Die US Bancorp erh\u00f6hte ihre Unterst\u00fctzung f\u00fcr den Kohlesektor im gleichen Zeitraum um 39 Prozent,<\/li>\n\n\n\n<li>PNC Financial Services um 79 Prozent,<\/li>\n\n\n\n<li>Royal Bank of Canada um 27 Prozent,<\/li>\n\n\n\n<li>Toronto Dominion um 90 Prozent und<\/li>\n\n\n\n<li>BMO um 138 Prozent.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><strong>Gr\u00f6\u00dfte Kohlebanken in Deutschland, \u00d6sterreich und der Schweiz<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Im europ\u00e4ischen Feld f\u00e4llt die Schweizer Gro\u00dfbank UBS vergleichsweise positiv auf: Sie hat ihr Kohlefinanzierungsvolumen im Zeitraum 2016 bis 2023 stark zur\u00fcckgefahren, um 77 Prozent auf 516 Millionen US-Dollar (2023). Sie bleibt dennoch mit Abstand gr\u00f6\u00dfter Kohlefinanzierer der Schweiz.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch der gr\u00f6\u00dfte Kohlefinanzierer \u00d6sterreichs, die Erste Bank, hat sein Finanzvolumen f\u00fcr die klimasch\u00e4dliche Industrie im Jahresvergleich 2016 und 2023 deutlich zur\u00fcckgefahren, um 50 Prozent auf 36 Millionen US-Dollar (2023).<\/p>\n\n\n\n<p>Ganz anders die Deutsche Bank: Der gr\u00f6\u00dfte Kohlefinanzierer Deutschlands hat sein Finanzierungsvolumen f\u00fcr die Industrie in etwa auf gleichem Niveau gehalten. Im Jahr 2016 unterst\u00fctzte die Deutsche Bank Kohleunternehmen mit 693 Millionen US-Dollar, im Jahr 2023 mit 664 Millionen US-Dollar (-4 Prozent).<\/p>\n\n\n\n<p>Sch\u00fccking kommentiert: \u201eFinanzaufsichtsbeh\u00f6rden wie EZB, BaFin, FMA und FINMA m\u00fcssen endlich konsequent die Klimaauswirkungen der Kohlefinanzierung in die Beurteilung von Banken einflie\u00dfen lassen. Weiterhin Geld in die Kohle zu stecken, ist der sicherste Weg, das Finanzsystem zu destabilisieren und unseren Planeten unbewohnbar zu machen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u00dcber die Global Coal Exit List (GCEL)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die GCEL wurde erstmals 2017 ver\u00f6ffentlicht und wird seitdem jeden Herbst aktualisiert. Die Datenbank umfasst<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>alle Kohleentwickler (mit Expansionsvorhaben in Bereichen wie Kohlekraftwerke, Kohleminen und Kohleinfrastruktur),<\/li>\n\n\n\n<li>die gr\u00f6\u00dften Betreiber von Kohlekraftwerken (mehr als 5 GW installierte Leistung) sowie die gr\u00f6\u00dften Bergbauunternehmen f\u00fcr thermische Kohle (mehr als 10 Mtpa),<\/li>\n\n\n\n<li>au\u00dferdem alle Unternehmen, die mehr als 10 Prozent ihrer Stromerzeugung oder ihres Umsatzes aus Kohle generieren.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Investoren, die ein Verm\u00f6gen von fast 20 Billionen US-Dollar repr\u00e4sentieren, wenden derzeit eines oder mehrere dieser drei Divestment-Kriterien der GCEL an, um Kohleunternehmen aus ihren Portfolios auszuschlie\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Mitver\u00f6ffentlichende NGO-Partner der Global Coal Exit List 2024 neben urgewald:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>AbibiNsroma Foundation (Ghana), ActionAid Denmark, African Climate Reality Project, Arayara (Brasilien), Asian Peoples Movement on Debt and Development (APMDD), Attac \u00d6sterreich, Auriga (Indonesien), Bangladesh Working Group on Ecology and Development (BWGED), BankTrack (Niederlande), BlackRock&#8217;s Big Problem, Center for Energy, Ecology, and Development (CEED) (Philippinen), Centre for Environmental Rights (S\u00fcdafrika), Centre for Financial Accountability (Indien), CHANGE VN (Vietnam), Climate Action Network (CAN) Europe, Comit\u00e9 Nacional de Lucha Contra el Cambio Clim\u00e1tico (CNLCC) (Dominican Republic), Ecodefense (Russland), Environics Trust (Indien), Facing Finance (Deutschland), Fair Finance International, FairFin (Belgien), Freedom from Debt Coalition (Philippinen), Friends of the Earth (FoE) Japan, Fundacja \u201eRTON\u201d (Polen), Global Energy Monitor, Green America (USA), Green Innovation and Development Centre (GreenID) (Vietnam), Growthwatch (Indien), Indian Social Action Forum (INSAF), Japan Center for a Sustainable Environment and Society (JACSES), Justi\u00e7a Ambiental (JA!) (Mosambik), Kiko Network (Japan), Korea Federation for Environmental Movements (KFEM), Les Amis de la Terre (Frankreich), Life After Coal (S\u00fcdafrika), Philippine Movement for Climate Justice, Power for People Coalition (Philippinen), Rainforest Action Network (USA), Reclaim Finance (Frankreich), ReCommon (Italien), Solutions for Our Climate (S\u00fcdkorea), Stand.earth (Kanada), The PRAKARSA (Indonesien), The Sunrise Project, WALHI (Indonesien), WAV (Schweiz), Women for Green Economy Movement Uganda, Zambia Climate Change Network, 350, 350 Ghana Reducing Our Carbon, 350 Japan.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/www.urgewald.org\/team\/heffa-schuecking\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"462\" height=\"308\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/wp-content\/uploads\/sites\/17\/2022\/04\/Heffa-Schuecking.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-621\" title=\"Foto: urgewald\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Heffa Sch\u00fccking ist Gr\u00fcnderin und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin von <a href=\"https:\/\/www.urgewald.org\/\" target=\"_blank\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.urgewald.org\/\" rel=\"noreferrer noopener\">urgewald<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.urgewald.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"280\" height=\"144\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/wp-content\/uploads\/sites\/17\/2018\/11\/urgewaldLogo.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-101\" style=\"width:246px;height:auto\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>2015, im Jahr des Pariser Klimaabkommens, hatten die weltweit installierten Kohlekraftwerke eine Gesamtkapazit\u00e4t von 1.910 Gigawatt, heute sind es 2.126 Gigawatt \u2013 ein Wachstum von \u00fcber elf Prozent. Obwohl die Schwelle zur \u00dcberschreitung der 1,5-Grad-Grenze f\u00fcr die Erhitzung des Planeten bereits gef\u00e4hrlich nahe ist, weigert sich die \u00fcberw\u00e4ltigende Mehrheit der Kohleunternehmen eine Energiewende zu vollziehen. Von den 1.560 Muttergesellschaften und 1.204 Tochtergesellschaften, die auf der internationalen Global Coal Exit List gelistet sind, haben lediglich 124 Unternehmen \u2013 weniger als f\u00fcnf Prozent \u2013 ein Kohleausstiegsdatum \u00fcberhaupt angek\u00fcndigt.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":9,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-973","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/973","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=973"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/973\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":977,"href":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/973\/revisions\/977"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/klima\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=973"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}