Gewalt befeuert die humanitäre Krise im Südsudan
Das Unvermögen der im Südsudan stationierten Blauhelmtruppe, die Zivilbevölkerung effektiv zu schützen, macht Hilfsorganisationen die Arbeit unmöglich. Sie können sich nicht mehr ungehindert bewegen und ihre Hilfe dorthin bringen können, wo sie benötigt wird. Die Projektstandorte können nicht mehr mit Nachschub beliefert werden, der notwendig ist, um Hilfsmaßnahmen und die Versorgung mit Hilfsgütern durchzuführen.

 

Exportstopp für deutsche Brennelemente nach Doel, Fessenheim und Cattenom
Deutschland ist nach wie vor von alternden Atomkraftwerken und einer weiterhin aktiven Nuklearindustrie bedroht. Während Atomkraftwerke bis Ende 2022 abgeschaltet werden sollen, bleibt die nukleare Infrastruktur unangetastet. Die Brennelementefabrik in Lingen beliefert Kernkraftwerke im Ausland, deren Stilllegung die Bundesregierung aus Sicherheitsgründen fordert.

 

Finanzministerium torpediert Auflagen für Unternehmen zur Einhaltung von Menschenrechten
Das Bundesfinanzministerium versucht, aus dem bisherigen Entwurf eines deutschen Aktionsplans für Wirtschaft und Menschenrechte alle Menschenrechtsauflagen für Unternehmen zu streichen. Überdies stellt das Ministerium die Umsetzung des gesamten Aktionsplans unter einen allgemeinen Finanzierungsvorbehalt. Damit torpediert es jeglichen Fortschritt bei der Durchsetzung von Menschenrechten in der Wirtschaft.

 

Attentäter: mehr Zurückhaltung bei der Formulierung psychischer Hintergründe!
In der Medienberichterstattung erscheint bei Attentätern sehr schnell die Erklärung „psychisch krank“, obwohl in der Regel die diagnostische Informationsgrundlage fehlt. Eine laienhafte Beschreibung von Persönlichkeiten durch interviewte Bekannte reicht nicht aus. Die vorschnelle und undifferenzierte Zuordnung von Gewalt und psychischer Krankheit erhält die bereits bestehende Stigmatisierung psychisch kranker Menschen aufrecht und steigert sie noch.

 

Climate Engineering
Ein Abriss zu bisher angestellten Überlegungen, das Erdklima nachhaltig zu verändern, um eine Klimastabilisierung zu erhalten. Manche Vorschläge muten abenteuerlich an. Am Ende könnte das Ergebnis stehen, was durch Climate Engineering verhindert werden soll: die Gefährdung des Lebens auf diesem Planeten. VON WOLFGANG OSTERHAGE

 

Brot für die Welt fordert: Keine Patente auf essentielle Medikamente!
Für alle HIV-Positiven muss der Zugang zu lebenslanger Behandlung verbessert werden. Neue Medikamente für HIV und für Ko-Infektionen wie Hepatitis C und Tuberkulose müssen zu bezahlbaren Preisen zur Verfügung stehen. Brot für die Welt setzt sich dafür ein, dass mehr finanzielle Mittel für öffentliche Forschung bereitgestellt und keine Patente auf essentielle Medikamente vergeben werden.

t04Das Leben im Busch
Karin Wildberger aus Kaiserslautern berichtet von ihrem Einsatz bei „Brot für die Welt“ in Kamerun: „Jeder denkt, Deutschland sei das Land, in dem Milch und Honig fließt. Es dauert meist sehr lange, Kamerunern klar zu machen, dass in Deutschland nicht jeder reich ist und nicht jeder eine super Bildung genießt und es durchaus auch Kriminalität und Armut in Deutschland gibt (auch wenn ich hier zugeben muss, dass sich beides bei uns schon auf einer anderen Ebene abspielt, Stichwort: Unterstützung vom Staat die ist in Kamerun nämlich gleich null).“ VON KARIN WILDBERGER

 

Weshalb decken die EU-Staaten als Gemeinschaft das „cycle-beating“-Verhalten der Hersteller?
Volkswagen in der sogenannten Abgas-Affäre als alleinigen Bösewicht herauszustellen, wird den Tatsachen nicht gerecht. In Europa ist Volkswagen ein Täter unter anderen Tätern – die sämtlich vom Staat einen Freibrief erhalten hatten. Das Muster war das aus der Bankenkrise bekannte: Too big to prosecute. DIE KOLUMNE VON HANS-JOCHEN LUHMANN

 

Thema: Südsudan

Südsudan: Ein neuer Krieg muss unbedingt verhindert werden
Tiefes Misstrauen prägt die Beziehungen zwischen Angehörigen der unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen. Der geringste Anlass konnte zu einem neuen Gewaltausbruch führen – genau, wie es am Abend des 8. Juli 2016 geschah. Wenn die neue Tragödie nicht verhindert wird, wird innerhalb von Tagen all das vernichtet, was über die Jahre aufgebaut wurde. VON MARINA PETER

Südsudan: Tod und Zerstörung – Don Bosco Hilfe stößt an Grenzen
Im Südsudan suchen immer mehr Menschen Zuflucht bei den ortsansässigen Salesianern Don Boscos. Mehr als 4.000 Menschen, vor allem Frauen und Kinder, suchen dort Schutz vor Artilleriebeschuss und willkürlicher Gewalt. Für Pater David Tullimelli SDB in Juba ist eine Evakuierung keine Option: Die Salesianer werden bleiben, da sie hier am meisten gebraucht werden.

Südsudan: Zehntausende Menschen auf der Flucht
Zehntausende Menschen im Südsudan haben wegen der Kampfhandlungen in der Hauptstadt Juba und der nördlichen Stadt Wau ihre Häuser verlassen und suchen derzeit in Kirchen, Ordenshäusern, Priesterseminaren, Schulen und öffentlichen Gebäuden Schutz, weil sie um ihr Leben fürchten. Die Versorgungslage ist in dem ohnehin von Dürre geplagten ostafrikanischen Land äußerst angespannt.

 

Thema: Frieden und Rüstung

Der Warschauer NATO-Gipfel: ein weiterer Baustein der Verständigung ist niedergerissen
Die Welt ist kein Spielplatz – womit die europäischen und russischen Politiker nach dem Warschauer NATO-Gipfel spielen, ist das Leben von Millionen Menschen. Es ist an der Zeit, zu überlegen, wie der Streit um die Krim und um die Rechte der russischen Minderheit in der Ostukraine konstruktiv beigelegt werden kann. Sicherheit kann es nicht voreinander, sondern nur als gemeinsame Sicherheit geben.

Militärische Abschreckung ohne Provokation ist nicht möglich
„Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges – Ärzte in sozialer Verantwortung e.V.“ (IPPNW) warnt vor einem Rückfall in die nukleare Eskalationspolitik des „Kalten Krieges“. Ausgelöst durch den Ukraine-Konflikt sind die Grenzen in Osteuropa zu Russland zur Bruchlinie Europas geworden. Die NATO und Russland setzen nach wie vor auf Atomwaffen als Mittel zur Abschreckung.

Früherer Grünen-Chef Ludger Volmer warnt in Offenem Brief vor drohendem Krieg mit Russland
In einem Offenen Brief fordert der Mitbegründer und ehemalige Parteivorsitzende von „Bündnis 90/Die Grünen“ seine Partei auf, aus der Eskalationsspirale gegen Russland auszusteigen. Hier steht der Originaltext des Briefes: Die Grünen verzichten auf eine kritische Außen- und Friedenspolitik. Sie schweigen – von Einzelstimmen abgesehen – zur Eskalation an der Ostgrenze von Nato und EU. Man hört von ihnen, wenn überhaupt, fast nur das geschmeidige Herunterbeten von Nato-Parolen.

Deeskalation statt forcierte Aufrüstung!
Die gegenwärtige Politik der Russischen Föderation und der NATO läuft in Richtung wechselseitiger Verfeindung, die verhängnisvolle Wirkungen haben kann und erneut einer Spaltung des Kontinents das Wort redet. Die Vereinigung Deutscher Wissenschaftler fordert die Bundesregierung deshalb dazu auf, einer weitergehenden Verstärkung der NATO-Präsenz an den östlichen Grenzen der EU mit Entschiedenheit entgegenzutreten. Es geht nicht nur um militärische, sondern auch politische Maßnahmen, über letztere wird aber kaum debattiert.

Anhaltendes Desaster in der Rüstungsexportpolitik erfordert Revision der gesetzlichen Grundlagen
Die Gemeinsame Konferenz Kirche und Entwicklung (GKKE) erinnert anlässlich des am 6. Juli 2016 veröffentlichten Rüstungsexportberichts 2015 der Bundesregierung daran, dass Empfänger von Kriegswaffen aus deutscher Produktion gegenwärtig Krieg führen: Katar und Saudi-Arabien sind im Jemen aktive Parteien in einem bewaffneten Konflikt. Seit Beginn der dortigen Kampfhandlungen vor einem Jahr wurden rund 6.000 Zivilisten getötet und 80 Prozent der Bevölkerung sind auf humanitäre Hilfe angewiesen.

„Nicht Interventionskriege sind geeignet, die internationale Sicherheit voranzubringen, sondern ernsthafte Abrüstungsanstrengungen“ – IPPNW bezieht Stellung zur NATO-Übung in Polen
Kriege und Kriegsmanöver sind ungeeignet, die internationale Sicherheit voranzubringen. Dazu braucht es vielmehr ernsthafte Abrüstungsanstrengungen, Demilitarisierung der Konfliktgebiete, energische Unterstützung für die Menschen in verelendeten Weltregionen und die Stärkung eines gleichberechtigten Zusammenlebens, das auf solidarischer Kooperation statt auf eigennütziger Gewinnmaximierung beruht.

Menschliche Sicherheit statt Interventionskriegen
Der Beschlusstext von der IPPNW-Mitgliederversammlung am 21. Mai 2016 in Mönchengladbach: „Die IPPNW Deutschland wird sich gemeinsam mit ihren Partnern in der Friedensbewegung für eine Rückkehr Deutschlands zur Einhaltung des Völkerrechts und der Friedenspflicht des Grundgesetzes einsetzen, und für die Beendigung der deutschen Beteiligung an von NATO-Mächten geführten Kriegen und Kriegsvorbereitungen weltweit eintreten…“

 

Thema: Dialog der Religionen

Konfliktfreies Zusammenleben unterschiedlicher Religionen und Weltanschauungen
Wo Menschen unterschiedlicher Religion und Weltanschauung zusammenleben und Konflikte entstehen, sind offene und zugleich respektvolle Debatten notwendig. In einer freiheitlichen Gesellschaft haben alle die Vielfalt an Religionen und Weltanschauung zu ertragen. Entscheidend ist es, den anderen Menschen mit seiner Weltanschauung zu akzeptieren, auch wenn diese von der eigenen abweicht.

Martin Luther und was noch aussteht
Wir verstehen die heutige Gestalt der evangelischen Kirche als Frucht der Reformation. In einem institutionellen und kulturellen Sinne ist dies zweifellos richtig. Doch die Kontinuitäts- und Traditionsmomente täuschen darüber hinweg, wie weit wir ansonsten von der Reformation entfernt sind. Die Aufgabe einer verantwortbaren Vermittlung von forschungsbasiertem wissenschaftlichem Reformationsbild im 500sten Jahr der Reformation 2017 und allgemeiner Öffentlichkeit ist gescheitert. VON THOMAS KAUFMANN

Volker Beck zu Ditib: Sehr viel türkische Politik
Religionspolitiker mahnen offenere Debatten über und mit Religionen an. Das Religionsverfassungsrecht sei offen für Vielfalt, nicht nur für die christlichen Kirchen. Der Grünen-Politiker Volker Beck kritisiert Islam-Verbände, Kerstin Griese von der SPD warnt vor Entfremdungstendenzen innerhalb der Gesellschaft, wenn keine Debatten über Religion geführt werden.

t04Hermann Lübbe: „Gegenüber Muslimen nicht als Religionsaufklärer auftreten“
Deutschland sollte gegenüber Religionen wie dem Islam, die durch Zuwanderung neu ins Land kommen, nicht als „Religionsaufklärer“ auftreten. Hermann Lübbe kritisiert den deutschen Umgang mit Religionen, die neu ins Land kommen. Die Religionspolitik der USA dagegen erlaube Koexistenz von unvereinbaren religiösen Optionen.

 

Thema: Ernst Jünger

Zeigen, wer man ist: der Widerstand der Brüder Jünger
Im Gegenüber einer von Ernst Jünger beschriebenen ritterlichen Oberwelt und einer Unterwelt, in der “Gelichter“ sein Wesen treibt ist Demokratie keine Kategorie. Ihre Präsenz ist in diesem Kosmos kein Maßstab für akzeptabel und inakzeptabel, für Zustimmung und Ablehnung und damit für Grund zum Widerstand oder nicht. VON HELMUT FALKENSTÖRFER

Widerstand als Element der Politik
Ernst Jünger sah Widerstand als Funktion der Freiheit. Ein ursprüngliches Verhältnis zu Freiheit wird sich an gesellschaftlichen Zwängen reiben. Das kann im extremen Falle eine Diktatur sein. Es kann sich aber auch um die Zwänge der nach den Geboten der Technik durchorganisierten Gesellschaft handeln. VON HELMUT FALKENSTÖRFER

 

Thema: Zivilgesellschaft

Brot für die Welt-Präsidentin Cornelia Füllkrug-Weitzel zum Entwurf des Bundeshaushalts 2017: „Falsches Signal!“
Die mittelfristige Finanzplanung der Bundesregierung sieht keine weitere Erhöhung der Mittel für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe in den kommenden Jahren mehr vor. Es zeichnet sich eine Tendenz ab, Entwicklungszusammenarbeit immer mehr zur Abwehr von Flüchtlingen zu instrumentalisieren, statt in den ärmsten Ländern eine menschenrechtsbasierte nachhaltige Entwicklung zu ermöglichen, die Menschen in ihrer Heimat Lebensperspektiven eröffnet.

„Das vergiftete nukleare Erbe für zukünftige Generationen darf nicht noch weiter wachsen“
„Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges“ stimmt der Kritik der Anti-Atom-Bewegung am Abschlussbericht der Endlagerkommission zu: „Mit Hilfe dieses Auswahlverfahrens kann ein Atommüllendlager auch an einem geologisch hochproblematischen Standort legitimiert und endgültig durchgesetzt werden.“ In der Kommission waren Vertreter der Atomindustrie nicht nur mit Sitz, sondern auch mit Stimme vertreten.

Bündnis „CETA & TTIP stoppen! Für einen gerechten Welthandel!“ ruft zu sieben Großdemonstrationen gegen CETA und TTIP auf
Im Oktober 2016 soll CETA, das bereits fertig verhandelte Abkommen mit Kanada, unterzeichnet werden. CETA stellt in wesentlichen Teilen eine Blaupause für TTIP dar. Nach dem Willen der EU-Kommission soll es als reines EU-Abkommen ohne Zustimmung der Parlamente der Mitgliedstaaten beschlossen werden. Mit bundesweit sieben Großdemonstrationen in Berlin, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln, Leipzig, München und Stuttgart sollen am 17. September 2016 CETA und TTIP verhindert werden. Erwartet werden insgesamt weit mehr als 100.000 Menschen.

TTIP2016_Banner_1920x1080

 

Nachhaltigkeitsstrategien müssen europäischer werden
Der bisherigen Nachhaltigkeitsarchitektur müssen neue Formen gesellschaftlicher Partizipation an die Seite gestellt werden. Das wäre auch ein deutliches Zeichen an europäische Regierungen, die die Zivilgesellschaft in ihren Ländern immer mehr einengen. TTIP hingegen droht ein großes Hindernis für die Umsetzung von global gerechter Nachhaltigkeit zu werden.

Nach dem Brexit-Votum: Die Menschen sind es leid, ihr Leben vom Willen der Finanzmärkte, Konzerne und Eliten diktieren zu lassen
Germanwatch und Attac fordern erneuerte, an sozialen und ökologischen Werten orientierte EU und warnen vor rechter Hetze. Die britische Entscheidung für den EU-Austritt ist ein alarmierendes Zeichen für die tiefe Krise der Europäischen Union. Drin bleiben- oder Raus-Entscheidungen sind keine Lösung.

ÄRZTINNEN UND ÄRZTE VERURTEILEN STIMMUNGSMACHE GEGEN FLÜCHTLINGE UND IHRE BERUFSGRUPPE
Die Unabhängigkeit ärztlicher Entscheidungen von regierungspolitischen Interessen ist ein Grundpfeiler der ärztlichen Ethik und der Rechtsstaatlichkeit. Es ist für eine Reihe von Ärzteorganisationen nicht hinnehmbar, dass der Bundesinnenminister mit ungeprüften beziehungsweise erfundenen Zahlen Stimmung gegen Flüchtlinge und ihre Berufsgruppe macht.

Verhaftung von Bürgerrechtlern in der Türkei
Die ärztliche Friedensorganisation „Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges, Ärzte in sozialer Verantwortung e.V.“ (IPPNW) fordert von der Bundesregierung, auf Erdogan einzuwirken. Die EU-Vereinbarung mit der Türkei in der Flüchtlingsfrage dürfe nicht dazu führen, dass Europa die Augen vor den kriegsähnlichen Zuständen in der Südosttürkei und der zunehmenden Repression gegen Oppositionelle verschließe.

Solidarität mit den „Nuit debout“-Protesten gegen die Arbeitsrechts-„Reform“ in Frankreich
Ein vom Wissenschaftlichen Beirat von Attac veröffentlichter offener Brief macht deutlich, dass die „Nuit debout“-Proteste gegen die nach deutschem Vorbild durchgezogenen Arbeitsrechts-„Reformen“ in Frankreich berechtigt und notwendig sind. Die „Reformen“ sind Teil eines zerstörerischen Standort-Wettbewerbs, der zu Ungleichheiten führt und den demokratischen wie sozialen Zusammenhalt in der Europäischen Union schwer schädigt. Die Forderung der Streikenden, abhängige Arbeit solle aufgewertet und deren finanzielle und moralische Herabwürdigung beendet werden, wird von den Unterzeichnenden unterstützt.

Attac und die Gemeinnützigkeit: Eine Demokratie braucht politisch streitbare Akteure
Mit der Behauptung, Attac sei zu politisch, hat das Finanzamt Frankfurt dem Netzwerk 2014 den Status der Gemeinnützigkeit entzogen. Allerdings verbietet das Gesetz gemeinnützigen Vereinen keine politischen Aktivitäten, sondern schließt lediglich die Förderung von Parteien aus. Attac stellt fest, dass seine Aktivitäten vom gemeinnützigen Zweck der Förderung des demokratischen Staatswesens gedeckt sind, weil das Netzwerk über die Gefahren einer zu stark deregulierten Wirtschaft aufklärt.

 

Thema: Klimaschutz

Angela Merkel stark bei internationalem Klimaschutz, aber unglaubwürdig zuhause
Die Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch begrüßt die Ankündigung der Kanzlerin, dass Deutschland noch in diesem Jahr das Pariser Abkommen ratifizieren wird. Der Erfolg dieser Initiativen ist allerdings fraglich, solange Deutschland selber kein glaubwürdiger internationaler Partner ist – ohne einen starken Klimaschutzplan 2050 und einen Ausstiegsbeschluss aus der Kohle bis spätestens 2035.

Petersberger Klimadialog: Bundesregierung muss Klimaschutzpartnerschaften für umfassende Umsetzung des Pariser Abkommens schließen
Beim Klimadialog Anfang Juli 2016 in Berlin wird vor allem darüber beraten, wie das Pariser Klimaabkommen vollständig, wirksam und schnell umgesetzt werden kann. Dazu müssen Kooperationen mit Ländern wie Indien oder Marokko auf den Weg gebracht werden, damit die Umsetzung gelingen kann. Diese Länder stehen vor der Entscheidung, ob sie jetzt noch in fossile Energie investieren oder direkt auf Erneuerbare Energie und Energieeffizienz setzen.

Klimaschutzplan 2050: Bundesregierung kapituliert vor Interessen der fossilen Industrie
Knapp sieben Monate nach dem erfolgreichen Klimagipfel von Paris traut sich die Bundesregierung nicht, die CO2-Emissionsziele wie notwendig anzuheben. Die Konkretisierung bei den vorgeschlagenen Maßnahmen erreicht oft nicht einmal das Niveau von Prüfaufträgen. Dabei wird der Klimawandel für immer mehr Menschen weltweit zur existenziellen Herausforderung.

Mehr als 40 Organisationen legen gemeinsamen „Klimaschutzplan 2050“ vor
Ein breites Spektrum von mehr als 40 Organisationen appelliert an die Bundesregierung, die nationalen Klimaschutzziele zu verschärfen und dies gesetzlich festzuschreiben. In ihrem „Klimaschutzplan 2050 der Zivilgesellschaft“ beschreiben sie detailliert die notwendigen Transformationspfade und politischen Maßnahmen in unterschiedlichen Sektoren sowie übergreifende Strategien.

 

Thema: Gerechtigkeit

Attac: Sanktionen gegen Spanien und Portugal ökonomisch und sozial absurd – keine erneuten Bankenrettungen auf Kosten der Allgemeinheit
Staaten, die finanziell in Not sind, Hilfen zu kürzen oder sie gar mit Strafzahlungen zu belegen, führt sie noch tiefer in finanzielle Not, stellt das globalisierungskritische Netzwerk Attac fest und kritisiert den Versuch der Bankenlobby, mit Unterstützung des Internationalen Währungsfonds (IWF) erneut staatliche Hilfsprogramme für Banken durchzusetzen. Die Politik sollte endlich dafür sorgen, dass die Krisenkosten der Banken nicht mehr weiter auf die Bürgerinnen und Bürger abgewälzt werden.

Bundesagrarminister Christian Schmidt erhält einen Koffer voller Milchpulver
Milchpulver steht im Zentrum der aktuellen Milchkrise. In dieser Form wird aus wertvoller Milch ein anonymes Massenprodukt. Dazu gehören unterbezahlte Erzeuger auf der einen Seite und zerstörte Entwicklungsperspektiven in Ländern, deren Bäuerinnen und Bauern keine Chance haben, mit dem billigen Pulver aus Europa zu konkurrieren.

Emnid-Umfrage unter Türkeistämmigen in Deutschland: Allgemeines Wohlbefinden und mangelnde soziale Anerkennung
Politik und Zivilgesellschaft sollten dringend mehr Kontakte zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen fördern. Die deutsche Mehrheit sollte mehr Verständnis für die spannungsreiche Lage der Türkeistämmigen – zwischen Herkunftsprägung und Anpassung – aufbringen. Die Türkeistämmigen wiederum sollten auf Vorbehalte nicht nur empört reagieren, sondern sich auch kritisch mit den gleichwohl anzutreffenden fundamentalistischen Tendenzen in den eigenen Reihen auseinandersetzen.

Attac legt Vorschlag für gerechte Erbschaftssteuer vor
Attac hat einen eigenen Vorschlag für eine umfassende Reform der Erbschaftssteuer vorgelegt. Erbschaften großer und größter Vermögen sollen deutlich höher besteuert werden als im Konzept der Regierungskoalition. Die Erben von kleinen Erbschaften und Schenkungen, die derzeit am meisten abgeben müssen, sollen entlastet werden: Attac schlägt einen Freibetrag von zwei Millionen Euro pro Person vor – für alle Zuwendungen aus Erbschaften und Schenkungen insgesamt im Leben.

Schon über 120.000 fordern: Keine Steuergeschenke für Milliardäre!
Binnen weniger Tage haben bereits über 120 000 Menschen einen Online-Appell gegen die Privilegierung von Superreichen bei der Erbschaftssteuer unterzeichnet. „Die Erbschaftssteuer muss dazu beitragen, die massive soziale Ungleichheit in der Gesellschaft zu verringern, statt sie weiter zu verschärfen“, so Lisa Großmann, Koordinatorin des Netzwerk Steuergerechtigkeit.

Erbschaftsteuer: Offener Brief an Finanzminister der Länder

Finanzierung von Menschenrechtsverletzungen durch Handel mit Mineralien
Die Europäische Union importiert 16 Prozent der weltweit gehandelten sogenannten Konfliktmineralien Zinn, Wolfram, Tantal und Gold, unter anderem zur Herstellung von Technologieprodukten. Bisher sind weiterverarbeitende Unternehmen wie Elektronikhersteller und die Autoindustrie noch vollkommen aus der Verantwortung ausgenommen.

 


 

Ein Résumé
Nach drei Monaten kennt man sich auf Gran Canaria aus, ist eingelebt. Wir haben die Gewohnheiten der Deutschen auf der Insel kennengelernt. So ein bisschen soll alles so wie zuhause in Deutschland sein. Diese Halbjahresresidenten haben auch in Deutschland untereinander Kontakt, obgleich sie landesweit verstreut wohnen. DAS GRAN-CANARIA-TAGEBUCH VON HEIDEROSE GÄRTNER-SCHULTZ

 


 

t04Wildpferdefang in Dülmen 2016
Im westfälischen Dülmen leben in einem etwa 350 Hektar großen Naturschutzgebiet an die 300 Wildpferde. Um die Rasse der kleinen Pferde möglichst unverändert und stabil zu erhalten, werden am letzten Samstag im Mai jedes Jahres die jungen Hengste von Hand gefangen und versteigert. EINE FOTOREIHE VON JÖRG WINTER

 

t04Stefan Köhler-Holle: Street Art Bremen II
Die neue Reihe mit Street Art in Bremen.

 
 
 

Menschenrechtsverletzungen und Kriegsverbrechen im Südosten der Türkei
Kurdische Menschenrechtsorganisationen berichten von zahllosen Menschenrechtsverletzungen und Kriegsverbrechen des türkischen Militärs und der Spezialkräfte. Scharfschützen zielten in den Straßen auf ZivilistInnen, Krankenhäuser wurden geschlossen und zu Militärstützpunkten oder Polizeistationen gemacht, der Zugang zu Gesundheitsdiensten wurde verweigert, Helfer bedroht und getötet.

 

Aktuelle Fotoreihen unserer Fotografen




Stefan Köhler-Holle:
Street Art Bremen



Clemens Schlüter:
Porträts der Kleinen Völker Äthiopiens

 
 

„Parteien haben die Religionspolitik vernachlässigt – AfD nutzt das aus“
Die Politik reagiert auf die wachsende Religionsvielfalt nur langsam und zögerlich. In der Kopftuchgesetzgebung hat sie Probleme verschärft statt sie zu lösen. Von einer systematischen und flächendeckenden Religionspolitik zur Sicherung der gleichen Religionsfreiheit etwa von Muslimen kann bisher nicht die Rede sein.

 

Fotos: Nata Uchava, Freiburg.

 

Argentinien: Teure Kreditaufnahme zur Auszahlung der Geier
In diesen Tagen gibt Argentinien Staatsanleihen in Höhe von 15 Milliarden US-Dollar aus. Der Großteil des erlösten Geldes fließt direkt an die Gläubiger die vor US-amerikanischen Gerichten auf volle Bezahlung ihrer Forderungen geklagt haben, die sie nach der argentinischen Wirtschaftskrise 2001 zu einem Bruchteil des ursprünglichen Wertes aufgekauft hatten. Verglichen mit dem Einkaufswert erzielen sie einen Gewinn von bis zu 1.000 Prozent.

 

Unsere Kolumnisten




Hans-Jochen
Luhmann

Die politische Kolumne



Heiderose
Gärtner-Schultz

Im Vorübergehn



Karin
Wildberger

Tagebuch aus Kamerun

 
 

t04Rassismus in der Friedensbewegung: Gibt’s doch gar nicht! Oder?
Strukturelle Gewalt prägt unsere Gesellschaft: in Form von sozialer Ungerechtigkeit, Armut oder Diskriminierung aufgrund von Geschlecht, Hautfarbe, Herkunft, sexueller Orientierung oder anderen willkürlich gesetzten Zuordnungen. Friedensorganisationen müssen sich auch mit diesen Themen auseinandersetzen.

 

Thema: Martin Luther

500 Jahre Reformation in Deutschland: Wie erinnern wir uns daran?
Die gesellschaftspolitische Lage, in der die meisten Christen in Deutschland, Europa und weiten Teilen der übrigen Welt heute leben, hat sich gegenüber dem Reformationszeitalter gewandelt: Katholiken und Protestanten leben heute in Deutschland meist friedlich zusammen, sie leben zudem inmitten einer religiös pluralistischen Bevölkerung, in der mehr als ein Drittel überhaupt keiner Religionsgemeinschaft angehören. Die beiden großen Traditionsstränge des westlichen Christentums, Katholizismus und Protestantismus, bilden nur zwei Seiten derselben Medaille. Sie so zu betrachten, scheint heute unserer Situation angemessener zu sein als eine ewige Wiederholung der alten und meist veralteten Kontroversen. VON LUCIAN HÖLSCHER

Volker Leppin, „Die fremde Reformation“ (Rezension)
Allzu einheitliche Vorstellungen und strikte Modelle der bisherigen Geschichtsschreibung profilieren die Reformation auf Kosten einer Negativzeichnung des Mittelalters und reduzieren dessen Komplexität. Leppin betrachtet Luther konsequent in seinem spätmittelalterlichen Umfeld und gelangt damit zu überraschenden theologischen Erkenntnissen und historischen Ergebnissen. Der junge Luther war demnach einer von vielen mystischen Schriftstellern, seine Botschaft kein unvermittelter Bruch mit einem versteinerten Mittelalter.

Protestantische Frömmigkeitskultur in Deutschland: Das Konzept der Konfession
Das Konzept der „Konfession“ war im Deutschland des 19. Jahrhunderts das entscheidende begriffliche Instrument zur Gleichstellung der christlichen Religionsparteien unterhalb der Oberhoheit des Staates. Die religiöse Lage innerhalb der heutigen deutschen Zivilgesellschaft spiegelt sich im Konzept der „Konfession“ nur noch teilweise wieder. Ethische und politische, selbst religiöse Überzeugungen zwischen Kirchenmitgliedern und Nichtmitgliedern unterscheiden sich kaum noch, Glaubensunterschiede zwischen Katholiken und Protestanten sind gering geworden. VON LUCIAN HÖLSCHER

Volker Reinhardt, „Luther der Ketzer“ (Rezension)
Volker Reinhardt zeigt, warum die Päpste das „Geschrei“ im fernen Deutschland oft nicht ernst nahmen und zeichnet ein erstaunlich neues Bild von dem Kampf und dem Konflikt der Mentalitäten und Interessen, der die Welt bis heute verändert hat. Luther erscheint dabei immer wieder als ein „Genie der Netzverknüpfung und der Mediennutzung“. Das Feindbild des Papsttums vergewisserte ihn zunehmend über seinen eigenen Standort, lieferte Selbstbestätigung und die nötigen Energien für den unausweichlichen Endkampf gegen den Antichrist.

Martin Luther: Nach 500 Jahren immer noch aktuell
Aufgrund seiner Theologie gilt Martin Luther völlig zu Recht als der Initiator der Reformation und als ihr wichtigster Theologe. Denn diese Theologie war geeignet, über den puren Protest hinaus eine tragfähige Form von Christlichkeit zu begründen, die als Alternative zur überkommenen Kirche des Mittelalters angesehen werden konnte. VON MARTIN SCHUCK

Martin Luther: Der erste öffentliche Theologe
Die meisten reformatorischen Schriften wurden von einer örtlichen Druckerei produziert und in der näheren Region verbreitet. Die wenigsten nur wurden überregional bekannt – die Schriften Luthers einmal ausgenommen. Der Verlauf der Reformation war eine Folge ihrer publizistischen Voraussetzungen und Bedingungen. Reformation in Kursachsen verlief deshalb anders als in Nürnberg oder Straßburg, und wieder anders als in Württemberg oder Norddeutschland. VON MARTIN SCHUCK

 


 

Petition an die Europäische Kommission: Briefkastenfirmen schließen, Geldwäsche stoppen, beteiligte Banken bestrafen!
Das Verschleierungssystem, das die #PanamaPapers offenbart haben, dient auch zur Finanzierung organisierter Kriminalität – von Menschenhandel über illegale Waffengeschäfte bis hin zur Terrorfinanzierung. Der Sumpf aus Steueroasen, Briefkastenfirmen und Geldwäsche muss endlich trockengelegt werden! VON SVEN GIEGOLD

Bankrichtlinien schließen Rüstungsfinanzierung oft nicht umfassend aus
Umfragen zeigen, dass Bundesbürger mehrheitlich Rüstungsgeschäfte ihrer Banken ablehnen. Die Menschenrechtsorganisationen Facing Finance und urgewald legen mit ihrer Studie „Die Waffen meiner Bank“ Recherchen zu den deutschen Geldgebern relevanter Rüstungshersteller vor. Die Studie untersucht deutsche Banken und ihre Finanzbeziehungen der letzten drei Jahre zu wichtigen globalen und nationalen Rüstungsfirmen.