Bundesweite Aktion „Das Große Gespräch“: Sprechen und Zuhören statt Polarisierung

(Berlin, 28. September 2026) Während der öffentliche Ton rauer wird, verabreden sich in diesem Herbst überall in Deutschland Menschen, um einander zuzuhören. Von Anfang Oktober bis Anfang November 2026 finden rund 100 Veranstaltungen statt. In Volkshochschulen, Schulen, Vereinen, Unternehmen, Kirchengemeinden, Nachbarschaftszentren und kommunalen Einrichtungen kommen Menschen zusammen, um sich einer gemeinsamen Frage zu widmen:

Was bedeutet Heimat für mich, für uns, für Deutschland?

Das Thema Heimat berührt Menschen, die tief verwurzelt sind, ebenso wie jene, die in der Fremde leben oder nirgends ganz angekommen sind. Was macht aus einem Land ein Zuhause? Und wie können wir uns über einen zentralen Begriff des Zusammenlebens austauschen, zu dem so viele Menschen so viele unterschiedliche Perspektiven, Erinnerungen und Gefühle haben?

Drei ausgewählte Termine

  • 3. Oktober: Am Tag der deutschen Einheilt lädt die Sprechen & Zuhören-Gruppe Marburg in Kooperation mit der Stadt zum Gespräch im Kultur- und Bildungszentrum der Moschee ein. Start ist um 10.30 Uhr. Direkt im Anschluss öffnet die islamische Gemeinde ihre Türen zum ebenfalls bundesweit stattfindenden Tag der offenen Moschee.
  • 9. Oktober: Die Lauterbacher Initiative für Demokratie organisiert von 15 bis 18 Uhr ein Großes Gespräch im Saal des Posthotel Johannesberg in Lauterbach. Die im Jahr 2023 gegründete Initiative will gerade junge Menschen mit Migrationshintergrund motivieren, sich im gesellschaftlichen Leben zu engagieren und darüber ins Gespräch kommen, „wo es hapert”.
  • 25. Oktober: Im Dresdner Staatsschauspiel findet das Gespräch als Auftakt der „Heimatgespräche“ statt. Damit möchte die Dialogreihe Bewohner*innen zum Austausch einladen, die nicht nur geographisch weit auseinanderliegen. Beginn ist 19.30 Uhr.

Das Ziel der Dialogreihe ist, Erfahrungen und Perspektiven hörbar zu machen, die in öffentlichen Debatten oft zu wenig Raum finden. Sofern die Teilnehmenden zustimmen, werden zentrale Erkenntnisse anonymisiert dokumentiert und in einer gemeinsamen Gesprächslandkarte zusammengeführt. Aus allen lokalen Gesprächen entsteht ein bundesweites Stimmungsbild, dessen Ergebnisse am 17. November 2026 in einer öffentlichen Online-Veranstaltung vorgestellt werden.

Bei den Veranstaltungen kommt das Dialogformat Sprechen & Zuhören zum Einsatz. Es geht ausdrücklich nicht darum, andere von der eigenen Meinung zu überzeugen. Die Teilnehmer*innen teilen ihre persönlichen Erfahrungen und hören einander zu, ohne Widerrede, ohne Debatte.

Die Reihe richtet sich an Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen und politischen Haltungen, auch an jene, die bisher selten an Beteiligungsformaten teilnehmen oder sich in öffentlichen Debatten kaum wiederfinden. Die Veranstaltungen sind überparteilich und ergebnisoffen.

In einer Zeit, in der gesellschaftlicher Zusammenhalt zunehmend auf die Probe gestellt wird, möchte „Das Große Gespräch“ zeigen, dass Verständigung dort beginnt, wo Menschen einander zuhören.

Informationen über die Initiatoren & Anmeldelink:

Projekt Sprechen&Zuhören

Initiative Offene Gesellschaft