Internationale Zivilgesellschaft sagt Nein zu Geoengineering

 

„Hands off Mother Earth!”-Manifest veröffentlicht

(Berlin, 4. Oktober 2018) Mehr als 100 zivilgesellschaftliche Organisationen und prominente Umweltaktivistinnen und -aktivisten, darunter Friends of the Earth International, La Via Campesina, Indigenous Environmental Network, Third World Network und ETC Group haben sich heute in einem Manifest gegen die Manipulation von Klima- und Erdsystemen mit unerprobten Technologien, das sogenannte Geoengineering, ausgesprochen.

Barbara Unmüßig, Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung, erklärt dazu: “Die Begrenzung der globalen Erwärmung auf 1,5°C ist absolut notwendig und machbar. Die Klimawissenschaft ist sich einig, dass der Wandel gelingen kann, wenn wir jetzt die richtigen politischen Weichen stellen. Das heißt vor allem: ein noch viel schnellerer Ausstieg aus Fossilen Energien – nicht nur aus der Kohle, sondern auch aus Öl und Gas.

Handeln jetzt wird verhindern, dass neue und hochriskante Technologien an Zuspruch gewinnen, die der Atmosphäre CO2 entziehen oder Sonnenlicht von der Erde fernhalten sollen. Von diesen Geoengineering-Technologien profitieren vor allem diejenigen, die auf einen Erhalt und Ausbau unserer fossilen und extraktiven Wirtschaft und auf industrielle Landwirtschaft setzen.

Wir kritisieren diese Technologiegläubigkeit schon lange. Deshalb begrüßen wir es ausdrücklich, dass sich viele zentrale Akteurinnen und Akteure der Zivilgesellschaft aus dem Globalen Norden und Süden gemeinsam und lautstark mit einer klaren Botschaft in diese Debatte einmischen: Nein zu Geoengineering und Ja zu gerechtem und wirksamem Klimaschutz.”

Die Erklärung internationaler Organisationen erscheint parallel zur Sitzung des Weltklimarates IPCC in Korea, auf der die Zusammenfassung des neuesten IPCC-Berichts zur Begrenzung des weltweiten Temperaturanstiegs auf 1,5 Grad debattiert wird. Der Bericht wird unter anderem einige Technologien im Bereich Geoengineering evaluieren und die Risiken beleuchten. In den letzten Jahren haben insbesondere Länder und Unternehmen zur Erforschung von Geoengineering gedrängt, die zu den weltweit größten Emittenten zählen.