Hannover Re: Jahresbilanz überschattet von schlechter Klimabilanz

 

(Hannover, 6. März 2019) Wenn der viertgrößte Rückversicherer der Welt am Donnerstag, den 7. März 2019, seine Jahreszahlen präsentiert, dürften sich darin auch die Schadenszahlen aus den Wetterextremen des vergangenen Jahres niederschlagen. Zunehmend heftige Stürme, Extremregenfälle und Dürren stehen in Zusammenhang mit dem Klimawandel. Hannover Re versucht jedoch weiter ihre eigene Rolle hierbei zu ignorieren. Während die Konkurrenten Munich Re, Swiss Re und SCOR bereits zum Teil Versicherungsgeschäfte im klimaschädlichen Kohlesektor ausschließen, sichert Hannover Re weiterhin ohne Einschränkungen Kohleprojekte und -firmen ab.

Regine Richter, Energie-Campaignerin bei urgewald, kommentiert: „Schäden durch Naturkatastrophen sind nicht länger ein Thema bloß für Bilanzkenner. Sie zeigen die Klima-Widersprüche der Versicherungskonzerne. Rückversicherer wie Hannover Re müssen aufhören den Klimawandel, gegen dessen Auswirkungen sie Kunden versichern, durch Unterstützung des Kohlesektors selbst anzuheizen. Diese Strategie gefährdet uns alle.“

So ist Hannover Re seit Jahren ein treuer Unterstützer des polnischen Versicherers PZU, eine tragende Säule der dortigen Kohleindustrie: Die PZU Gruppe sichert 85 Prozent der Steinkohleminen und 70 Prozent der Braunkohleminen in Polen ab, außerdem alle vier großen polnischen Energieversorger, die alle neue Kohlekraftwerke planen. Dazu gehört das Kraftwerk Kozienice, das erweitert werden soll ‑ was zu massiven Klimaschäden und geschätzt 72 vorzeitigen Todesfällen pro Jahr führen würde.

Im Juni 2018 verkündete Hannover Re nach öffentlicher Kritik, sie werde nicht mehr in Unternehmen investieren, die ihre Umsätze zu 25 Prozent oder mehr mit Kohlebergbau oder Kohleenergie machen. „Offenbar hat der scheidende Konzernchef Ulrich Wallin gehofft, damit hätte er seine Klimaverantwortung erfüllt. Doch ein reiner Verkauf von Kohle-Anlagen reicht nicht, der Konzern muss auch in seinem Kerngeschäft als Versicherer Haltung für das Klima beweisen.“

Richter ergänzt: „Der künftige Konzernchef Jean-Jacques Henchoz hat bei seinem bisherigen Arbeitgeber Swiss Re Erfahrungen damit gesammelt, Klimaschutz im Kerngeschäft umzusetzen. Wir hoffen, dass er damit bei Hannover Re endlich einen Kurswechsel einläutet.“