Konflikte, Armut und Hunger Ursachen für Kinderehen

 

(Berlin, 18. Februar 2019) Armut, Hunger und Bürgerkrieg haben dazu beigetragen, dass in südsudanesischen Nyal die Zahl der minderjährig verheirateten Mädchen zu den höchsten der Welt gehört. Darauf weist die aktuelle OXFAM-Studie „Born To Be Married: Adressing Early And Forced Marriage in Nyal, South Sudan“ hin.

Der Studie zufolge heiraten in Nyal 71 Prozent der Madchen vor ihrem 18. Geburtstag, zehn Prozent sogar vor ihrem 15. Die Folgen für die Mädchen sind oft dramatisch: Frühheiraten steigern das Risiko von Komplikationen bei Schwangerschaft und Geburt – in einem Land, dessen Müttersterblichkeitsrate ohnehin extrem hoch ist. Sie tragen wesentlich dazu bei, dass 76 Prozent der südsudanesischen Mädchen keinen Zugang zu Schulbildung haben und sie steigern das Risiko der Mädchen, sexueller, körperlicher oder emotionaler Gewalt ausgesetzt zu sein.

Zu den am häufigsten genannten Gründen für Frühheiraten gehören Armut und Hunger in den Herkunftsfamilien der Mädchen. Auch Geflüchtete, die in und um Nyal Zuflucht gesucht haben, sind einem höheren Risiko ausgesetzt. Damit steht auch die Internationale Gebergemeinschaft in der Verantwortung, die Situation zu verbessern. Stärkung von Frauenrechten und Mitbestimmung müssen zentraler Bestandteil der internationalen Hilfsprogramme im Südsudan werden.