{"id":66,"date":"2021-08-15T18:58:16","date_gmt":"2021-08-15T16:58:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/medien\/?page_id=66"},"modified":"2021-08-15T18:58:17","modified_gmt":"2021-08-15T16:58:17","slug":"klemens-peterhoff-sie-nennen-mich-einen-katholischen-muslim-die-geschichte-einer-suche","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/medien\/klemens-peterhoff-sie-nennen-mich-einen-katholischen-muslim-die-geschichte-einer-suche\/","title":{"rendered":"Klemens Peterhoff: Sie nennen mich einen katholischen Muslim \u2013 Die Geschichte einer Suche"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist ein ungew\u00f6hnliches Buch \u00fcber eine interessante religi\u00f6se Existenz. Der Autor war Jesuit, trat wegen einer Frau aus dem Orden aus, war ein, wie er schreibt, \u201egem\u00e4\u00dfigter Atheist\u201c. Er studierte P\u00e4dagogik und Psychologie und war Hochschullehrer in Augsburg. 1983 wurde er Muslim. Aber nicht irgendein Muslim, sondern ein sufischer Muslim als Mitglied der Burhanyia, &nbsp;einer Sufi-Gemeinschaft, die weltweit 10 Millionen Mitglieder z\u00e4hlt, ihren Sitz in Khartum hat und auch in M\u00fcnchen pr\u00e4sent ist. Das Buch hei\u00dft:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Klemens Peterhoff \u201eSie nennen mich einen katholischen Muslim \u2011 Die Geschichte einer Suche\u201c, G\u00fctersloher Verlagshaus 2021, 303 Seiten, 22,00 Euro.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Autor ist mitnichten ein Renegat, der verbrennt, was er angebetet hat und anbetet, was er verbrannt hat. Er bleibt im Herzen Katholik in dem Sinne, dass er die Atmosph\u00e4re katholischer Fr\u00f6mmigkeit ebenso liebt wie die Botschaft des undogmatisch verstandenen Jesus. F\u00fcr ihn gibt es keinen Konflikt zwischen Jesus und Mohammed. Das ist im \u00fcbrigen echt islamisch. Denn f\u00fcr den Islam ist Jesus einer der gro\u00dfen Offenbarungsboten Gottes. Es ist vor allem echt sufisch. Denn wenn man die Religion einteilt in die drei Felder Lehre und Autorit\u00e4t; Gesetz und Ordnung und Begegnung mit Gott in Gemeinschaft, Meditation und Gebet, steht das Sufitum auf dem dritten Feld. Die Sufis sind weitgehend unabh\u00e4ngig von der verfassten Religion und werden deshalb von der Obrigkeit vielfach mit Misstrauen beobachtet. Umgekehrt ist den Sufis Fundamentalismus, Fanatismus und politischer Islam fremd. Im \u00fcbrigen hat Jesus f\u00fcr sie einen sehr hohen Stellenwert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das dr\u00fcckt sich auch aus in dem ungew\u00f6hnlich klingenden, aber eigentlich selbstverst\u00e4ndlichen Satz, dass man nicht gegen Jesus Muslim sein k\u00f6nne. Nat\u00fcrlich kann man das nicht. Denn Jesus ist einer der gro\u00dfen Boten Gottes im Koran.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Man lernt in dem Buch sehr viel dar\u00fcber was liberaler, fr\u00f6mmigkeitsorientierter Islam sein kann wie er von den Sufigemeinschaften, den Tariqua, gepflegt wird. Der Leser lernt was ein liberaler Islam nach Sufi-Art f\u00fcr einen westlich orientierten Menschen bedeuten kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Autor lehnt in beiden Religionen Fanatismus, politischen Anspruch, Gesetzlichkeit, Setzung des Glaubens \u00fcber die Menschlichkeit ab. Er findet als Gemeinsames in beiden die Liebe, die Achtung, die Menschenrechte und auch hier wiederum in unterschiedlichen Formen vor allem bei Sufis und auch im Christentum die unmittelbare Begegnung mit Gott im Offensichtlichen. Das hei\u00dft in der Liebe, in der Achtung des Menschen und in der meditativen Gottesbegegnung. Die Sch\u00f6nheit findet er bei den Christen in der Kirchenmusik, bei den Muslimen in der Rezitation des Koran und bei beiden Religionen in der Architektur.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es wird oft gesagt, der Islam habe keine Aufkl\u00e4rung durchlaufen. Das ist richtig. Aber der Islam der Sufis mit seiner unmittelbaren Fr\u00f6mmigkeit steht au\u00dferhalb der Aufkl\u00e4rung oder Nicht-Aufkl\u00e4rung. Das gilt auch f\u00fcr den Autor. Er ist sicher ein aufgekl\u00e4rter Westler und durch ihn sehen wir auf den Sufismus in seiner undogmatischen Unmittelbarkeit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Zugabe im Buch sind zehn Seiten mit Erl\u00e4uterungen islamischer und sufischer Begriffe.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Helmut Falkenst\u00f6rfer.<\/em><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"has-subtle-light-gray-background-color has-background\"><tbody><tr><td width=\"25%\"><a href=\"https:\/\/www.penguinrandomhouse.de\/Buch\/Sie-nennen-mich-einen-katholischen-Muslim\/Klemens-Peterhoff\/Guetersloher-Verlagshaus\/e570308.rhd\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img decoding=\"async\" title=\" \" width=\"180\" class=\"aligncenter wp-image-313\" src=\"https:\/\/www.sinn-schaffen.de\/medien\/wp-content\/uploads\/sites\/21\/2021\/08\/KathMusl-T.jpg\" alt=\"\"><\/a><\/td><td width=\"75%\"><a href=\"https:\/\/www.penguinrandomhouse.de\/Buch\/Sie-nennen-mich-einen-katholischen-Muslim\/Klemens-Peterhoff\/Guetersloher-Verlagshaus\/e570308.rhd\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Klemens Peterhoff \u201e&#8220;Sie nennen mich einen katholischen Muslim \u2013 Die Geschichte einer Suche&#8220;, G\u00fctersloher Verlagshaus 2021, 303 Seiten, 22,00 Euro.<\/a><\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist ein ungew\u00f6hnliches Buch \u00fcber eine interessante religi\u00f6se Existenz. 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