Politik gibt ungenügende Antworten auf den globalen Hunger

 

(Berlin, 2. April 2019) Der diesjährige „Globale Bericht über Nahrungsmittelkrisen“ des Informationsnetzwerks Ernährungssicherung zeigt, dass 2018 mehr als 113 Millionen Menschen in 53 Ländern akut an Hunger litten und auf Hilfen zur Ernährungs- und Existenzsicherung angewiesen waren. Die Agrarexpertin Marita Wiggerthale von der Hilfs- und Entwicklungsorganisation Oxfam kommentiert: „Der diesjährige „Globale Bericht über Nahrungsmittelkrisen“ prognostiziert, dass Konflikte und Instabilität weiterhin Unterernährung verstärken und Ernährungssicherheit verhindern werden. Förderprogramme und Politik vernachlässigen ausgerechnet die Menschen, die am stärksten von Nahrungsmittelkrisen betroffen und chronisch unterernährt sind: Kleinbäuerinnen und Kleinbauern in armen Ländern. Dabei tragen Frauen die Hauptlast wenn es um die Ernährung der Familie geht. Wer Nahrungsmittelkrisen verhindern will, muss daher ihre politischen Ursachen bekämpfen und eine soziale und ökologische Neuorientierung in der Landwirtschaft vorantreiben. Die Landwirtschaft und der ländliche Raum sind die entscheidende Absicherung für von Nahrungsmittelkrisen betroffene Menschen.“

„Die Bundesregierung muss außerdem konsequent die menschenrechtlichen Risiken ihrer Handels- und Klimapolitik sowie ihrer Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft in der Entwicklungspolitik prüfen. Kleinbäuerliche Produzenten in armen Ländern werden vom Markt gedrängt und ihre Lebensgrundlagen bedroht. Diese Entwicklung wird durch die Klimakrise verstärkt. Ernte- und Einkommensverluste von kleinbäuerlichen Betrieben in armen Ländern sind die Folge. Die Bundesregierung muss alles daran setzen, diese Entwicklung aufzuhalten. Ein menschenrechtsbasierter Ansatz ist der einzige Schlüssel zur Hungerbekämpfung und zur Vermeidung von Nahrungsmittelkrisen.“