G20: Attac-Aktive reichen Klage gegen gewaltsamen Polizeieinsatz ein
Drei Attac-Aktive klagen gegen einen gewaltsamen Polizeieinsatz während der G20-Proteste in Hamburg, bei dem sie verletzt wurden. Die Betroffenen zogen friedlich und unvermummt in einem angekündigten Demonstrationszug. Ohne Vorwarnung griffen Beamte sie mit Reizgas an, schlugen sie mit Schlagstöcken und Fäusten und traten sie, so ihre Darstellung. In den vergangenen Tagen haben Hamburger Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte mehrere Klagen eingereicht, um anhand von Einzelfällen exemplarisch feststellen lassen, dass Versammlungsverbote und Polizeieinsätze während der G20-Proteste rechtswidrig waren.

 

Nachhaltigkeit ist bei Smartphones und Co. die Ausnahme
In einer Studie hat die Deutsche Umwelthilfe untersucht, wie nachhaltig die Branche der Informations- und Kommunikationstechnologie ist. Kürzere Nutzungszyklen führen zu immer größeren Schrottbergen und steigendem Ressourcenverbrauch. Hersteller von Smartphones und anderen Geräten müssten viel stärker als bisher in die Pflicht genommen werden, Originalersatzteile zu verhältnismäßigen Kosten anzubieten sowie kostenlose Reparaturanleitungen und Software-Updates für die erwartete Lebensdauer ihrer Geräte zur Verfügung zu stellen, so die Deutsche Umwelthilfe.

 


 

„Fleischatlas 2018“ vorgelegt
Derzeit werden jährlich 131.000 Tonnen Antibiotika bei Tieren eingesetzt, die als Speisen auf den Tisch kommen – etwa doppelt so viel wie bei den Menschen selbst, so die Heinrich-Böll-Stiftung, der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und Le Monde Diplomatique mit ihrem „Fleischatlas 2018 – Rezepte für eine bessere Tierhaltung“. Der „Fleischatlas“ enthält weitere Daten, Fakten und Grafiken zu den drängendsten Problemen der industriellen Fleischproduktion und konkrete Lösungsansätze für eine bessere Tierhaltung.

 

Zur Grünen Woche in Berlin: „Wir haben es satt!“
Aktion Agrar hat ein Aktionsheft für die Agrarwende zusammengestellt und ruft zur „Wir-haben-es-satt-Demo“ in Berlin auf. 97 Prozent der weltweiten Sojaernte landet in Futtertrögen, dazu werden zehn bis zwölf Kilo Glyphosat pro Hektar Anbaufläche versprüht, in Europa sind maximal zwei Kilogramm des Giftes pro Hektar erlaubtt. Eine weitere Baustelle für die Agrarwende sind für Aktion Agrar die Lebensmittellieferungen von Amazon.

 


 

US-Atomwaffendoktrin 2018 senkt Schwelle für einen Atomkrieg
Die Huffington Post den Entwurf der neuen „Nuclear Posture Review“ der Trump-Administration veröffentlicht. „Die in dem Papier dokumentierte Absicht, neue Atomwaffen mit niedriger Sprengkraft zu entwickeln, ist alarmierend. Damit wird die Schwelle für einen Atomkrieg gesenkt und ein Atomwaffeneinsatz wird wahrscheinlicher“, kritisiert Xanthe Hall von ICAN Deutschland.

 

Bündnis „Konzernmacht beschränken“ fordert schärfere Fusionskontrolle
Ein Bündnis von 24 Umwelt-, Landwirtschafts-, und Entwicklungsorganisationen fordert, das Kartellrecht zu verschärfen, um die Marktmacht von Konzernen zu begrenzen. Die Partikularinteressen von Konzernen setzten sich häufig gegenüber dem Gemeinwohl durch. Dadurch nehme die soziale Ungleichheit zu, die Umwelt werde zunehmend zerstört und wichtige Verbraucher- und Arbeitnehmerrechte sowie Gesundheits- und Datenschutz gerieten unter die Räder.

 


 

Wann trat die Ost-West-Spaltung ein? Auf der Suche nach den Wurzeln des Konflikts
Die Auflösung eines Konflikts ist ohne Verständnis für dessen Wurzeln so gut wie unmöglich. Man hat aus der Rolle des Urteilens über den Gegner herauszutreten, Empathie ist gefragt. Das gilt auch für Staaten. Der in Deutschland erfolgreiche Versuch, mit dem Schlagwort „Putin-Versteher“ den Empathie-Ansatz zu verteufeln, war desaströs. Die Verfeindung ist auf Dauer gestellt, wie der Medienkonsum tagtäglich erweist.

 


 

FotoBundesfinanzministerium behindert weiterhin Gemeinnützigkeit von Attac
Attac setzt sich seit seiner Gründung im Jahr 2000 für eine Finanztransaktionssteuer ein. Mit der Behauptung, Attac sei zu politisch, entzog das Finanzamt Frankfurt Attac im Frühjahr 2014 die Gemeinnützigkeit; insbesondere der Einsatz für eine Finanztransaktionssteuer oder eine Vermögensabgabe diene keinem gemeinnützigen Zweck, hieß es zur Begründung. Der Streit darum vor Gerichten geht weiter.

 

Jahresbilanz der Pressefreiheit: 2017 weltweit 65 Medienschaffende getötet
2017 sind weltweit mindestens 65 Journalisten, Bürgerjournalisten und andere Medienmitarbeiter in direktem Zusammenhang mit ihrer Arbeit getötet worden. 39 wurden wegen ihrer journalistischen Tätigkeit gezielt ermordet. Die übrigen 26 wurden im Einsatz getötet, weil sie etwa unter Beschuss oder in einen Bombenangriff gerieten. 326 Medienschaffende weltweit sind zum Jahresende wegen ihrer Tätigkeit in Haft, knapp die Hälfte von ihnen sitzt in nur fünf Ländern im Gefängnis.

 


 

Lissabon im Sommer 2017
Ungewöhnliche Impressionen aus der portugiesischen Hauptstadt. Ein Besuch im Jahr 2017. Von der Fotografin Nata Uchava, Freiburg.

 
 
 

 

Thema Rüstung

FotoDer Krieg im Jemen wird auch mit deutschen Waffen geführt
Die Region des Nahen und Mittleren Ostens ist in den vergangenen Jahren massiv aufgerüstet worden. Deutsche Rüstungsproduzenten sind dabei gut im Geschäft. Daran erinnerte die Gemeinsame Konferenz Kirche und Entwicklung (GKKE) bei der Vorstellung ihres Rüstungsexportberichtes 2017. „Ein Mehr an Waffen schafft in der Regel keinen Gewinn an Sicherheit und Stabilität, sondern führt zur allgemeinen Verunsicherung potenzieller Konfliktparteien und birgt ein unvorhersehbares Eskalationsrisiko. […] Waffen in Konfliktregionen wirken wie Brandbeschleuniger“, so einer der GKKE-Vorsitzenden.

 

Deutsche Rüstungsexporte: 2015 und 2016 höchste Umsätze der vergangenen 20 Jahre
Allen Ankündigungen einer restriktiveren Rüstungsexportkontrolle zum Trotz haben deutsche Rüstungsexporte zugenommen, stellt Brot für die Welt fest. Deutsche Kleinwaffen tauchen immer wieder in allen Krisen weltweit auf; sie sind die neuen Massenvernichtungswaffen. 2016 sind die Ausfuhrgenehmigungen für diese Waffen um 45 Prozent im Vergleich zum Vorjahr angestiegen.

 

FotoÄrzte fordern, sämtliche Waffenlieferungen an Saudi-Arabien auszusetzen
„Es ist ein Skandal, dass die Bundesregierung trotz des brutalen Krieges im Jemen auch im Jahr 2017 Waffenlieferungen an Saudi-Arabien genehmigt hat,“ kritisiert die ärztliche Friedensorganisation „Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges, Ärzte in sozialer Verantwortung e.V.“ (IPPNW). Seit März 2015 führt eine von Saudi-Arabien angeführte Militärallianz Krieg im Jemen, der bisher mehr als Zehntausend Opfer gefordert hat. Die ohnehin marode Infrastruktur des verarmten Landes wurde zerstört, Gesundheitswesen, Müllabfuhr, Wasser- und Abwassersystem sind zusammen gebrochen.

 

Aufruf zur Friedensdekade 2017: Protest gegen die Sicherheitspolitik Deutschlands
Der Dietrich-Bonhoeffer-Verein betrachtet die nukleare Machtdoktrin als trügerisch und bewertet sie ethisch als verwerflich. Er erinnert daran, dass die USA schon vor Trump eine militärische Atompolitik in Gang gesetzt haben, um Nuklearwaffen zu modernisieren und sie technisch auf multifunktionale Einsatzoptionen umzurüsten. Die Bundesregierung hält am Machtprinzip der nuklearen Teilhabe fest, wie es von der Großen Koalition im Weißbuch zur Sicherheit formuliert wurde.

 


 

Das Ende des Verbrennungsmotors in Europa: Was besagt das Clean Mobility Paket der EU-Kommission dazu?
Die Europäische Kommission strickt an der technologischen Transformation des Verkehrssektors – sowohl des Verkehrssystems als auch der Industrie. Sie tritt „technologieoffen“ auf, überlässt es „dem Markt“, Entscheidungen zu treffen. Diese liberale Neutralitäts-Haltung, den Markt entscheiden zu lassen, führt nicht weit; der Staat muss entscheiden, welche Infrastrukturen er ergänzend und in diesem Sinne „alternativ“ anbieten lassen will. DIE KOLUMNE VON HANS-JOCHEN LUHMANN

 

Attac legt kritische Gesamtschau auf G20-Gipfel vor: Razzien sind Versuche der Kriminalisierung von G20-Gegnern
Das globalisierungskritische Netzwerk Attac legt ein Buch vor, das kritisch Rückschau hält auf die Geschehnisse rund um den G20-Gipfel im Juli 2017 in Hamburg. Inhaltliche Beiträge zur Politik der G20, zu den verschiedenen zivilgesellschaftlichen Protestbündnissen, der medialen Berichterstattung oder zur Grundrechtssituation wechseln sich ab mit Erfahrungsberichten, Interviews und Gesprächsrunden. Die bundesweiten Razzien vom Montag, den 4. Dezember 2017, bei G20-Gegnern kritisiert Attac als neuerlichen Versuch, die Proteste gegen den Gipfel in Hamburg zu kriminalisieren.

 


 

Stop Tax Dodging Report 2017 erschienen
In einem gemeinsamen Bericht kritisieren zivilgesellschaftliche Organisationen aus 18 europäischen Ländern die Steuerpolitik ihrer Regierungen. Trotz aller Steuerskandale ist es bisher nicht gelungen, in Europa effektiv gegen Steuervermeidung multinationaler Konzerne vorzugehen. Das Verhalten vieler Regierungen lässt Zweifel daran aufkommen, ob eine Lösung des Problems in der EU tatsächlich gewollt ist.

 

35 Länder gehören auf die geplante EU- Steueroasenliste
Mit Irland, Luxemburg, Malta und den Niederlanden müssten vier EU-Staaten auf der schwarzen Liste stehen – würde die EU ihre eigenen Maßstäbe konsequent anwenden -,die die Europäische Union kommende Woche auf den Weg bringen will. Oxfam befürchtet, dass politischer Druck zur Verwässerung der Kriterien und damit zu einer letztlich nutzlosen Liste führt. Eine öffentliche länderbezogene Berichterstattung von Konzernen über die in den jeweiligen Ländern erzielten Gewinne und darauf gezahlte Steuern ist unabdingbar, um Licht in das Steuerdunkel zu bringen.

 

Brot für die Welt kritisiert Zweckentfremdung von EU-Mitteln für militärische Zwecke
Die EU-Kommission möchte den Finanztopf der Union für zivile Konfliktbearbeitung künftig auch für militärische Zwecke nutzen. Am 30. November 2017 erhalten die Abgeordneten letztmalig die Gelegenheit, den entsprechenden Gesetzestext im Plenum zu diskutieren und abzustimmen. Brot für die Welt: „Diese Mittel werden dringend gebraucht, um die strukturellen Ursachen von Konflikten anzugehen und zivile Ansätze der Gewaltprävention und Friedensförderung zu finanzieren.“

 


 

Weihnachten ohne Amazon!
Schlecht bezahlte Mitarbeiter*innen in den Amazon-Logistikzentren laufen in der Vorweihnachtszeit täglich bis zu 30 Kilometer, um Waren für Pakete zusammen zu tragen. Das Weihnachtsgeschäft spielt Amazon so viel Geld in die Kasse, dass der seinen Lebensmittel-Lieferdienst auch mit hohen Verlusten aufbauen kann. Aktion Agrar ruft zum Boykott auf und liefert Protest-Aufkleber.

 


 

DGB-Index 2017: Arbeitszeit ist Dreh- und Angelpunkt bei Vereinbarkeit von Privat- und Arbeitsleben
Privat- und Arbeitsleben miteinander zu vereinbaren, ist ein Thema für Männer und Frauen gleichermaßen, stellt der DGB-Index „Gute Arbeit 2017“ fest. Arbeitgeber müssen flexibler werden, wenn es um die Bedürfnisse ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geht. Stattdessen das Arbeitszeitgesetz schleifen zu wollen, ist die völlig falsche Antwort auf die Digitalisierung wie auf den Fachkräftebedarf.

 

Arbeitnehmerrechte international: Theorie und Realität
Eine Studie des SÜDWIND-Instituts für Ökonomie und Ökumene stellt dar, wie sich Vereinigungsfreiheit und Kollektivverhandlungen für Arbeitnehmer in der Realität gestalten. Es herrschen eklatante Mängel. In China etwa haben Beschäftigte überhaupt kein Recht auf die Gründung oder die Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft ihrer Wahl, in Bangladesch ist dieses Recht zwar vorhanden, aber durch die nationale Gesetzgebung mit hohen Hürden belegt.

 

Ratschläge der Wirtschaftsweisen sind unsozial und wirtschaftlich schädlich
Der DGB kritisiert das Jahresgutachten 17-18 des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung scharf: „Das bringt weder Wirtschaftswachstum, noch ist es gerecht. Nur Reiche können sich einen armen Staat leisten. Wir brauchen dringend eine Ausweitung öffentlicher Investitionen in gute Schulen und eine funktionierende, moderne Infrastruktur.“

 

Oxfam stellt Aktionsplan gegen Steuervermeidung vor
Mit einer Fünf-Punkte-Strategie gegen Steuervermeidung reagiert die Nothilfe- und Entwicklungsorganisation Oxfam auf die im Zuge der Paradise Papers ans Licht gekommenen Steuerskandale. Das Problem ist bekannt, die Lösungen liegen auf dem Tisch. Der Rest ist eine Frage des politischen Willens.

 
 

 


 

Georgien 2017
EINE FOTOREIHE VON NATA UCHAVA

 
 
 
 

 


 

Klimapolitik im Kampf um die Einbindung von Luft- und Seeschifffahrt
Wären Seeschifffahrt und Luftfahrt zusammen ein Staat, so rangierte der mit seinen jährlichen CO2-Emissionen gleich nach Russland und noch vor Japan. Im Jahr 2020 wird allein die Luftfahrt ihre CO2-Emissionen von jährlich 300 Gigatonnen im Jahre 1990 auf das Doppelte(!) gesteigert haben. Der Luftverkehr hat sich Anfang Oktober 2016 dazu entschlossen, die zuwachsenden CO2-Emissionen durch Einkauf von vermiedenen Emissionen anderswo zu neutralisieren. Bei der internationalen Seeschifffahrt ist es noch nicht soweit, dass von einer Eigen-Klimapolitik die Rede sein könnte. DIE KOLUMNE VON HANS-JOCHEN LUHMANN

 
 


 

Die Rothenburger Stadtmauertürme
EINE FOTOREIHE VON JÜRGEN ZUBILLER

 
 
 
 
 

 

Thema Kreativer Umgang mit der Steuerpflicht

„Paradise Papers“ zeigt lediglich Spitze des Eisbergs
Regelmäßig zeigen Enthüllungsjournalisten, wie sich internationale Konzerne vor ihrem fairen Beitrag zum Allgemeinwohl drücken, und regelmäßig unterlassen es Regierungen, daraus Konsequenzen zu ziehen. Die Rechnung zahlen wir alle: Den EU-Ländern entgehen durch Steuervermeidung von Konzernen Jahr für Jahr dreistellige Milliardenbeträge. Entwicklungsländer verlieren laut Schätzungen mindestens 100 Milliarden US-Dollar jährlich und damit einen Beitrag, der fast der weltweiten Entwicklungshilfe entspricht.

Es ein Kraut gewachsen gegen Steuerflucht
Es gibt durchaus wirksame Mittel gegen Steuertricks von Konzernen und Reichen. Sie müssen nur angewandt werden. Was fehlt, ist der politische Wille, denn die Regierungen der großen Industrieländer sind Komplizen des weltweiten Offshore-Systems.

MISEREOR: Steuervermeidung bremst Entwicklung
Die Einführung eines Unternehmensstrafrechts könnte nicht kooperative Unternehmen für Steuerhinterziehungen weltweit zur Rechenschaft ziehen, stellt MISEREOR fest. Allein Deutschland gingen durch den Transfer von Unternehmensgewinnen in Steueroasen geschätzte 17 Milliarden Euro an Steuereinnahmen pro Jahr verloren, in der EU sind es insgesamt 60 Milliarden Euro. Die Steuervermeidungstricks vieler Konzerne schadeten den Menschen in den Entwicklungsländern.

 


 

Erinnerung zum iPhone-Verkaufsstart: Apple schuldet der Allgemeinheit 13 Milliarden Euro Steuern
Dank eines Deals mit der irischen Regierung hat Apple 13 Milliarden Euro zu wenig Steuern von 2003 bis 2014 bezahlt. 2016 forderte die EU-Kommission Irland auf, das Geld von Apple zurückzufordern, doch sowohl Apple als auch die irische Regierung sperren sich gegen diese Entscheidung. Globalisierungskritikerinnen und -kritiker von attac bemalten die Schaufenster eines Apple-Stores in der Kölner Innenstadt mit abwaschbarer Farbe und sprühten Forderungen wie „Zahlt die 13 Milliarden“ zurück, „Pay your Taxes“ und „Steuertricks stoppen“ auf Scheiben und Fassade.

 

Datenanalyse belegt: Klimawandel treibt Menschen in die Flucht
Unwetter sind nicht per se auf den Klimawandel zurückzuführen. Allerdings wird ihr Auftreten vielerorts infolge des menschengemachten Klimawandels wahrscheinlicher und heftiger. Die betroffenen Memschen tragen zum Klimawandel so gut wie gar nichts bei, stehen aber nach Katastrophen nicht selten vor dem Ruin und müssen ihre Heimat fluchtartig aufgeben, wie der Oxfam-Bericht „Uprooted by Climate Change“ belegt.

 


 

Oberlandesgericht Düsseldorf: Grundrechte müssen Vorrang haben vor den Wirtschaftsinteressen der Volkswagen AG
Abgasgrenzwerte müssen nicht nur auf dem Prüfstand, sondern auch unter „normalen Betriebsbedingungen“, das heißt im realen Betrieb auf der Straße, eingehalten werden. In einem Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung sah dies die Volkswagen AG anders und wollte die Äußerung unter anderem dieses Gedankens durch die Deutsche Umwelthilfe unter Strafe gestellt sehen. Das Oberlandesgericht Düsseldorf hat sich auf die Seite der Umweltschützer gestellt und darüberhinaus grundsätzlich festgestellt: „Die Befürchtung, wegen einer wertenden Äußerung einschneidenden gerichtlichen Sanktionen ausgesetzt zu werden, trägt die Gefahr in sich, jene Diskussion zu lähmen oder einzuengen und damit Wirkungen herbeizuführen, die der Funktion der Freiheit der Meinungsäußerung in der durch das Grundgesetz konstituierenden Ordnung zuwiderlaufen.“

 

Friedensnobelpreisträgerin erwartet von Nobelpreis-Stiftung Rückzug aus Atomwaffen-Investments
Das Geld für den diesjährigen Friedensnobelpreis an die Internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen ICAN stammt unter anderem aus Investments bei Atomwaffenherstellern. ICAN will mit der Nobelpreis-Stiftung zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass solche Investments gestoppt werden. Sobald der internationale Atomwaffenverbotsvertrag in Kraft tritt, ist den beteiligten Staaten verboten, die Herstellung von Nuklearwaffen zu unterstützen; sie sollten rechtzeitig Gesetze erlassen, um den Banken in ihren Ländern entsprechende Investitionen zu verbieten.

 

Thema Welternährungstag 2017

MISEREOR fordert: Konzernmacht im Agrobusiness begrenzen
Der übermäßige Einsatz von Agrargiften gefährdet die natürlichen Grundlagen für eine nachhaltige Landwirtschaft und die Gesundheit. Mehr als 41 Millionen Menschen weltweit leiden unter den negativen Auswirkungen von Pestiziden. MISEREOR erwartet von der neuen Bundesregierung, dass sie sich gegen die Neuzulassung von Glyphosat ausspricht. Die Unbedenklichkeit des Einsatzes sei nach wie vor nicht geklärt.

 

Kleinbauern ernähren die Welt: Ihre Rechte müssen gestärkt werden
Weltweit sind Kleinbauern überdurchschnittlich von Hunger betroffen, obwohl sie rund 70 Prozent aller Nahrungsmittel herstellen. Ursachen sind die Agrarpolitik der Europäischen Union, von deren Förderung vor allem die Agrarindustrie profitiert, die internationalen Regeln für Saatgutrechte, welche Züchter gegenüber Kleinbauern bevorteilen, sowie die zunehmende Landnahme durch Regierungen und Agrarkonzerne. Damit verbunden ist ein Verlust von Arten- und Nahrungsvielfalt.

 

Deutsche Umwelthilfe: Verschwenderischer Umgang mit Lebensmitteln ist klimaschädlich
In Deutschland landen jährlich rund acht Millionen Tonnen vermeidbare Lebensmittelabfälle im Müll. Bei der landwirtschaftlichen Produktion von insbesondere tierischen Lebensmitteln entstehen Luftschadstoffe und Treibhausgas-Emissionen, die die Luft verpesten und die Klimakrise befeuern. Der verschwenderische Umgang mit Lebensmitteln bedeutet daher nicht nur unnötigen Verbrauch landwirtschaftlicher Flächen, sondern hat negative Auswirkungen auf Klima und Umwelt.

 


 

Weltmädchentag, 11. Oktober: 20.000 Mädchen werden täglich illegal verheiratet
Jedes Jahr werden weltweit 7,5 Millionen Mädchen illegal frühverheiratet, laut einer Studie von Save the Children und der Weltbank, das sind 20.000 pro Tag. Nationale, gewohnheitsrechtliche und religiöse Gesetze sowie tiefverwurzelte Traditionen und deren Unterstützung durch lokale Machthaber verhindern eine Änderung der Situation. Save the Children: „Solange Kinderehen existieren, werden Mädchen niemals die gleichen Chancen haben wie Jungen.“

 

Wie bitte?
Porto ist nicht nur eine wunderschöne, sondern durch die deutschen Touristen mit ihren speziellen Ansichten auch eine sehr unterhaltsame Stadt. Zwei ältere Damen mit riesigen Cocktailgläsern in der Hand schwanken mir entgegen. „Es ist hier so gefährlich, wenn ich mir hier jetzt meine Knöchel bräche, würde ich wahrscheinlich schneller nach Augsburg kommen, als hier ein Notarzt auftaucht“, schallt mir schon von weitem in die Ohren.
VON NATA UCHAVA

 

Thema Klimawandel

Klimawandel erfordert echte Ursachenbekämpfung statt Manipulation globaler Ökosysteme
Den globalen Klimawandel aufzuhalten, ist in erster Linie eine politische und keine technologische Frage. Wir haben bereits viele Antworten, stattdessen erleben wir in immer größerem Maße Investitionen in den Ausbau fossiler Infrastruktur und in die agroindustrielle Landwirtschaft. Diese Investitionen müssen wir umlenken in Klimaschutz und armutsorientierte Entwicklung.

 

Neue Bundesregierung muss Ausbau der Erneuerbaren mindestens verdoppeln, um Klimaschutzziel einzuhalten
Um das Klimaschutzziel zu erreichen, müssen erneuerbare Energien doppelt so schnell ausgebaut werden, wie derzeit im Erneuerbare-Energien-Gesetz vorgesehen. Zu diesem Schluss kommt die Deutsche Umwelthilfe. Aus ihrer Sicht wird der notwendige Zubau von erneuerbaren Energien nur gelingen, wenn bei der Planung von Windparkprojekten die Menschen vor Ort früher mit einbezogen werden. Bei weniger als 18 Anlagen pro Windpark erfahren die Anwohner manchmal erst kurz vor dem Bau, wo die Anlagen stehen werden.

 


 

Kompaktberatung in der Begleitung trauernder Menschen
Bei der Kompaktberatung wird besonders die ExpertInnenschaft der KlientIn (»die immer schon ihre Lösungen mitbringt«) für ihre eigenen Probleme in den Vordergrund gestellt. Nach vorn gerichtet geht es darum, eine Atmosphäre zu schaffen, in der ausreichend Raum für die Trauer ist, in dem kreative Lösungen und positive Zukunftsbilder erschaffen werden können. Es geht um den Ausdruck und Fortschritt eines Problems, nicht so sehr um seine Entstehung.

 

 


 

Friedensnobelpreisträger ICAN fordert deutschen Beitritt zum Atomwaffenverbot
Der Internationalen Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (ICAN) ist der Friedensnobelpreis 2017 zuerkannt worden. Im Juli 2017 haben sich in den Vereinten Nationen 122 Staaten hinter diesem Ziel von ICAN versammelt und den Vertrag zum Verbot von Atomwaffen beschlossen. Die Bundesregierung hat die Verhandlungen zum Verbotsvertrag in diesem Jahr boykottiert.

 

Die Manipulation des US-Wahlsystems: Ein etabliertes Mittel im Kampf der Parteien
Es erstaunt, mit welcher Penetranz deutsche Medien in ihrer Berichterstattung vor Wahlen in den USA auf Umfrage-Ergebnisse abstellen. Das ist in einem Land mit Verhältniswahlrecht und einem systematisch auf Fairness angelegten Wahlsystem wie Deutschland angemessen, doch in den USA sind diese Voraussetzungen nicht gegeben. Die Einführung des Wahlrechts dort war ursprünglich ein Elitenprojekt, kein Ergebnis einer Bewegung von unten, vom „Volk“. Es richtete sich allein auf die Einbeziehung des Bürgers, sofern er Leistungsträger war; nicht etwa auf das „Volk“. DIE KOLUMNE VON HANS-JOCHEN LUHMANN

 

Macron will Finanztransaktionssteuer beerdigen
In Emmanuel Macrons europapolitischer Rede vom September 2017 findet sich eine Passage zur Finanztransaktionsteuer. Die Kampagne Steuer gegen Armut stellt fest: „Macron will die Finanztransaktionssteuer beerdigen.“ SeinVorschlag mache Jahre mühsamer Verhandlungen zunichte, die Finanzindustrie werde ihn begeistert aufgreifen. Die neu zu bildende Bundesregierung solle Verhandlungen auf europäischer Ebene fortsetzen, um eine Finanztransaktionsteuer durchzusetzen.

 

Verantwortung deutscher Unternehmen für Umwelt und Menschenrechte
Die Bundesregierung setzt zur Stärkung der Unternehmensverantwortung für Umwelt und Menschenrechte auf sogenannte Multistakeholderinitiativen und lehnt eine gesetzliche Regulierung ab. Mehrere NGOs legen in einem neuen Positionspapier dar, welche Rahmenbedingungen und Kriterien für eine Multistakeholderinitiative mindestens erfüllt sein müssen, damit sie einen sinnvollen Beitrag zur Stärkung der Unternehmensverantwortung leisten können. Bisherige Verhandlungsergebnisse bleiben oft hinter internationalen Standards wie den UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte zurück.

 

Ohne Zustimmung der Parlamente: CETA tritt vorläufig in Kraft
Das umstrittene Freihandelsabkommen CETA tritt am 21. September 2017 größtenteils in Kraft. Der Vertrag zwischen der EU und Kanada wird vorläufig angewandt. Das globalisierungskritische Netzwerk Attac: „Mit diesem undemokratischen Durchpeitschen eines höchst umstrittenen Abkommens leisten EU-Kommission und Bundesregierung einer gefährlichen Politikverdrossenheit weiteren Vorschub.“

 


 

Siesta in Frankreich
EINE FOTOREIHE VON NATA UCHAVA

 
 
 
 
 

Fremd – Vertraut. Plädoyer für eine gemeinsame Kultur der Vielfalt
Die einzige deutsche Rechtskultur, von der wir uns leiten lassen sollten, ist das Grundgesetz. Was wir darüber hinaus benötigen, ist eine gemeinsame Kultur des Miteinanders in einer multireligiösen und multi-ethnischen Gesellschaft, die wir nun mal sind, ob wir es wollen oder nicht. Jörgen Klußmann von der Evangelischen Akademie im Rheinland nähert sich dem Thema mit seinem neuen Buch „Fremd – Vertraut. Plädoyer für eine gemeinsame Kultur der Vielfalt“.

 


 

Globale Rekordernten, doch jeder neunte Mensch hungert
Die aktuellen Zahlen der Welternährungsorganisation FAO belegen: Noch nie wurden so viele Nahrungsmittel produziert wie heute. Auch die Nahrungsmittellager sind weltweit prall gefüllt. Dennoch ist die Zahl der weltweit Hungernden von 777 Millionen im Jahr 2015 auf 815 Millionen Menschen im Jahr 2016 gestiegen.

 
 

Antibiotikamissbrauch im Stall: Verbindliche Regeln gefordert
Die Weltgesundheitsorganisation WHO fürchtet, dass Resistenzen in den kommenden Jahrzehnten zum weltweit größten Gesundheitsproblem für den Menschen werden. Während in Dänemark und Frankreich längst strengere Regeln gegen Antibiotikamissbrauch im Stall gelten, hat das Bundeslandwirtschaftsministerium nicht dafür gesorgt, den routinemäßigen Antibiotikaeinsatz in den zunehmend industriellen Tierfabriken in Deutschland verbindlich und flächendeckend einzudämmen. Germanwatch fordert die zügige Einführung verbindlicher Regeln.

 

Parteien bieten zu wenig Hilfe für klimapolitisch engagierte Unternehmen
UnternehmensGrün hat im Vorfeld der Bundestagswahl 2017 die Parteien zur Eigenversorgung von Unternehmen mit erneuerbaren Energien und Sektorkopplung befragt. Resultat: Viele engagierte Unternehmen sind sehr viel weiter als die Politik. Parteien haben nicht auf dem Schirm, wie massiv nachhaltige Lösungen in Unternehmen die Energiewende voranbringen könnten – und zwar ohne hohe zusätzliche Kosten.

 

Parteiencheck zur Finanzmarktregulierung
Ein Netzwerk von sieben Nichtregierungsorganisationen veröffentlicht die Antworten der Parteien auf seinen Fragenkatalog „Reformbedarf der Finanzmärkte 10 Jahre nach der Krise“ im Vorfeld der Bundestagswahl 2017.

 
 

 


 

EU zerstört in Afrika Märkte und bietet Militärhilfe
Billigexporte aus der EU lassen einheimischen Produzenten in Afrika kaum Chancen. Brot für die Welt appelliert an die Bundesregierung, sich in der EU für Änderungen der bestehenden Wirtschaftspartnerschaften einzusetzen und die Handelsbeziehungen mit Afrika fair zu gestalten. Die EU-Kommission möchte mit dem Budget der EU für zivile Konfliktprävention und Friedensförderung zukünftig Armeen in Drittstaaten ausrüsten und ausbilden.

 

Deutsche Hilfe für türkische Panzerfabrik ließe sich verhindern
Die Bundesregierung hat in der Vergangenheit wiederholt behauptet, dass sie auf den geplanten Bau einer Rheinmetall-Panzerfabrik in der Türkei keinen Einfluss habe. Eine Analyse des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags zeigt, dass sie durchaus Spielräume hätte. Die Umwelt- und Menschenrechtsorganisation urgewald fordert, die Entsendung von Experten zur technischen Unterstützung der von Rheinmetall in der Türkei geplanten Projekte unter Genehmigungsvorbehalt zu stellen.

 

Die Dämonen reiben sich den Schlaf aus den Augen – Kommende Kriege in Europa
Heutige Krisen treten kaum noch als Einzelkrise auf (exemplarisch dafür etwa „die“ Kubakrise), sondern als „Multi-Krise“ von vielfach auf komplexe Weise miteinander verbundenen Konflikten. Zugleich wird die Phase der europäischen Verklammerung via „NATO“ so oder so zu Ende gehen, Europa wird auf sich allein gestellt sein. Das eröffnet den Blick auf ein ganz anders geartetes Kriegsszenario als all die Optionen, die in der Konstellation „westliche Demokratien“ versus „autoritäre Regime im Osten und Südosten“ gedacht sind. DIE KOLUMNE VON HANS-JOCHEN LUHMANN

 

Deutschland verfehlt Klimaschutzziel 2020
Die Treibhausgasemissionen im Jahr 2020 werden lediglich 30 bis 31 Prozent unter dem Niveau von 1990 liegen – wenn nicht sofort weitere Maßnahmen eingeleitet werden. 2007 war von Bundeskanzlerin Angela Merkel ein 40-Prozent-Ziel verkündet und seither von allen Bundesregierungen immer wieder bekräftigt worden. Die verheerenden Überflutungen in Asien, bei denen 40 Millionen Menschen betroffen und 1.200 Menschen ums Leben gekommen sind, belegen, dass die negativen Auswirkungen des Klimawandels für Viele in armen Ländern bereits jetzt Realität sind.

 

Guardian: Aserbaidschans Geldwaschmaschine und die Lobbygruppe des CSU-Politikers Lintner
Der britische Guardian berichtet von 3 Milliarden Euro aus Aserbaidschan, mit denen neben Luxusgütern auch europäische Politiker gekauft worden seien. Das Aliyev-Regime in Aserbaidschan wollte sich von Vorwürfen regelmäßiger Menschenrechtsverletzungen, systematischer Korruption und Wahlfälschung freikaufen. Betroffen ist auch der CSU-Politiker Eduard Lintner.

 


 

t04Impressionen aus Island 2017
EINE FOTOREIHE VON JÖRG WINTER

 
 

 


 

Ost-West- Eskalationsdynamik beenden
„Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges, Ärzte in sozialer Verantwortung e.V.“ (IPPNW) appelliert an die Bundesregierung, sich für eine konsequente Entspannungspolitik zwischen NATO und Russland einzusetzen. Konventionelle wie atomare Aufrüstung auf beiden Seiten treiben die Eskalationsdynamik voran und haben ein gefährliches Niveau erreicht. Besonders bedrohlich wird diese gegenseitige Kräftedemonstration durch die sehr reale Gefahr einer möglichen nuklearen Eskalation.

 

Nie wieder Krieg – Nie wieder Faschismus!
Der DGB bezieht am Antikriegstag 2017 Stellung zur Politik der Bundesregierung. Statt die Verteidigungsausgaben massiv zu erhöhen, brauche es eine gemeinsame Strategie der friedenssichernden Konfliktprävention. Ziel müsse sein, soziale Spannungen und Ungleichgewichte abzubauen und mit friedlichen Mitteln dafür zu sorgen, dass politische, wirtschaftliche und ökologische Krisen frühzeitig erkannt und abgewendet werden.

 


 

Verband der Islamischen Kulturzentren wünscht allen Muslimen ein gesegnetes Opferfest

 


 

Brot für die Welt kritisiert „Fluchtursachenbekämpfung“ der Bundesregierung
Die Bundesregierung deklariert die Bekämpfung von Fluchtbewegungen als Bekämpfung der Ursachen von Flucht und Vertreibung. Durch Genehmigung von Waffenexporten und andere wirtschaftspolitische Maßnahmen trägt sie eher dazu bei, dass Menschen aus ihrer Heimat fliehen müssen. Brot für die Welt erwartet von der künftigen Bundesregierung ein besser abgestimmtes Handeln, dass Entwicklungsländer nicht noch mehr ausbluteten.

 

Reporter ohne Grenzen: Verbot von linksunten.indymedia rechtsstaatlich fragwürdig
Auf dem Portal Linksunten.indymedia koordinierten Aktivisten Aktionen gegen Rassismus oder Proteste gegen Atommülltransporte, setzten sich mit der politischen Aufarbeitung der rechtsextremistischen Terrorserie des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ auseinander und tauschten Berichte, Erfahrungen, Meinungen und Analysen aus. Bundesinnenminister Thomas de Maizière verbot das Portal unter Rückgriff auf das Vereinsrecht, indem er die Betreiber als Verein einstufte und diesen für aufgelöst erklärte. Reporter ohne Grenzen kritisiert dieses Vorgehen als rechtsstaatlich gefährliche Entwicklung.

 

Umfrage: Deutsche wollen schärferes Vorgehen gegen Steuertricks
Kantar EMNID hat zwischen dem 10. und 16. August 2017 eine bundesweit repräsentative Umfrage zu den Steuervermeidungsstrategien von Konzernen durchgeführt. 83 Prozent der Befragten sind der Ansicht, international tätige Unternehmen sollten dazu verpflichtet werden, öffentlich zu machen, wo sie ihre Gewinne erzielen und welche Steuern sie darauf bezahlen. Das Thema soziale Gerechtigkeit hat Einfluss auf die Wahlentscheidung von 88 Prozent der Befragten.

 

Zehn Jahre Finanzmarktkrise: Halbherzige Maßnahmen gegen nächsten Crash
Das globalisierungskritische Netzwerk Attac warnt, sich auf die so genannten Wirtschafts- und Finanzmarktexperten zu verlassen. Vor zehn Jahren habe kaum einer von ihnen an die Gefahr eines Flächenbrandes auf den Finanzmärkten geglaubt. Heute, zehn Jahre nach Beginn der größten Krise des internationalen Finanzsystems seit dem Zweiten Weltkrieg, folgen Bundesregierung und andere zuständige Institutionen weiter dem Ratschlag dieser „Experten“ und leiten keine einschneidenden Reformen ein, die eine Wiederholung der Krise verhindern.

 


 

Antrag auf Festsetzung von 110 Millionen Euro Geldbuße gegen Porsche bei Staatsanwaltschaft Stuttgart
Beim Feilbieten von Fahrzeugen, die nicht mit der Typgenehmigung übereinstimmen, sind laut Deutscher Umwelthilfe die Voraussetzungen eines Bußgeldtatbestands erfüllt. Als Rechtsfolge sieht das Gesetz eine Sanktion von 5.000 Euro pro Fahrzeug vor. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat nun zu entscheiden, ob gegen den Autobauer Porsche Bußgelder in Höhe von insgesamt 110 Millionen Euro zu verhängen sind.

 

Deutsche Umwelthilfe legt „Acht-Punkte-Sofortprogramm für saubere Luft“ vor
Anstatt die Industrie unterwürfig um „freiwillige Angebote“ zu bitten, müssten die Autokonzerne zur vollständigen Behebung des durch ihren Betrug entstandenen Schadens und zur Einhaltung von Recht und Gesetz gezwungen werden, so die Deutsche Umwelthilfe. Und: „Wir werden alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen, um die illegalen Placebo-Software-Updates zu stoppen.“

 


 

Fotos: Jürgen Zubiller , Kaiserslautern.

 

 


 

IPPNW: Deutsche Waffenlieferungen in die Türkei endlich stoppen!
„Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges, Ärzte in sozialer Verantwortung e.V.“ (IPPNW) fordert anlässlich der jüngsten Verhaftung von MenschenrechtlerInnen, deutsche Waffenlieferungen an den NATO-Partner Türkei zu verbieten, auch die Auslagerung von Waffenproduktion in die Türkei, wie es zur Zeit von Rheinmetall mit Panzern geplant ist. Die IPPNW hat in Briefen an Bundeskanzlerin Angela Merkel und Außenminister Sigmar Gabriel appelliert, die türkische Regierung zudem an ihre Verpflichtung zu erinnern, Folter zu unterbinden und die Folterer zu bestrafen.

 

Finanzverwaltung behindert weiterhin Gemeinnützigkeit von Attac
Das Finanzamt Frankfurt legt dem kritischen zivilgesellschaftlichen Engagement von Attac weiterhin Steine in den Weg. Es versteht unter dem Satzungszweck „Volksbildung“ nur dann politische Bildung, wenn sie sich mit dem Status quo beschäftigt. Die Darstellung von Alternativen sei nicht gemeinnützig. Attac kann derzeit keine Spendenbescheinigungen ausstellen und wird in seinem gemeinnützigen Engagement für eine gerechte Gesellschaft und in seiner Bildungsarbeit stark eingeschränkt.

 


 

Antifeminismus und Gender-Kritik
Frauen und Männer sind gesetzlich gleichgestellt und können im Prinzip entscheiden, wie sie leben wollen. Allerdings werden diese Errungenschaften mittlerweile von rechtspopulistischen und christlich-fundamentalistischen Kräften, aber auch aus der liberalen Mitte heraus zunehmend bekämpft oder infrage gestellt. „Gender raus! Zwölf Richtigstellungen zu Antifeminismus und Gender-Kritik“ bietet verständliche Argumente und Anregungen, wie antifeministische Behauptungen und Parolen entlarvt und richtiggestellt werden können.

 

„Europa ist wichtiger Akteur beim globalen Landgrabbing“
Investoren sind ständig auf der Suche nach riesigen Landflächen, um Agrartreibstoffe anzubauen, Nahrungsmittel zu exportieren oder um damit schlicht zu spekulieren. Oftmals werden hierdurch örtliche Gemeinden von ihrem Land vertrieben. Die jüngste Absage von Bundeskanzlerin Merkel an die „klassische Entwicklungshilfe“ und die Ankündigung einer verstärkten Zusammenarbeit mit Konzernen und Finanzinvestoren lassen für die Landwirtschaft wenig Gutes erwarten.

 

Profit mit Nachhaltigkeit?
Wie kann unter der Zielsetzung von Profit- und Umsatzsteigerung bei der Entwicklungszusammenarbeit garantiert werden, dass auch die ärmere Bevölkerung von Kooperationen mit der Privatwirtschaft profitiert? Die SÜDWIND-Studie „Profit mit Nachhaltigkeit?“ weist auf die Chancen und Risiken hin. In einer Zeit, in der globale Krisen Ungleichheiten zwischen reichen und armen Ländern verschärfen und die Kluft zwischen Arm und Reich auch in wohlhabenderen Ländern steigt, muss die Politik als regulierende Kraft gestärkt werden.

 


 

Rüstungsexporte in Konfliktregionen sind Brandbeschleuniger
Die Gemeinsame Konferenz Kirche und Entwicklung (GKKE) fordert ein wirksames Rüstungsexportkontrollgesetz. Gemäß Rüstungsexportbericht 2016 der Bundesregierung steht vor allem die Fortsetzung der Lieferung von Kriegswaffen und Rüstungsgüter an Staaten der von Saudi-Arabien angeführten Militärkoalition, die im Jemen Krieg führt, in der Kritik. Diese Region brauche nicht mehr Waffen, sondern eine politische Initiative zur Friedensförderung.

Rheinmetall: Krisen- sind Wachstumsregionen
Munition ist die kriegsnotwendige Waffe schlechthin. Damit macht Rheinmetall einen substantiellen Teil seiner Umsätze und Gewinne. Durch den Export von Munitionsfabriken unterläuft und untergräbt der Konzern politische Entscheidungen sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene.

 

Thema Leak des EU-Japan-Handelsvertrags

DGB: Transparenzoffensive der EU im Kontext von TTIP ist ein Witz!
Nach dem Leak von Verhandlungsdokumenten zum seit 2013 völlig geheim verhandelten Handelsabkommen zwischen EU und Japan (Jefta) ist klar, dass das Abkommen die verbindliche Ratifizierung zu grundlegenden arbeitnehmerrechtlichen Standards nicht vorsieht. DGB-Vorsitzender Reiner Hoffmann stellt fest, die EU-Kommission habe aus den Ereignissen um TTIP und CETA nichts gelernt: „So wird die Akzeptanz der europäischen Institutionen und der Handelspolitik nicht gesteigert.“

Leak des EU-Japan-Handelsvertrags: EU-Kommission macht so weiter, als hätte es TTIP und CETA nie gegeben
Die EU-Kommission macht in der Handelspolitik so weiter, als hätte es die Proteste gegen TTIP und CETA nie gegeben. Das Abkommen mit Japan soll Märkte öffnen, aber soziale und ökologische Regeln werden nicht globalisiert. Das Nachhaltigkeitskapitel des im Juni 2017 geleakten Vertrags bleibt auch als ganzes ein zahnloses Tiger, ohne jede Sanktionsmöglichkeit; dagegen können Investoren ihre Rechte vor undemokratischen Schiedsgerichten einklagen.

LEAK: EU verhandelt TTIP-Zwilling mit Japan
Am 21. März 2017 geleakte Verhandlungsdokumente geben erstmals Einblick in das seit 2013 völlig geheim verhandelte Handels- und Investitionsabkommen zwischen der EU und Japan (hier JEFTA). Die Dokumente zeigen, dass es sich dabei in weiten Teilen um einen TTIP-Zwilling handelt.

 
 
 

 


 

Kampagne „MACHT FRIEDEN“ fordert Ende des deutschen Syrieneinsatzes
Am Syrienkonflikt sind mehr als 20 Staaten direkt oder indirekt beteiligt. Mehr als 200 bewaffnete Gruppen kämpfen in wechselnden Konstellationen und Bündnissen mit- und gegeneinander. Deutsche Politik kann mit friedlichen Mitteln dazu beitragen, dass der Krieg in Syrien beendet und der Terrorismus ausgetrocknet wird, meint die Kampagne „MACHT FRIEDEN. Zivile Lösungen für Syrien“, die von 25 Organisationen und Gruppen der deutschen Friedensbewegung getragen wird.

Horst Teltschik: Einen neuen Kalten Krieg durch eine neue Entspannungspolitik verhindern!
Horst Teltschik greift Frank Walter Steinmeiers Appell vom August 2016 für einen „Neustart der Rüstungskontrolle“ auf mit einer Reihe von konkreten Vorschlägen für die von der Zivilgesellschaft geforderte „breite gesellschaftliche und parteiübergreifende Debatte über Entspannungspolitik“. Wie der ehemalige US-amerikanische Verteidigungsminister William Perry schätzt Teltschik die Gefahren einer Atomkatastrophe heute größer ein als während des Kalten Krieges.

Kirchentag: Kritik an Atomwaffenpolitik der Bundesregierung
Die Teilnehmenden des Evangelischen Kirchentags 2017 verurteilen die Blockadehaltung der Bundesregierung gegenüber den Verhandlungen um ein internationales Atomwaffenverbot. „Wir fordern die Bundesregierung auf, die ‚Nukleare Teilhabe‘ der Bundesrepublik Deutschland jetzt aufzugeben und die Lagerung von Kernwaffen auf deutschem Boden, wie beispielsweise im US-amerikanischen Atomwaffenlager in Büchel / Rheinland-Pfalz, zu verbieten“, heißt es in einer Resolution.

 


 

US-Unternehmen: Ein Dollar für steuerpolitische Lobbyarbeit bringt 1.200 Dollar an Steuernachlässen
Oxfam America hat gemeinsam mit dem Institute for Taxation and Economic Policy Steuererklärungen und andere öffentlich zugängliche Berichte der 50 größten US-Unternehmen ausgewertet. Zwischen 2009 und 2015 haben die untersuchten Unternehmen 325 Millionen Dollar in Richtung US-Regierung für Lobbyarbeit zu Steuerfragen augegeben. Das hat dazu beigetragen, ihnen Steuernachlässe in Höhe von über 423 Milliarden Dollar zu sichern.

Anhaltspunkte für exzessive Nutzung von Steueroasen bei den 20 größten Banken der EU
Die Nothilfe- und Entwicklungsorganisation Oxfam hat gemeinsam mit Fair Finance Guide International die Finanzflüsse der 20 größten Banken der EU ausgewertet. Danach scheint es, dass die Banken massiv Gewinne in Steueroasen verschieben und sich so vor ihrem fairen Steuerbeitrag zum Gemeinwohl drücken. 26 Prozent des Gewinns der untersuchten Banken fallen in Steueroasen an, obwohl sie dort nur zwölf Prozent ihres Umsatzes erwirtschaften und nur sieben Prozent ihres Personals beschäftigen.

 


 

t04Ewige Suche
Freundlich, nett, kontaktfreudig, lieb, sogar sehr lustig, offen und unkompliziert. Wundere dich nicht, wenn du dich in deiner Bewerbung für ein WG-Zimmer selbst nur am eigenen Foto erkennst, vor allem wenn du in Freiburg auf der Suche bist.

 
 

t04Wildpferdefang in Dülmen 2016
Im westfälischen Dülmen leben in einem etwa 350 Hektar großen Naturschutzgebiet an die 300 Wildpferde. Um die Rasse der kleinen Pferde möglichst unverändert und stabil zu erhalten, werden am letzten Samstag im Mai jedes Jahres die jungen Hengste von Hand gefangen und versteigert. EINE FOTOREIHE VON JÖRG WINTER