CORRECTIV startet Crowdrecherche zur Aufklärung der AfD-Spendenaffäre

 

(Essen, 18. Juni 2019) Das gemeinnützige Recherchezentrum CORRECTIV startet am Dienstag, 18. Juni 2019, eine CrowdNewsroom-Recherche zur Spendenaffäre der AfD: „Deutschland sucht den Deutschland-Kurier“. Bürgerinnen und Bürger können auf der Plattform eintragen, wo und wann sie in den vergangenen Jahren die AfD-nahen Zeitungen Deutschland-Kurier und Extrablatt in ihrem Briefkasten fanden.

Der CrowdNewsroom ist unter correctiv.org/deutschlandkurier zu erreichen.

Die beiden Zeitungen riefen vor verschiedenen Wahlkämpfen zur Wahl der AfD auf. Bisher bestreitet die Partei, in die Erstellung und Verteilung involviert gewesen zu sein. Aktuelle Recherchen von CORRECTIV und Frontal21 weisen jedoch darauf hin, dass Parteimitglieder in Absprache mit AfD-Funktionären den Deutschland-Kurier in Essen und Duisburg verteilten.

„Mit den punktuellen Aufdeckungen kommen wir hier nicht weiter“, sagte Publisher David Schraven, „Wir müssen wissen, wie es deutschlandweit ausschaut. Mit der Crowdrecherche wollen wir erfahren, wer den Deutschland-Kurier wo in die Briefkästen steckte.“

Der CrowdNewsroom ist eine von CORRECTIV entwickelte Plattform, auf der Redaktionen gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern recherchieren können. CORRECTIV setzte die Plattform zuletzt in einer Recherche-Serie über den deutschen Immobilienmarkt ein, etwa in den Projekten „Wem gehört Hamburg?“ oder „Wem gehört Berlin?“.

CORRECTIV recherchiert seit zwei Jahren über die Werbekampagnen, mit denen der Verein zur Erhaltung der Rechtsstaatlichkeit und die Schweizer Werbeagentur Goal AG die AfD unterstützten. Dazu zählten Plakataktionen in Wahlkämpfen sowie die massenhafte Verteilung Deutschland-Kurier und Extrablatt. Vereine dürfen in Deutschland für Parteien werben, jedoch darf dies nicht in Abstimmung mit der Partei geschehen. Sonst muss eine Partei die Zuwendungen in ihren Rechenschaftsberichten angeben.

Eine gemeinsame Recherche mit dem ZDF-Magazin Frontal21 über Plakataktionen für zwei AfD-Politiker führte bereits zu einer Strafzahlung an die Bundestagsverwaltung in Höhe von 400.000 Euro.