Agrar Übersicht

 

 

 Politik gibt ungenügende Antworten auf den globalen Hunger

Die Bundesregierung muss konsequent die menschenrechtlichen Risiken ihrer Handels- und Klimapolitik sowie ihrer Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft in der Entwicklungspolitik prüfen. Kleinbäuerliche Produzenten in armen Ländern werden vom Markt gedrängt und ihre Lebensgrundlagen bedroht. Diese Entwicklung wird durch die Klimakrise verstärkt; Ernte- und Einkommensverluste von kleinbäuerlichen Betrieben in armen Ländern sind die Folge.

 


 

End of Fish Day 2019

Die europäischen Gewässer gehören zu den ökologisch am stärksten belasteten Meeresregionen der Welt und sind darüber hinaus überdurchschnittlich stark überfischt. Am 5. April verbraucht Deutschland rein rechnerisch die letzten unter deutscher Flagge gefangenen oder in Aquakultur erzeugten Fische und Meeresfrüchte für das laufende Jahr 2019. Die industrielle Fischerei führt zu verheerenden Umweltschäden und gefährdet letztlich auch die Ernährungssicherheit der Küstengemeinden im globalen Süden, da industrielle Fangflotten den lokalen Kleinfischern die Lebens- und Überlebensgrundlage wegfischen.

 


 

Wachsender Einsatz privater Gelder nicht geeignet, Hunger und Armut strukturell zu bekämpfen

Die Studie „Agrarkonzerne und Finanzindustrie: Die neuen Lieblinge der Entwicklungszusammenarbeit?“ widerspricht der Aussage, wonach nur mit Investitionen des Privatsektors die nachhaltigen Entwicklungsziele (Sustainable Development Goals – SDGs) erreicht werden können. Durch Kooperation mit Agrarkonzernen werde die Landwirtschaft – vor allem auf dem afrikanischen Kontinent – zu marktförmigen und inputintensiven Systemen umstrukturiert. Entsprechende Initiativen setzten vor allem auf den Einsatz von chemischen Düngemitteln und Hybridsaatgut; damit dienten sie in erster Linie den Expansionsbestrebungen großer Konzerne, die große Masse afrikanischer Kleinbauern und -bäuerinnen gerieten in immer stärkere Abhängigkeiten.

 


 

Geschönte Studien fliegen künftig auf!

Das EU-Parlament hat für mehr Transparenz bei der Zulassung von Pestiziden gestimmt. Es kommt Öffentlichkeit in die Zulassungsverfahren für Pestizide, gentechnisch-veränderte Organismen und Futtermittelzusatzstoffe: Die von den Konzernen eingereichten Studien zu Umwelt- und Gesundheitsauswirkungen werden künftig registriert und veröffentlicht, bevor die Aufsichts- und Zulassungsbehörde EFSA mit der Prüfung beginnt; so haben Umweltorganisationen und unabhängige Wissenschaftler*innen Einsicht in die Studien und können geschönte Darstellungen entlarven.

 


 

Internationaler Aufruf an den Präsidenten des Europäischen Patentamtes: sofortiges Moratorium bei Patentierung von Pflanzen und Tieren!

Das Bündnis „Keine Patente auf Saatgut!“ fordert den Präsidenten des Europäischen Patentamtes (EPA) auf, alle Verfahren zur Patentierung von Pflanzen und Tieren aus herkömmlicher Züchtung auszusetzen. Es geht unter anderem um Patente auf Gemüse wie Brokkoli und Tomaten. Konzerne wie Bayer oder Syngenta wollen die Zucht der Pflanzen und von ihnen stammende Lebensmittel durch die Patentierung monopolisieren, so „Keine Patente auf Saatgut!“.

 


 

Digitalisierung löst das Hungerproblem nicht

Brot für die Welt und die Menschenrechtsorganisation FIAN legen in ihrem aktuellen „Jahrbuch zum Recht auf Nahrung“ dar, welche Folgen es haben wird, wenn Finanzmärkte und Agrarkonzerne mit Hilfe der Digitalisierung die Kontrolle über Ressourcen wie Boden, Wasser und Saatgut übernehmen und die Produktion von Nahrungsmitteln vom Menschenrecht auf Nahrung abgekoppelt wird. Für die Mehrzahl der bäuerlichen Betriebe weltweit bietet die Digitalisierung keine Lösungen an, sondern verschärft ihre Probleme.

 


 

UN Welternährungsbericht: Inkohärente Politik Deutschlands trägt zum Hunger in der Welt bei

Laut Welternährungsbericht 2018 der Vereinten Nationen sind Armut, Umweltzerstörung sowie Krisen und Konflikte die Haupttreiber von Hunger. Sie sind menschengemacht, fehlgeleitete Politiken wie die Kohle- und Handelspolitik auch in Europa tragen zum Hunger in armen Ländern bei.

 


 

Bauern und Bäuerinnen weltweit durch Förderung der Agrarindustrie diskriminiert

Viele der zwei Milliarden Kleinbauern und Kleinbäuerinnen weltweit sowie andere Menschen, die in ländlichen Regionen arbeiten, sind in zunehmendem Maße Diskriminierungen und Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt. In Deutschland und Europa werden Bauern und Bäuerinnen durch eine Landpolitik diskriminiert, die nicht zuletzt in Form von Subventionen einseitig die Agrarindustrie fördert. Daran erinnert ein zivilgesellschaftliches Bündnis aus Bauernorganisationen, entwicklungspolitischen und Menschenrechtsorganisationen.

 


 

Zur Grünen Woche in Berlin: „Wir haben es satt!“

Aktion Agrar hat ein Aktionsheft für die Agrarwende zusammengestellt und ruft zur „Wir-haben-es-satt-Demo“ in Berlin auf. 97 Prozent der weltweiten Sojaernte landet in Futtertrögen, dazu werden zehn bis zwölf Kilo Glyphosat pro Hektar Anbaufläche versprüht, in Europa sind maximal zwei Kilogramm des Giftes pro Hektar erlaubtt. Eine weitere Baustelle für die Agrarwende sind für Aktion Agrar die Lebensmittellieferungen von Amazon.