Die Kolumne von Hans-Jochen Luhmann (Juli 2026)
1. Einführung
Deutschland hat die Entscheidung getroffen, die stärksten Streitkräfte in Europa aufzubauen. Das ist ein gefährliches Unterfangen. Streitkräfte nämlich sind ein Mittel der Gewaltanwendung. Der Umgang mit Mitteln der Gewalt hat mental vorbereitet zu sein. Er hat nämlich gesteuert zu sein von Verstand und Vernunft. Wir leben in einer arbeitsteiligen Gesellschaft. Die Vernünftigkeit schon des Programms, die stärksten Streitkräfte in Europa aufbauen zu wollen, bemisst sich an der Unterlegung dieses Ziels mit dem Aufbau eines Netzwerks sicherheitspolitischer Institute. Daran mangelt es in Deutschland – auf EU-Ebene ist es nicht anders. Die Politik in Deutschland macht den Versuch, sich hinsichtlich der informierten Beratung über Optionen für den Einsatz der enormen Gewaltmittel, welche sie sich zu verschaffen im Begriff ist, allein vom Gewaltträger selbst, seiner Armee beziehungsweise dem gerade im Entstehen begriffenen militärisch-ökonomischen Komplex, abhängig zu machen. Wie unvernünftig!
Deutlich wird dieser Mangel durch Vergleich. Was hier im Folgenden dargestellt wird, basiert auf und ist eine Lektüre-Empfehlung einer rund 60-seitigen Analyse aus dem Pariser Think Tank „French Institute of International Relations“ (Ifri). Es handelt sich erstens um eine analytische militärstrategische Darstellung der gemeinsamen Operation der USA und Israels gegen den Iran unter den Namen „Epic Fury“ beziehungsweise „Roaring Lion“ (EF/RL); und zweitens werden aus dieser Analyse Schlüsse gezogen für das erforderliche Fähigkeitsspektrum europäischer Luftstreitkräfte – unter der doppelten Voraussetzung, dass
- man sich auf die Solidarität der USA selbst in der Lieferung wichtiger Güter nicht länger verlassen mag;
- und doch aber das Kriegsführungskonzept, welches die USA mit Israel zusammen im jüngsten Iran-Krieg vorexerziert haben, imitieren will.
Blickt man auf Deutschland, so muss man feststellen: Ein solches Lehren-Ziehen ist aus hiesigen Federn unmöglich, die erforderliche Kompetenz dafür ist schlicht nicht vorhanden. Die hiesigen sicherheitspolitischen Institute sind nicht so aufgestellt, dass sie Vergleichbares vermöchten. Sie sind zum Teil überakademisiert, die große und erfolgreiche Ausnahme davon ist die bundeseigene Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP), der aber mangelt es ausgerechnet an solider militärischer Kompetenz.
2. Das Luftüberlegenheits-Konzept des Iran-Krieges Februar 2026: Ein Aufsatteln auf „Midnight Hammer“
Die Ifri-Darstellung stellt stark auf den Luftkampf ab. Sie lässt einen zögern, bei dem gemeinsamen Angriff von Israel und den USA, der am 28. Februar 2026 gestartet wurde, von einem (neuerlichen) Krieg gegen den Iran zu sprechen. Rechtlich gesehen mag das so sein oder auch nicht – nach US-Einschätzung befinden sich die USA seit Jahrzehnten mit dem Iran in einem „andauernden bewaffneten Konflikt“, der Schlag von 28. Februar 2026 war deshalb für sie kein Beginn eines „Angriffskrieges“ im Sinne von Art. 51 UN-Charta. Die deutsche Bundesregierung hat angekündigt, ihre rechtliche Einschätzung nach Prüfung der US-amerikanischen Position kundzutun, hat dies aber bislang nicht getan.
Militärisch ist es korrekter, die Serie der drei Angriffe im Oktober 2024 (Ermordung des Hamas-Führers Ismail Haniyya in Teheran, des Hisbollah-Führers Hassan Nasrallah und des Generals der Islamischen Revolutionsgarde Abbas Nilforoushan durch Fernwirkmittel), im Juni 2025 („Midnight Hammer“) und den jüngsten als eine Einheit zu sehen. Die Aktion EF/RL ist so gesehen als eine fortführende Phase innerhalb einer zusammengehörigen Kampagne zu betrachten, die bereits seit April 2024 läuft und mehrere Phasen der „Formung des Gefechtsfelds durch Luftschläge“ umfasst.
Die Einheit zeigt sich mit Blick auf den Erfolg, die Luftabwehr des Iran zu dezimieren, wenn nicht zu neutralisieren. Die Luftabwehr (des Iran) besteht aus zwei beziehungsweise drei Teilen:
- Jagdflugzeugen (darüber verfügte der Iran in weiser Voraussicht fast nicht);
- Boden-Luft-Systemen (SAMs), vor allem mobilen;
- den „Augen“ dazu, das sind Radaranlagen.
ii) und iii) bilden zusammen Irans Integriertes Luftverteidigungssystem (IADS). Solche Systeme sind hergestellte Infrastruktur, sind sie einmal zerstört, so erfordert ihre Wiederherstellung Zeit. Das bedeutet zusammengenommen: Die Angriffe im Oktober 2024 und insbesondere im Juni 2025 hatten den Iran bereits weitgehend seines Schutzes gegen Luftangriffe beraubt, ihn sehr vulnerabel gemacht. In der Kampagne ab 28. Februar 2026 die Luftüberlegenheit auf dem Gefechtsfeld wieder zu erlangen, war für Israel und die USA weit weniger aufwändig als es gewesen wäre, wenn es die vorausgehenden Schläge nicht gegeben hätte. Die Luftüberlegenheit im Iran erlaubte es im Ergebnis den Luftstreitkräften der Verbündeten, beliebige Objekte auszuschalten, wie es den jeweiligen Kriegszielen entsprach.
3. Konzept und Verlauf des Krieges
Die koordinierten Operationen „Roaring Lion“ (RL) und „Epic Fury“ (EF) gegen die Islamische Republik Iran dauerten 40 Tage an. In deren Verlauf wurden bei fast 19.000 Einsätzen rund 24.000 Ziele angegriffen – ohne nennenswerte Bodenkämpfe und ohne nennenswerten bewaffneten Widerstand im Inneren des Iran.
Mit dieser Unternehmung haben Israel und die Vereinigten Staaten (USA) erstmals seit 1945 die Option einer maximalistischen Wirkung von Luftstreitkräften einem Realitätstest unterzogen – getestet wurde die Erwartung, allein durch Luftangriffe ein bedeutendes Regionalregime zu Fall bringen zu können.
Das Unterfangen verfehlte sein zentrales politisches Ziel. Der Waffenstillstand vom 8. April 2026 spiegelt eine implizite Zurückschraubung der US-amerikanisch-israelischen Ambitionen wider. Dennoch lässt sich die Kampagne nicht als völliger Fehlschlag abtun. Militärisch gesehen demonstrierte ihre Durchführung eine beispiellose Beherrschung der Luftkriegsführung über mehrere Operationslinien hinweg. Angesagt ist eine sorgfältige Analyse der Fähigkeiten und strukturellen Grenzen moderner Luftstreitkräfte.
Die Strategie der Koalition zielte auf einen Regimewechsel durch „Enthauptung“ (Decapitation) der Führung; gestützt wurde diese Erfolgserwartung vermutlich durch eine Art Hochmut, die durch Erfolge der Operationen „Midnight Hammer“ (Juni 2025) und „Absolute Resolve“ (Januar 2026 in Venezuela) genährt worden war. Die Lehrsätze der klassischen Luftkriegstheorie wurden angesichts dessen beiseite geschoben, stattdessen stützte man sich auf eine spezifisch israelische strategische Kultur: Die bevorzugt eine Eliminierung auf Top-Ebene vor Neutralisierung von militärischen Fähigkeiten und gab bei der Zielauswahl nachrichtendienstlich gestützten Quellen den Vorrang. Diese strategische Kultur basiert auf der Weiterentwicklung der israelischen Luftwaffe (Heyl Ha’Avir) seit dem Schock des Libanonkriegs 2006, das heißt seit rund zwanzig Jahren. Elemente waren: ‚industrialisierte‘ dynamische Zielbekämpfung, durch künstliche Intelligenz (KI) unterstützte Kill Chains, eine Vervierfachung der Einsatzfrequenz sowie eine größere Reichweite durch die F-35I „Adir“, also die F-35-Variante, die mit israelischem elektronischen Kriegsführungssystem und eigenen radar-geführten Luft-Luft-Raketen ausgestattet ist.
Der Verlauf der militärischen Kampagne im Iran wurde aber nicht allein vom Kriegsführungskonzept der Koalition bestimmt, sondern auch von der iranischen Gegenstrategie. Die Auftaktphase, bestehend aus drei Elementen (Führungsenthauptung, Luftherrschaft, präventive Entwaffnung), wurde mit außergewöhnlicher Präzision durchgeführt. Doch das seit 2005 zielstrebig aufgebaute Konzept der „Mosaik-Verteidigung“ des Iran fing den anfänglichen Schock ab. Es ermöglichte die rasche Wiederherstellung einer gehärteten Kommandostruktur. Durch horizontale Eskalation, das sind Angriffe auf US-Stützpunkte am Golf sowie den Einsatz von Stellvertretern (Libanon), wurde eine Reaktion erzwungen.
Die Koalition hatte ihre Strategie anzupassen: Sie rückte von der ursprünglichen Logik des politischen Umsturzes ab – zunächst hin zu einem Abnutzungskrieg und schließlich zu einer Logik des Zwangs, die in ihrem ursprünglichen Siegeskonzept noch ausgeschlossen worden war.
4. Konsequenzen für die Ausstattung “autonomer” europäischer Luftstreitkräfte
Konsequenzen für die angemessene Ausstattung europäischer Luftstreitkräfte liegen auf der Hand. Vorausgesetzt wurde bei deren Ableitung durch Ifri, dass die „autonom“ zu agieren in der Lage sein sollen, da man sich auf strategische Unterstützung und Auffüllung der Bestände an Waffen und Munition seitens der USA nicht länger verlassen will. Methodisch ergeben sich die Konsequenzen, indem man Parameter des „erfolgreichen“ EF/RL-Luftkriegs auf das Szenario eines hochintensiven Konflikts in Europa mit Russland überträgt.
Unterstellt ist damit ein spezielles Kriegsführungskonzept der Europäer gegen Russland: Eines, in welchem diese eine Luftüberlegenheit über Russland in vergleichbarem Ausmaß anstreben wie es die Luftwaffen Israels und der USA gegenüber dem Iran erreicht haben. Diese Wahl ist alles andere als selbstverständlich. Man könnte auch erwägen, das mehr defensive Konzept des Iran übernehmen zu wollen.
Folgt man jedoch dem anspruchsvollen, aber auch kostenintensiven Ansatz, der im Iran vorexerziert wurde, so ergeben sich drei Punkte als kritisch:
- die Unzulänglichkeit sowohl der europäischen Fähigkeiten zur Unterdrückung feindlicher Luftverteidigung (SEAD) als auch der Bestände an Anti-Radar-Munition – angesichts eines russischen integrierten Luftverteidigungssystems (IADS) von völlig anderer Größenordnung als das des Iran;
- die Diskrepanz in Höhe von ein bis zwei Größenordnungen zwischen den europäischen Beständen an Munition und dem Verbrauch an Munition während der 40 Tage von EF/RL; sowie
- die Überholtheit eines Luftstreitkräfte-Modells, das sich auf einen kleinen Kern hochmoderner Plattformen konzentriert.
Letzteres habe einem umfassenden Fähigkeitsspektrum zu weichen: Stand-off- und Stand-in-Wirkmittel, mehrschichtige Luftverteidigung, dauerhafte Aufklärung und Überwachung (ISR). Vor allem bedürfe es einer industriellen Basis, die in der Lage ist, Bestände an Waffen und Munition im gleichen Rhythmus wieder aufzufüllen, in dem sie verbraucht werden.
Über diese Fähigkeiten verfügen gegenwärtig weder eine nationale Luftstreitkraft in Europa für sich alleine noch eine europäische Koalition in ihrer Gesamtheit. Der Aufbau solcher Kapazitäten wäre mit erheblichen Kosten verbunden.
Angesichts der Erkenntnisse aus EF/RL wären die Kosten jedoch weitaus höher, wollte man dem kommenden Jahrzehnt mit einem Luftstreitkräftemodell begegnen, das auf die Expeditionskriege der 1990er Jahre zugeschnitten ist.
5. Eine andere Lehre als Konsequenz
Man kann es auch ganz anders sehen. Hier eine Konsequenz, die ein US-Autor in einem Stück gezogen hat, der er die literarische Form eines Sicherheits-Memos an die chinesische Staatsführung gegeben hat. Das Memo besteht insgesamt aus fünf Lehren, hier die unter dem Titel „Die neue Mathematik der Kriegsführung“.
„Der Gegner verkennt die sich wandelnden objektiven Gesetzmäßigkeiten der modernen, informationstechnologisch geprägten und zunehmend durch künstliche Intelligenz bestimmten Kriegsführung sowie Zusammenhang mit den Realitäten moderner verteidigungsindustrieller Lieferketten.
Der politische und militärische Apparat der USA rühmt sich, erstaunliche 13.000 Ziele getroffen zu haben. Doch die Kosten hierfür beliefen sich – allein gemessen am Munitionsverbrauch – auf durchschnittlich 4 Millionen US-Dollar pro Ziel. <in Summe also 52 Mrd. US-Dollar>.
Ihre Verteidigungsstrategie litt unter einer ähnlichen, fatalen strukturellen Kostenasymmetrie. Die Amerikaner bekämpften routinemäßig kostengünstige Massenprodukte – wie etwa Drohnen zum Preis von 20.000 US-Dollar – mit Abfangraketen im Wert von mehreren Millionen Dollar, die eigentlich für hochleistungsfähige Kampfflugzeuge und sogar ballistische Raketen konzipiert waren.
Die amerikanische Art der Kriegsführung ist weder hinsichtlich der Kosten noch der operativen Fähigkeiten nachhaltig. Der Konflikt offenbarte, dass der Bestand an Abfangraketen des Gegners gefährlich gering und zudem anfällig ist. Die USA verschossen schätzungsweise 150 ihrer THAAD-Abfangraketen, von denen sie vermutlich insgesamt nur 190 bis 290 besaßen. Bei einer Beschaffungsrate von 12 neuen THAAD-Raketen pro Haushaltsjahr würde allein der Ersatz des in einem einzigen Konfliktmonat verbrauchten Bestands mehr als 12,5 Jahre ununterbrochener industrieller Produktion erfordern. Schon vor dem Konflikt waren diese Zahlen angesichts der Fähigkeiten der PLARF unzureichend.
Dieses strukturelle Defizit spiegelt sich im gesamten Verteidigungsapparat wider. Der Bestand an Patriot-Raketen liegt derzeit bei 1.060 bis 1.430 Stück (bei einem Sollbestand von 2.330); jede Rakete kostet 3,9 Millionen US-Dollar. Die für die Marine bestimmte SM-6 ist auf 190 bis 370 Einheiten begrenzt (Soll: 1.160) und kostet 5,3 Millionen US-Dollar pro Stück. Die entscheidende SM-3-Abfangrakete für den Einsatzraum ist auf lediglich 130 bis 250 Einheiten beschränkt (Soll: 410), bei einem prohibitiven Stückpreis von 28,7 Millionen US-Dollar. Die US-Führung, die den Sieg durch den Einsatz offensiver Waffensysteme anstrebte, hat ihre Bestände an präzisionsgelenkter Munition und modernen Marschflugkörpern weitgehend aufgebraucht. Bei den derzeitigen Produktionsraten wird es bis 2030 dauern, bis der Vorkriegsbestand an Tomahawk-Marschflugkörpern wiederhergestellt ist. …
Aus der Unfähigkeit der USA, mit dem enormen Bedarf ihrer selbst geschaffenen Anforderungen Schritt zu halten, lassen sich für unsere Strategie … Schlüsse ziehen.
… Auch wenn sie lautstark eine revitalisierte Rüstungsindustrie propagieren – die nun von Oligarchen aus dem Bereich der Social-Media-Technologie vorangetrieben wird –, bleibt ihr militärisch-industrieller Komplex im Kern den Kräften kurzfristiger Marktgewinne verpflichtet, anstatt umfassender nationaler Machtentfaltung und staatlicher Resilienz. Es fehlt ihnen schlicht an der Kapazität zur schnellen Produktionssteigerung, um den hohen Munitionsverbrauch zu decken, den ihre Art der Kriegsführung erfordert.“
6. Mathematik der Kriegskosten
Substanz zur finanziellen Mathematik des Iran-Krieges für die USA hat eine Darstellung des Center for Strategic and International Studies (CSIS) in Washington gebracht. Ihr Untertitel: „What Did Epic Fury Cost?“ Gefragt wird allein nach den Kosten für das US-Verteidigungsministerium. Und zwar bis zu demjenigen Zeitpunkt, da das erste (Islamabad) Memorandum of Understanding (MoU) Zwischen den USA und dem Iran unterzeichnet wurde. Die so eingegrenzten und eng definierten Kosten liegen bei etwa 40 Milliarden US-Dollar. Um das einzuordnen: Die zusätzlichen Kosten für US-amerikanische Verbraucher aus erhöhten Energiepreisen liegen ebenfalls in dieser Größenordnung. Das US-Verteidigungsministerium (DoD) verlangt vom Kongress wegen des Krieges mehr an Geld in Höhe 80 Milliarden US-Dollar. Die einstmals angekündigten amerikanischen Budgetsanierungsziele – die USA verschulden sich jährlich mit sechs Prozent! – geraten mit diesem Krieg, der auch noch jenseits der US-Sicherheitsstrategie 2025 liegt, vollständig außer Sicht.
Von den Kosten für das DoD macht zwei Drittel (26 Milliarden US-Dollar) der Bedarf an Ersatz für verschossene Munition aus – gerechnet in Wiederbeschaffungswerten. 10 Milliarden US-Dollar sind Schäden an Stützpunkten und Maschinen, der Rest geht zur Hälfte auf gestiegene Energieverbrauch drauf.
Bemerkenswert ist der breakdown der Munitionskosten. Die werden unterteilt in:
- Für Angriff: 7,5 Milliarden US-Dollar
- Für Verteidigung 18,5 Milliarden US-Dollar
Damit wird die Kostenasymmetrie zwischen Angriff und Verteidigung im Konzept der US-Kriegsführung bestätigt. So kann man ökonomisch nachhaltig nicht kämpfen, so verliert man notwendig durch die Dauer einer kriegerischen Auseinandersetzung – wenn der Gegner um diese zentrale Schwachstelle der USA weiß und auf diese zielt.
7. Konsequenz
Es ist nach meiner Auffassung offensichtlich: Es geht nicht länger an, dass wir in Deutschland jährlich Waffen im Wert von zig Milliarden Euro bestellen, aber weder über ein Kriegsführungskonzept verfügen noch eine Debatte über ein solches führen. Zu einem Kriegsführungskonzept gehört zudem, auch das ist offensichtlich, ein Konzept einer Verteidigungsindustrie, die
- als stand by konzipiert ist und
- im Ernstfall schützbar ist.
Hans-Jochen Luhmann, Mitglied der Studiengruppe „Frieden und Europäische Sicherheit“ der Vereinigung Deutscher Wissenschaftler (VDW).
