Save the Children: Kinderschutz darf in der Corona-Krise nicht vergessen werden

 

(Berlin, 25. März 2020) Die Corona-Krise wird insbesondere für Kinder aus benachteiligten, bildungsfernen oder instabilen Haushalten zur Belastung. Bildung, Versorgung und Schutz von Kindern sind wegen der Ausgangsbeschränkungen unterschiedlich stark eingeschränkt. Existenzängste, räumliche Enge und fehlende Unterstützung im Alltag führen zu einem erhöhten Risiko häuslicher Gewalt – Kinder würden dabei vermehrt zu Beobachtern und Opfern.

„Der Staat muss alles Nötige tun, damit die Corona-Krise nicht auch noch zu einer Krise für Kinder wird“, fordert Susanna Krüger, Vorstandsvorsitzende von Save the Children Deutschland. „Die Maßnahmen, die gegen die Ausbreitung von COVID-19 getroffen wurden, sind notwendig und richtig. Aber sie treffen vernachlässigte Kinder aus armen Familien besonders hart. Diese Mädchen und Jungen brauchen Unterstützung aus allen Teilen der Gesellschaft. Kinderschutz geht alle an! Wir dürfen Kinder und ihre Familien jetzt nicht allein lassen.“

Gefährdet ist vor allem die Grundversorgung dieser Kinder. Viele von Armut betroffene Kinder sind auf die tägliche Mahlzeit angewiesen, die sie in den Schulen und Kitas erhalten. Kinder und Eltern fühlen sich allein, denn viele soziale Einrichtungen müssen ihre Arbeit einschränken oder einstellen. Für Familien ohne soziales Netzwerk ist der Alltag so rund um die Uhr nicht zu bewältigen.

„Für Kinder, die von Missbrauch und Gewalt betroffen sind, ist die Isolation zu Hause das Schlimmste, was ihnen passieren kann. Sie können der Situation jetzt nicht mehr entfliehen“, sagt Susanna Krüger.

Save the Children fordert, dass alles Notwendige getan werden muss, um das Recht auf Schutz auch in Krisenzeiten zu gewährleisten. Jugendämter, Beratungsstellen und Kinderärzte müssen ihre Arbeit aufrechterhalten, da sie mitunter die einzigen Einrichtungen sind, die bei Kindeswohlgefährdung eingreifen können. Schnelle Hilfe schaffen Krisentelefone, die bei Überforderungen und Eskalationen im Alltag unterstützen und weitervermitteln. Wichtig ist auch, die Kinder selbst zu erreichen – eine altersgerechte Ansprache in sozialen Medien ist dafür der Schlüssel. Alle Unterstützungsmaßnahmen müssen deshalb sobald wie möglich digital zugänglich sein.

„Die Corona-Krise darf auch nicht dazu führen, dass sich die Bildungsmisere in Deutschland noch weiter zuspitzt. Es muss alles getan werden, damit alle Kinder mitgenommen werden und Zugang zu Bildungsangeboten erhalten. Nicht alle Eltern sind in der Lage ihren Kindern den Unterrichtsstoff selbst beizubringen – vor allem, wenn sie sich durch die Krise in ihrer Existenz gefährdet sehen“, betont Susanna Krüger.